Das Fernsehen basiert auf dem gleichen Funktionsprinzip wie der Film:
Das menschliche Auge kann mehr als 25 Einzelbilder je Sekunde nicht mehr
als voneinander getrennte Aufnahmen wahrnehmen und hält sie statt
dessen für einen kontinuierlich ablaufenden Film. Fernsehgeräte
erzeugen mit ihrer Bildröhre mindestens 25 Bilder pro Sekunde, die
aus vielen Einzelpunkten aufgebaut sind.
Aufbau eines Fernsehgerätes
Ein Fernsehgerät besteht aus einer Bildröhre,
verschiedenen Leiterplatten, auf denen sich Verstärker- und Steuerschaltkreise
befinden, Lautsprechern und dem Empfangsteil, an dem sich der Anschluss
für die Antenne oder
das Fernsehkabel befindet. Die unterschiedlichen Bauteile werden durch
Transformatoren mit verschiedenen Spannungen versorgt.
Die Bildröhre arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie eine braunsche
Röhre. Von einer Glühkatode werden Elektronen emittiert,
die durch die Elektrodenlinse und eine magnetische Linse zu einem feinen
Strahl gebündelt werden. Durch zwei Paar gekreuzter Ablenkmagnete,
an denen eine veränderliche Steuerspannung angelegt wird, kann der
Elektronenstrahl an eine beliebige Stelle des Leuchtschirmes gelenkt werden.
Bildentstehung
Für den Aufbau des Bildes wird der Elektronenstrahl
so gesteuert, dass er ein zeilenförmiges Zick-Zack-Muster auf dem
Leuchtschirm zeichnet (Bild 2). Über die Intensität des Elektronenstrahls
kann die Helligkeit am Auftreffpunkt reguliert werden. Das Fernsehbild
ist somit nicht kontinuierlich aufgebaut, sondern setzt sich aus vielen
Einzelzeilen zusammen, die ihrerseits aus einzelnen Bildpunkten bestehen.
Nach einer einheitlich festgelegten Zeilennorm
besteht jedes Bild aus 625 Zeilen mit jeweils 833 Bildpunkten pro Zeile.
Da in jeder Sekunde 25 Bilder übertragen werden, bedeutet das pro
Sekunde
25 x 625 x 833 = 13 015 625 Bildpunkte.
Farbfernsehgeräte
Die Bildröhre bei einem
Farbfernsehgerät
enthält drei Systeme zur Erzeugung von Elektronenstrahlen (Bild 3).
Diese Elektronenstrahlen werden in ihrer Intensität durch die ankommenden
elektrischen Signale gesteuert. Die Strahlen sind so ausgerichtet, dass
sie jeweils durch eines der insgesamt 357 000 Löcher einer
Lochmaske
fallen und dann auf den Bildschirm treffen, auf dem sich eine
Vielzahl
Dreiergruppen rot, grün, blau aufleuchtender Punkte befindet. Ein farbiger
Bildpunkt entsteht durch additive Mischung aus den drei Grundfarben Rot,
Grün und Blau. Da die Punkte sehr klein sind und sich das Bild aus
etwa einer Million farbiger Bildpunkte zusammensetzt, sehen wir aus einiger
Entfernung ein scheinbar klares, farbiges Bild. Die einzelnen Bildpunkte
können nicht nur "ein- bzw. ausgeschaltet" werden, sondern
auch in ihrer Helligkeit verändert werden. Auf diese Weise entsteht
ein lebensechtes Bild.
Natürlich erkennt das Fernsehgerät nicht von selbst, welche Punkte
welchen Farben zuzuordnen sind. Dazu müssen die Farben bereits bei
ihrer Aufname in der Kamera kodiert und in entsprechende elektrische Signale
umgewandelt werden.
Aus der Geschichte
des Fernsehens
Bereits im 19. Jahrhundert gab es erste Überlegungen dazu, ob und wie
man nicht nur Sprache und Musik, sondern auch Bilder übertragen kann.
Das anzuwendende Prinzip hatte man bald erkannt: Die zu übertragenden
Bilder mussten in einzelne kleine Bildteile zerlegt, diese in elektrische
Signale umgewandelt, die elektrischen Signale übertragen, beim Empfänger
wieder in Bildteile umgewandelt und schließlich zu einem Bild zusammengesetzt
werden.
Eine erste technische Lösung dafür fand der deutsche Techniker
PAUL NIPKOW (1860-1940) im Jahr 1887:
In einer Scheibe befanden sich spiralförmig angeordnete Löcher
(Bild 4). Das durch die Löcher fallende Licht traf auf eine Fotozelle
und verursachte entsprechende Schwankungen der Stromstärke. Im Empfänger
bewirkten diese Schwankungen der Stromstärke Veränderungen der
Helligkeit einer Glühlampe, vor der ebenfalls eine Lochscheibe rotierte
und dadurch das Bild auf einer Mattglasscheibe wieder zusammensetzte. Nach
ihrem Erfinder wurde diese Scheibe als Nipkow-Scheibe bezeichnet. Die ersten
Fernsehpioniere arbeiteten mit Nipkow-Scheiben.
Um 1925 gelangen in den USA, in Großbritannien und in Deutschland
die ersten Fernsehübertragungen.
Entscheidende Fortschritte wurden um 1930 erreicht:
MANFRED VON ARDENNE (1907-1997, in Bild
5 rechts) verbesserte die seit 1897 bekannte braunsche Röhre und entwickelte
einen Breitbandverstärker, mit dem sich ein großer Frequenzbereich
gleichmäßig und verzerrungsfrei verstärken ließ. Auf
der Funkausstellung 1931 führte MANFRED VON ARDENNE erstmals das elektronische
Fernsehen vor.
Bereits 1935/35 gab es in einer Reihe von Ländern Versuchssendungen
des Fernsehens. 1936 erfolgten Übertragungen von den Olympischen Spielen
in Berlin.1947 begann in den USA das Zeitalter des kommerziellen Fernsehens.
Mit den 1957 eingeführten SECAM-System (französisch
für séquential à memoire) und dem 1961 vorgestellten
PAL-System (englisch für phase alternation line) setzte sich immer
stärker das Farbfernsehen durch.
Das Zeitalter des Farbfernsehens begann in der Bundesrepublik Deutschland
am 25. April 1967. Ab diesem Tag strahlte das ZDF regelmäßig
Farbfernsehsendungen aus.