


Der Druck in einer strömenden
Flüssigkeit oder in einem strömenden Gas, den man senkrecht
zur Strömungsrichtung misst, wird als statischer Druck bezeichnet.
Dieser statische Druck
hängt von der Strömungsgeschwindigkeit ab (Bild 1). Diese wiederum
vergrößert sich mit Verkleinerung des Rohrquerschnitts. Der
Zusammenhang zwischen Strömungsgeschwindigkeit
und Druck wird durch das bernoullische
Gesetz beschrieben. Es lautet:
Je größer die Strömungsgeschwindigkeit
einer Flüssigkeit oder eines Gases ist, desto kleiner ist der statische
Druck.
Benannt ist dieses Gesetz nach seinem Entdecker, dem schweizer Mathematiker,
Physiker und Mediziner DANIEL
BERNOULLI (1700-1782).
Das bernoullische Gesetz gilt nicht nur, wenn Flüssigkeiten oder
Gase durch Röhren strömen, so wie das in Bild 1 dargestellt
ist. Es gilt auch, wenn sich ein Körper, z. B. ein Flugzeug oder
ein Schiff, gegenüber des umgebenden Mediums (Luft, Wasser) bewegt.
Entscheidend ist immer die Relativgeschwindigkeit
zwischen einem Körper (Rohrwandung, Flugzeug, Auto) und der Flüssigkeit
bzw. dem Gas.
Bei Sturm kann es passieren, dass ein Hausdach
abgedeckt wird. Ursache dafür ist zumeist der Zusammenhang zwischen
der Strömungsgeschwindigkeit der Luft und dem statischen Druck. Strömt
Luft sehr schnell gegen ein Dach, so ist die Strömungsgeschwindigkeit
auf der Seite des Daches besonders groß, die in Richtung der strömenden
Luft liegt (in Bild 4 rechts). Demzufolge ist dort der statische Druck
relativ klein. Im Haus selbst herrscht aber der normale Luftdruck. Durch
diesen Druckunterschied können ein ganzes Dach oder Teile davon abgehoben
werden.
Einen ähnlichen Effekt kann man bei starkem Wind manchmal bei einem
Regenschirm beobachten.
Durch den kleinen statischen Druck an der Oberseite des Schirmes kann
der Schirm "umklappen".