


Wirkungsweise eines Transistors
Um die grundlegende Wirkungsweise eines Transistors zu verstehen, darf
man die beiden pn-Übergänge als zwei hintereinandergeschaltete
Dioden ansehen, deren Durchlassrichtungen entgegengesetzt sind (Bild 2).
Legt man zwischen Emitter und Kollektor eine Spannung, dann wird durch den Transistor - egal wie die Spannungsquelle gepolt ist - kein Strom fließen. Man nennt den Stromkreis zwischen E und C den Kollektorstromkreis.
Schaltet man zwischen E und B eine weitere Spannungsquelle ein, dann
kann bei entsprechender Polung der pn-Übergang zwischen Emitter und
Basis die Durchlassrichtung geschaltet werden. Bei einem npn-Transistor
fließen dann Elektronen von E nach B im so genannten Basisstromkreis.
Mit einem Strommesser kann man diesen Elektronenfluss als Basisstrom nachweisen.
Die Elektronen, die von E kommend in die Basis gelangen, beeinflussen auch den pn-Übergang zwischen B und C. Dies hängt mit der geringen Dicke der Basis zusammen. Ist der Kollektor mit dem positiven Spannungspol im Kollektorstromkreis verbunden, dann werden die negativ geladenen Elektronen zum Kollektor hin aus der Basis abgesaugt. Nur etwa 1 % der Elektronen erreichen den Basisanschluss oder anders formuliert: Da wesentlich mehr Elektronen in den Kollektorstromkreis gelangen, fließt dort ein wesentlich größerer Strom als im Basisstromkreis (Bild 3).
Transistor als Schalter und als Verstärker
Im Kollektorstromkreis eines Transistors fließt nur dann ein Strom,
wenn zwischen Emitter und Basis eine Spannung anliegt. Ist diese Spannung
null, so fließt kein Kollektorstrom. Mit dem Basisstrom kann also
der Kollektorstrom ein- bzw. ausgeschaltet werden. Damit kann ein Transistor
als elektronischer Schalter genutzt
werden. Der Zusammenhang zwischen der Basis-Emitter-Spannung und der Kollektorstromstärke
kommt in der
-
-Kennlinie
zum Ausdruck (Bild 4).
Die Verstärkerwirkung von Bipolarstransistoren beruht darauf, dass eine kleine Änderung der Basisstromstärke eine große Änderung der Kollektorstromstärke hervorruft (Bild 5). Der Quotient aus der Änderung der Kollektorstromstärke und der Änderung der zugehörigen Basisstromstärke wird als Stromverstärkungsfaktor B bezeichnet:
Bei dem Transistor, dessen Kennlinie in Bild 5 dargestellt ist, beträgt der Stromverstärkungsfaktor B = 100. Das ist ein durchschnittlicher Wert.