Licht breitet sich
in Luft, Glas oder Wasser geradlinig aus. Trifft es auf die Grenzfläche
zwischen zwei verschiedenen lichtdurchlässigen Stoffen, so wird an
dieser Grenzfläche ein Teil des Lichtes reflektiert, der andere Teil
des Lichtes geht in den anderen Stoff über. Fällt das Licht geneigt
auf die
Grenzfläche,
dann wird es in der Regel aus seiner ursprünglichen Ausbreitungsrichtung
abgelenkt (Bild 1). Diesen Vorgang bezeichnet man als
Brechung.In welche Richtung das Licht abgelenkt wird und
wie stark die Brechung ist, hängt von den beteiligten Stoffen sowie
davon ab, unter welchem Winkel das Licht auf eine Grenzfläche trifft
(Bild 2). Fällt Licht senkrecht auf eine Grenzfläche, dann erfolgt
keine Brechung.
Die wesentliche Voraussetzung für das Zustandekommen der Brechung ist
eine unterschiedliche
Ausbreitungsgeschwindigkeit
des Lichtes in den Stoffen, die aneinander grenzen.
Um die physikalischen Gesetze der Brechung einheitlich zu formulieren,
hat man sich auf eine Reihe von Festlegungen zur Beschreibung der Lichtablenkung
geeinigt:
- Der Winkel, unter dem der einfallende Lichtstrahl auf die Grenzschicht
trifft, wird zum Lot hin gemessen (Bild 3). Man nennt ihn Einfallswinkel
und bezeichnet in häufig mit dem griechischen Buchstaben Alpha
.
- Der Brechungswinkel
wird ebenfalls zum Lot hin ermittelt.
Meist wird er mit dem griechischen Buchstaben Beta
bezeichnet.
Es ist naheliegend, dass die physikalische Situation besonders einfach
wird, wenn die Grenzfläche zwischen den Stoffen absolut eben und
möglichst glatt gestaltet ist. Auch wenn dies mitunter in der Natur
nicht immer der Fall ist, beziehen sich die experimentell ermittelten
Brechungswinkel fast immer auf diese besondere Gegebenheit.
Durch umfangreiche Versuche konnte man einen mathematischen Zusammenhang
zwischen dem Einfallswinkel, dem Brechungswinkel und den optischen Eigenschaften
der betreffenden Stoffe ermitteln. Diese Zusammenhänge sind im Brechungsgesetz
erfasst. Genauere Informationen sind unter diesem Stichwort zu finden.