

Die Wirkungsweise
eines Dieselmotors kann man aus Bild 3 erkennen. Die vier Takte des
Motors lassen sich folgendermaßen charakterisieren:
1. Takt: Ansaugen (Ansaugtakt)
Durch das geöffnete Einlassventil gelangt Luft in den Zylinder. Der
Kolben bewegt sich dabei abwärts. Dadurch entsteht eine Saugwirkung.
2. Takt: Verdichten (Verdichtungstakt)
Durch den sich aufwärts bewegenden Kolben bei geschlossenen Ventilen
wird die Luft auf etwa 50 bar verdichtet. Dadurch erhöht sich die
Temperatur auf über 600 °C. Kurz vor dem oberen Totpunkt wird
durch eine Einspritzpumpe der Dieselkraftstoff durch die Einspritzdüse
unter hohem Druck in den Zylinder gebracht.
3. Takt: Arbeiten (Arbeitstakt)
Durch die hohe Temperatur der Luft kommt es zu einer explosionsartigen
Verbrennung des Dieselkraftstoff-Luft-Gemisches. Da für die Zündung
des Gemisches im Unterschied zum Ottomotor keine Zündkerze erforderlich
ist, spricht man von Selbstzündung.
Druck und Temperatur im Zylinder steigen sprunghaft an. Der Kolben wird
infolge des hohen Druckes nach unten bewegt und verrichtet mechanische
Arbeit. Die Hin- und Herbewegung des Kolbens wird dabei über Pleuelstange
und Kurbelwelle in eine Drehbewegung umgewandelt.
4. Takt: Ausstoßen (Ausstoßtakt)
Der Kolben bewegt sich wieder nach oben und drückt durch das geöffnete
Auslassventil die Verbrennungsgase aus dem Zylinder heraus. Anschließend
beginnt der Vorgang wieder mit Takt 1.
Einige weitere Angaben zu Dieselmotoren
Dieselmotoren werden bei fast allen schweren Maschinen und bei etwa 25
% der PKW genutzt. Für PKW verwendet man meist Motoren mit vier Zylindern
und Hubräumen zwischen 1 200 und 2 500 Kubikzentimetern.
Dieselmotoren haben einen Wirkungsgrad
bis maximal 45 %. Der Wirkungsgrad bei PKW-Motoren liegt in der Regel
bei ca. 25-30 %.
Die Temperatur bei der Verbrennung des Dieselkraftstoffes beträgt
bis zu 2 500 °C, der Verbrennungsdruck 50 bis 80 bar.
Ausgestoßen werden die Verbrennungsgase mit einer Temperatur von
bis zu 900 °C bei einem Druck von bis zu 4 bar. Die Drehzahl
der Kurbelwelle liegt im Leerlauf meist unter 1 000 je Minute und kann
Werte bis zu 6 000 je Minute erreichen.