Dynamoelektrisches Prinzip und Dynamomaschinen
Eine der wichtigsten
Erfindungen für die Entwicklung der Starkstromtechnik war die Entdeckung
des dynamoelektrischen Prinzips, einer der Grundlagen für alle modernen
Großgeneratoren.
Kurz nach der Entdeckung des Induktionsgesetztes durch MICHAEL
FARADAY
(1791 - 1867) im Jahre 1831 wurden schon die ersten
Generatoren
gebaut. Einer der ersten Generatoren war der von HIPPOLYTE PIXII, des Mechanikers
von A. M. AMPÈRE, aus dem Jahr 1833. Bei diesem Generator wurde ein
Hufeisenmagnet vor zwei Spulen mit einer Handkurbel gedreht. Die Magnete
waren sehr schwer, die erzielten Leistungen demzufolge gering.
Das änderte sich auch nicht grundlegend, als man statt Permamentmagneten
Elektromagnete mit galvanischen Elementen als elektrische Quelle verwendete.
Entscheidende Fortschritte wurden erst mit einer Entdeckung von WERNER VON
SIEMENS (1816 - 1892) erzielt. SIEMENS ging davon aus, dass der von einem
Generator erzeugte Strom selbst zur Speisung der Elektromagnete (Feldmagnete)
des Generators genutzt werden kann.
Er erkannte, dass der Eisenkern eines Elektromagneten nach Abschalten des
Stromes ein Restmagnetfeld behält.
Dieses Magnetfeld reicht aus, um in einem Generator eine kleine Spannung
und damit einen kleinen Strom zu induzieren. Diesen Strom kann man nutzen,
um den Elektromagneten zu betreiben und das Magnetfeld zu verstärken.
Dadurch wird eine größere Spannung induziert.
So schaukeln sich Magnetfeld des Elektromagneten und induzierte Spannung
bzw. Strom wechselseitig bis zur vollen Leistung des Generators hoch.
Das gegenseitige Aufschaukeln der induzierten
Spannung bzw. der Stromstärke und der Stärke des Magnetfeldes
wird als dynamoelektrisches Prinzip bezeichnet.
Generatoren, die nach diesem Prinzip der Selbstversorgung
arbeiten, nennt man
Dynamomaschinen.
Es sind
Gleichstromgeneratoren,
mit deren Hilfe es möglich war, erstmals größere elektrische
Leistungen bereitzustellen.
WERNER VON
SIEMENS entdeckte das
dynamoelektrische Prinzip im Jahre 1866 und trug seine neuen Erkenntnisse
am 17. 01. 1867 vor der Berliner Akademie der Wissenschaften vor. Zugleich
entwickelte er selbst zunächst kleine
Dynamomaschinen
und kurze Zeit später auch Maschinen größerer Leistung.
1878 produzierte die Firma Siemens & Halske bereits
25 Dynamomaschinen pro Woche.
Erst mit der Entwicklung der Gleichrichtertechnik ging man zum Bau von
Wechselstromgeneratoren
über, die heute in modernen Kraftwerken eingesetzt werden.
Moderne Dynamomaschinen liefern heute elektrische Leistung von bis zu 500
MW.