


Ein Druck tritt
auf, wenn ein Körper mit einer Kraft auf eine Fläche wirkt. Diese
Kraft kann auch die Gewichtskraft
einer Luftsäule sein.
Den Druck in der Luft, der infolge der Gewichtskraft einer darüber
liegenden Luftsäule entsteht, nennt man Luftdruck.
| Formelzeichen: | p |
|
Einheiten:
|
ein Pascal (1 Pa) ein Millibar (1mbar) ein Torr (1 Torr) |
Verdeutlichen kann man sich das Zustandekommen des Luftdrucks anhand
einer Skizze (Bild 2): Befindet man sich z. B. am Erdboden, so wirkt an
dieser Stelle auf eine Fläche A die Gewichtskraft
der darüber liegenden Luftsäule. Die Kraft je Fläche ist
gleich dem Druck, den die Luftsäule ausübt. Der Luftdruck ist
somit ein Schweredruck,
ähnlich wie der Schweredruck in Flüssigkeiten.
Befindet man sich dagegen in einer größeren Höhe, so hat
die darüber liegende Luftsäule eine geringere Höhe. Der
Druck der Luft ist geringer. Es besteht aber kein proportionaler Zusammenhang
zwischen der Höhe über dem Erdboden und dem Luftdruck.
Der Normdruck
Der normale Luftdruck in Meereshöhe
wird auch als Normdruck bezeichnet.
Er beträgt 101,325 kPa. Der Luftdruck wie auch der Normdruck werden
mitunter in anderen Einheiten angegeben. Üblich sind für den
Luftdruck auch die Einheiten ein Millibar (1 mbar), ein Hektopascal (1
hPa) oder ein Torr (1 Torr). Es gilt:
| 101,325 kPa = 1 013,25 mbar 101,325 kPa = 1 013,25 hPa 101,325 kPa = 760 Torr |
Der Luftdruck schwankt um diesen Normdruck und hat bei uns in der Regel
Werte zwischen 970 hPa bei einem Tiefdruckgebiet und
1030 hPa bei einem Hochdruckgebiet.
Messen des Luftdruckes
Geräte zur Messung des Luftdruckes werden als Barometer
bezeichnet. Es sind Druckmesser, die speziell für die Messung des
Luftdruckes konstruiert sind und einen Messbereich um den Normdruck herum
haben. Genauere Informationen dazu sind unter dem Stichwort „Barometer“
zu finden.
Abhängigkeit des Luftdruckes
von der Höhe
Der Luftdruck hängt von der Höhe über dem Erdboden ab.
Es gilt:
Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck
ab.
Genauer zeigt ein Luftdruck-Höhe-Diagramm
den Zusammenhang (Bild 3): Der Luftdruck nimmt mit steigender Höhe
erst stark, dann immer weniger ab. Zwischen Höhe und Luftdruck besteht
aber keine Proportionalität.
So beträgt beispielsweise der Luftdruck auf dem höchsten Berg
Deutschlands, der Zugspitze (Höhe: 2 962 m), noch 700 hPa . Auf dem
höchsten Berg der Erde, dem Mount Everest (8.848 m) beträgt
er nur noch 340 hPa und in Flughöhe moderne Passagierflugzeuge (10.000
m) noch 290 hPa.
Die Abhängigkeit des Luftdruckes von der Höhe wird bei Höhenmessern genutzt. Da der Druck von der Höhe abhängig ist, gilt: Für jede Höhe hat der normale Luftdruck einen bestimmten Wert. Misst man den Luftdruck, so kann man daraus auf die Höhe schließen. Genau dieser Zusammenhang wird bei Höhenmessern genutzt.
Bedeutung des Luftdrucks für
den Menschen
Für den Menschen ist der Luftdruck von erheblicher Bedeutung, da
er an den normalen Luftdruck angepasst ist. Wesentlich kleinerer oder
wesentlich größerer Druck ist für einen Menschen tödlich.
So ist z. B. ein Überleben in einer Höhe von 10 km (Reiseflughöhe
von Flugzeugen) nur möglich, wenn sich die Personen in einer Druckkabine
befinden, in der meist ein etwas geringerer Druck als der normale Luftdruck
herrscht. Selbst kleinere, schnelle Luftdruckänderungen machen sich
teilweise unangenehm bemerkbar. So verspürt man z. B. beim Sinkflug
eines Flugzeuges nicht selten einen Druck auf den Ohren, den man durch
Schlucken ausgleichen sollte. Er kommt zustande, weil sich mit Verringerung
der Flughöhe der Luftdruck vergrößert und ein Druckunterschied
zwischen außen und dem Innenohr zustande kommt. Ähnliche Effekte
kann man beim Bergabfahren mit dem Auto oder beim Fahren mit einem Fahrstuhl
feststellen.
Selbst die geringen Druckschwankungen, die aufgrund der unterschiedlichen
Wetterlagen (Hochdruckgebiet, Tiefdruckgebiet) auftreten, beeinflussen
teilweise unser Wohlbefinden. Eine erhebliche Anzahl von Personen spürt
auch die relativ langsamen Luftdruckänderungen, die im Zusammenhang
mit dem Wetter vor sich gehen. Man spricht dann von Wetterfühligkeit.
Luftdruck und Wetter
Luftdruck und Wetter hängen eng
miteinander zusammen. Der Luftdruck hat bei uns meist Werte zwischen 970
hPa und 1 030 hPa. Gebiete mit niedrigem Luftdruck werden als Tiefdruckgebiete
oder Tiefs, solche mit hohem Luftdruck als Hochdruckgebiete
oder Hochs bezeichnet.
Diese Gebiete unterschiedlichen Luftdrucks kommen durch die unterschiedliche
Erwärmung von Festland und Meer und die damit verbundenen Luftströmungen
zustande. Dabei spielen sowohl globale als auch regionale Vorgänge
eine Rolle. Die Lage von Tief- und Hochdruckgebieten ändert sich
ständig.
Damit entstehen unterschiedliche Wetterlagen und verschiedene Windrichtungen
und Windstärken. Luft strömt dabei am Boden immer von Gebieten
hohen Luftdrucks (Hochs) zu Gebieten niedrigeren Luftdrucks (Tiefs). Hinzu
kommen die Luftströmungen aufgrund der Temperaturunterschiede. Die
Windgeschwindigkeit hängt von den Druckunterschieden ab und kann
bei Sturm mehr als 100 km/h erreichen. Die höchste bisher in Deutschland
gemessene Windgeschwindigkeit wurde 1984 auf dem Brocken im Harz mit 263
km/h gemessen.
Im Tiefdruckgebiet steigt die Luft,
die vom Hochdruckgebiet abgeflossen ist, sich erwärmt hat und Feuchtigkeit
aufgenommen hat, nach oben (Bild 4). Es kommt dabei zur Abkühlung
der Luft, zu Wolkenbildung und zu Niederschlag. Tiefdruckgebiet sind häufig
mit Niederschlägen und "schlechtem" Wetter verbunden.
Im Hochdruckgebiet fließt die
Luft nach unten ab. Das ist verbunden mit Temperaturzunahme und Wolkenauflösung,
also mit typischen Schönwettersituationen.
Anwendungen des Luftdrucks
Der Luftdruck wird in Alltag und Technik in vielfältiger Weise genutzt.
Nachfolgend sind einige Beispiele dargestellt.
Konservengläser müssen fest
und luftdicht verschlossen sein, damit der Inhalt nicht schlecht wird.
Um das zu erreichen, wird der Inhalt des Glases z. B. erwärmt und
dann der Deckel aufgepresst. Nach dem Abkühlen sitzt der Deckel fest.
Das kommt dadurch zustande, weil der Druck im Glas kleiner ist als der
Luftdruck. Dadurch presst der Luftdruck den Deckel regelrecht auf das
Glas. Wenn man ein solches Glas öffnen will, sollte man erst einen
Druckausgleich zwischen außen und innen gewährleisten, z. B.
dadurch, dass man ein Loch in den Deckel macht. Dann lässt sich das
Glas sehr leicht öffnen.
Mithilfe von Pipetten (Bild 5) kann
man kleine Flüssigkeitsmengen entnehmen. Dabei kann man feststellen:
Auch wenn man die Pipette mit der Öffnung senkrecht nach unten hält,
fließt keine Flüssigkeit aus. Das kommt zustande, weil auf
die Öffnung der Luftdruck wirkt und dadurch ein Ausströmen der
Flüssigkeit verhindert wird.
Saugfüße nutzt man z. B.
bei Haken für Handtücher. Presst man einen Saugfuß gegen
eine glatte Fläche, so strömt die im Saugfuß befindliche
Luft zum größten Teil aus. Der Saugfuß bleibt haften.
Das kommt zustande, weil im Inneren des Saugfußes ein kleinerer
Druck als der Luftdruck herrscht. Somit wird der Saugfuß durch den
Luftdruck von außen fest gegen die Wand gepresst. Gelangt allerdings
Luft in den Saugfuß und erfolgt damit ein Druckausgleich, dann fällt
der Saugfuß ab.
Auch beim Trinken mit einem Trinkröhrchen oder bei Saugpumpen
wird der Luftdruck genutzt.