

Die Erfindung des Transistors
Durch Forschungsarbeiten in den 40er Jahren, vor allem in den USA, lernte man die Leitungsvorgänge in Halbleitern zu verstehen und gezielt zu nutzen. Der entscheidende Durchbruch für die Halbleiter-Elektronik gelang 1947-1949 mit der Entdeckung des Transistoreffekts durch die Amerikaner WALTER HOUSER BRATTAIN (1902-1987), JOHN BARDEEN (1908-1991) und WILLIAM SHOCKLEY (1910-1989), die dafür 1956 den Nobelpreis für Physik erhielten.
1948 meldeten sie ein verstärkendes Halbleiterbauelement
zum Patent an, das die Elektronenröhre als Verstärker ersetzen
konnte. 1949 wurde die Anordnung funktionstüchtig
aufgebaut. Es handelte sich dabei zunächst um einen Bipolartransistor.
Der Transistor hatte gegenüber der Elektronenröhre die entscheidenden
Vorteile, dass er kleiner war und viel weniger elektrische Energie verbrauchte.
Die ersten Anwendungen kamen schnell auf den Markt, z.B. 1953 ein Hörgerät
und 1954 das erste Radio mit Transistorverstärker. In den 50er Jahren
wurden dann auch Feldeffekttransistoren
(FET) gebaut und die Planartechnik zur Herstellung dieser Transistoren
entwickelt.
Diese Herstellungstechnik war die entscheidende Grundlage für eine
weitere wichtige Entwicklung in der Halbleiter-Elektronik - die Herstellung
von integrierten Schaltkreisen, auch IC (integrated circuits) oder Chip
genannt.
Eine neue Etappe - die Herstellung von Chips
1958 gelang es erstmals, mehrere Transistoren einschließlich ihrer Verbindungen als eine Schaltung auf einer Siliciumscheibe unterzubringen. 1965 konnte man 30 Bauelemente auf einen Chip bringen. Heute sind es weit über eine Million Bauelemente, die auf einem Chip zu einer Schaltung gehören.
Diese Miniaturisierung der Elektronik geht unaufhaltsam
weiter.
Die Vorteile der integrierten Schaltungen auf Chips gegenüber den
Schaltungen aus einzelnen Bauelementen bestehen darin, dass sie noch weniger
Material und Energie benötigen, in großen Stückzahlen
zu geringen Preisen herstellbar sind und sehr zuverlässig arbeiten.
Außerdem konnten aufgrund der geringen Abmessungen neue Anwendungsgebiete
für die Elektronik erschlossen werden.
Vor allem die Personalcomputer (PC), in denen ein oder mehrere Mikroprozessoren
enthalten sind, finden in vielen Bereichen unseres heutigen Lebens Anwendung.
Mikroprozessoren sind Chips, die die besondere
Eigenschaft haben, dass sie programmierbar sind. Damit können z.B.
Maschinen gesteuert werden. Die Mikroelektronik und die Computertechnik
haben die gesamte Arbeitswelt entscheidend verändert und werden dies
weiter tun.