
Aufbau und Wirkungsweise
Im einfachsten Fall besteht ein Empfänger (Radiogerät) aus einem
Abstimmkreis, mit dessen
Hilfe man die unterschiedlichen Trägerfrequenzen
der einzelnen Sender auswählen kann, einem Demodulationskreis,
durch den die hochfrequente Trägerfrequenz von den niederfrequenten
Musik- oder Sprachsignalen getrennt wird, einem Verstärker
und einem Lautspecher, der die elektrischen Signale in akustische Signale
umwandelt (Bild 2).
Im Einzelnen gehen dabei folgende Vorgänge vonstatten: Zunächst
wird mithilfe des Drehkondensators im Abstimmkreis (Resonanzkreis) die
Eigenfrequenz des Schwingkreises auf die Frequenz der Trägerschwingung
abgestimmt, sodass Resonanz entsteht (Senderwahl). Um die Trennschärfe
zu erhöhen, d.h. um eine bestimmte Senderfrequenz möglichst
optimal einstellen zu können, befinden sich unter Umständen
mehrere Schwingkreise im Empfänger, die hintereinander geschaltet
wurden. Nach erfolgter Abstimmung empfängt das Gerät die hochfrequenten
hertzschen Wellen, auf welcher der Radiosender arbeitet. Allerdings ist
die eigentliche Information auf die hochfrequente Trägerwelle aufmoduliert
worden. Der wesentliche Schritt zur Hörbarmachung der Information
besteht daher in der Demodulation der
im Abstimmkreis ankommenden Schwingungen. Diese erfolgt in einem sogenannten
Demodulator. Dessen wichtigstes Bauelement
ist eine Gleichrichterdiode. Durch diese Diode wird der negative Teil
der amplitudenmodulierten Schwingung abgetrennt. Dadurch wird der vom
Abstimmkreis kommende Wechselstrom zu einem pulsierenden Gleichstrom.
Der pulsierende Gleichstrom lädt periodisch den Kondensator C
auf. Ein parallel zu diesem Kondensator geschalteter ohmscher Widerstand
R wird so gewählt, dass der Auf- und Entladevorgang
im Kondensator zwar dem zeitlichen Verlauf des Informationssignals folgen
kann, die hochfrequenten Trägerschwingungen aber keinen Einfluss
mehr auf diesen Vorgang ausüben.
Vom Widerstand ausgehend gelangt das Informationssignal in einen ein-
oder mehrstufigen Verstärker und anschließend zum Lautsprecher
oder Kopfhörer.
Ergänzende Bauteile
Zur Versorgung der einzelnen Teile ist in größeren Radios ein
Netzgerät eingebaut. Je nach Anwendungszweck
und Preiskategorie sind vielfältige Erweiterungen an einem Radiogerät
denkbar.
Komplett ausgestattete Rundfunkempfänger können alle Wellenlängenbereiche
der üblichen Frequenzbänder
(Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle, Ultrakurzwelle) empfangen. Dazu müssen
sie über verschiedene Abstimmkreise verfügen, die durch Drücken
von Wellenschaltern ausgewählt
werden. Die Empfangsqualität wird erhöht, indem man mehrere
Abstimmkreise hintereinander schaltet und dadurch einzelne Frequenzen
besonders scharf herausfiltern kann. Nach dem Trennen von hoch- und niederfrequenten
Schwingungen im Demodulator erfolgt im Niederfrequenzteil der aufwendiger
gebauten Radios eine weitere Aufspaltung in Hochfrequenzen
und Tieffrequenzen, die
dann gesonderten Lautsprechern zugeführt werden. Bässe und besonders
hohe Töne hören sich in diesen Geräten besonders klangvoll
an und sind frei von Störgeräuschen.