
Bei den vielfältigen Umwandlungen und Übertragungen
von Energie, die in Natur, Technik und Alltag vor sich gehen, bleibt die
Gesamtenergie immer gleich groß. Sie kann zwar in verschiedenen
Formen auftreten, bleibt aber insgesamt immer erhalten, auch wenn sie
sich räumlich anders verteilt. Für beliebige Vorgänge in
Natur, Technik und Alltag gilt das Gesetz
von der Erhaltung der Energie, kurz auch als Energieerhaltungssatz
oder als allgemeiner Energieerhaltungssatz
bezeichnet. Er lautet:
In einem abgeschlossenen System ist die Summe
aller Energien konstant. Die Gesamtenergie bleibt erhalten.
Es gilt:

Unter einem abgeschlossenen System versteht man einen ausgewählten Raumbereich, bei dem kein Stoff- und Energieaustausch mit der Umgebung erfolgt. Welchen Raumbereich man jeweils betrachtet, hängt von den gegebenen Bedingungen und von den Zielen ab, die man verfolgt.
Historisches zum Energieerhaltungssatz
Die ersten Ansätze zur Formulierung des Energieerhaltungssatzes liegen
in der Mechanik. Schon GALILEO GALILEI (1564-1642) war wohl von der Energieerhaltung
im mechanischen Bereich überzeugt.
Gestützt durch Arbeiten von LEIBNITZ, D. BERNOULLI, EULER und D'ALEMBERT
wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Energieerhaltungssatz
der Mechanik formuliert. Er wurde aber nicht als allgemeines, auch
für andere Bereiche geltendes Prinzip erkannt.
Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Untersuchungen
zu Wärmekraftmaschinen durchgeführt.
Die festgestellten Zusammenhänge zwischen Wärme und Arbeit führten
schon nahe an den 1. Hauptsatz der Wärmelehre heran.
Wesentlich erschwert wurde die Situation in der damaligen
Zeit durch die Bedeutungsvielfalt verschiedener Begriffe. So wurde z.
B. der Begriff "Kraft" nicht nur in dem Sinne genutzt, wie wir
heute diesen Begriff verwenden. Kraft war teilweise auch die Bezeichnung
für mechanische Energie und für Druck.
Die entscheidenden Schritte vollzogen vor allem drei Forscher zwischen
1842 und 1847:
Spezialfälle des Energieerhaltungssatzes
Der allgemeine Energieerhaltungssatz gilt ohne jede Einschränkung
für beliebige Vorgänge in abgeschlossenen Systemen. Dabei können
auch beliebige Energieformen auftreten.
Manchmal betrachtet man Vorgänge, bei denen nur bestimmte Energieformen
eine Rolle spielen, z. B. rein mechanische Vorgänge oder Vorgänge
in der Wärmelehre, bei denen nur die thermische Energie von Interesse
ist. Für solche speziellen Vorgänge oder Bereiche kann man Spezialfälle
des allgemeinen Energieerhaltungssatzes formulieren und anwenden.
Wichtige Spezialfälle sind:
lenzsches Gesetz: Es beinhaltet eine (indirekte) Aussage über die Energien bei der elektromagnetischen Induktion.