


Führt man einem Körper Wärme
zu, so erhöht sich i. Allg. seine Temperatur. Gibt ein Körper
Wärme ab, so verringert sich seine Temperatur. Um wie viel Grad sich
die Temperatur eines Körpers bei bestimmter Wärmezufuhr bzw.
Wärmeabgabe verändert, hängt auch von dem Stoff ab, aus
dem er besteht.
Der Zusammenhang zwischen der Temperaturänderung
eines Körpers und der von ihm aufgenommenen bzw. abgegebenen Wärme
ist in der Grundgleichung der Wärmelehre
(auch: Grundgleichung der Thermodynamik oder Gleichung
für die Wärme) erfasst. Sie lautet:
Unter der Bedingung, dass keine Änderung des Aggregatzustandes erfolgt,
gilt für die einem Körper zugeführte oder von ihm abgegebene
Wärme:

Die Gleichung ist nicht anwendbar, wenn bei dem betrachteten Stoff eine Aggregatzustandsänderung vor sich geht. In diesem Falle muss auch noch die jeweilige Umwandlungswärme berücksichtigt werden.
Interpretation der Grundgleichung
und Beispiele
Nachfolgend ist eine Interpretation
der Grundgleichung gegeben und es sind jeweils Beispiele
für die Anwendung genannt.
(1) Für einen bestimmten Stoff (c
= konstant) mit bestimmter Masse (m = konstant)
gilt:

Das bedeutet: Die Temperaturänderung ist umso größer, je größer die zugeführte bzw. abgegebene Wärme ist.
Beispiel: Je länger
ein Liter Wasser auf einer Herdplatte steht, desto höher ist die
Temperatur, die erreicht wird. Dabei wird natürlich vorausgesetzt,
dass die Temperaturen unterhalb der Siedetemperatur liegen.
(2) Für einen bestimmten Stoff (c
= konstant) und eine bestimmte Temperaturänderung
gilt:

Das bedeutet: Die einem Körper zugeführte oder
von ihm abgegebene Wärme ist umso größer, je größer
die Masse des Körpers ist.
Beispiel: Wenn sich Wasser in einem
See abkühlt, dann wird wesentlich mehr Wärme frei als beim Abkühlen
von 1 l Wasser um die gleiche Temperaturdifferenz.
(3) Für einen bestimmten Stoff (c = konstant) und eine bestimmte Wärme (Q = konstant) gilt:

Das bedeutet: Die Temperaturänderung ist für einen Stoff umso
größer, je kleiner seine Masse ist.
Beispiel: Wenn 1 Liter Wasser und 0,5
Liter Wasser die gleiche Wärme zugeführt werden, dann erwärmen
sich 0,5 Liter Wasser stärker (doppelt so stark) wie 1 Liter Wasser.