Für die Erkenntnis, dass alle elektromagnetischen Wellen von gleicher
physikalischer Beschaffenheit sind, ist ihre einheitliche Ausbreitungsgeschwindigkeit
von etwa 300 000 km/s im Vakuum von großer Bedeutung. Mit dieser
Geschwindigkeit pflanzen sich zum Beispiel Lichtwellen, Röntgenwellen,
aber auch Radiowellen durch den Raum hindurch fort.
In den Jahren 1868/69 berechnete der englische Physiker JAMES
CLERK MAXWELL (1831-1879), dass sich elektromagnetische Wellen exakt
mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.
Diese Übereinstimmung mit der Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichtes
konnte nicht als zufälliger Effekt abgetan werden.
Nachdem HEINRICH HERTZ (1857-1894) die hertzschen Wellen entdeckt und ihre Ausbreitung experimentell untersucht hatte, wurde allmählich zur Gewissheit, dass hertzsche Wellen sich physikalisch ähnlich wie Lichtwellen verhalten. Auch die in den darauffolgenden Jahren entdeckten Röntgenstrahlen und die Gammastrahlen besitzen alle eine übereinstimmende Vakuumlichtgeschwindigkeit und sind demzufolge elektromagnetische Wellen.
Wie bei anderen Wellen besteht zwischen der Ausbreitungsgeschwindigkeit, der Wellenlänge und der Frequenz folgender Zusammenhang:

Die Lichtgeschwindigkeit - und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit aller
elektromagnetischer Wellen im Vakuum - kann auch mithilfe folgender Gleichung
berechnet werden:
In dieser Gleichung bedeuten
die
elektrische Feldkonstante und
die
magnetische Feldkonstante. Da es sich
bei diesen beiden Größen um Naturkonstanten
handelt und da sie als alleinige Berechnungsgrößen zur Ermittlung
der Lichtgeschwindigkeit herangezogen werden, folgt, dass auch die Lichtgeschwindigkeit
eine Naturkonstante sein muss. Diese Erkenntnis war ein wichtiger Ausgangspunkt
zur Formulierung der speziellen Relativitätstheorie.