
Hochfrequenz-Wärmetherapie ist eine Form der Hochfrequenzerwärmung. Sie beruht auf der Erwärmung von Gewebe durch hochfrequente elektrische Ströme oder elektromagnetische Felder. Diese Erwärmung ergibt sich daraus, dass im Gewebe elektrische Dipole vorhanden sind, die in schnelle Schwingungen versetzt werden. Damit wird die Energie des elektrischen Feldes in thermische Energie umgewandelt, das Gewebe erwärmt sich. Die Erwärmung führt zu einer Förderung der Durchblutung, Schmerzlinderung, Muskelentspannung und Steigerung des Stoffwechsels. Daraus ergeben sich umfangreiche Anwendungsbereiche, z.B. bei entzündlichen Prozessen von Nerven und Muskeln, Entzündungen der Harnwege, Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.
Frequenzbereiche und Anwendungsformen
Für eine optimale Therapie ist es erforderlich, zweckmäßige
Tiefenwirkungen und Wärmeverteilungen zu erreichen. Deshalb nutzt
man für die Hochfrequenz-Wärmetherapie unterschiedliche Frequenzen
und auch unterschiedliche Anwendungsformen, die man in der Medizin als
Applikationsformen
bezeichnet. Die drei grundlegenden Applikationsformen sind in Bild 1 dargestellt:
Der betreffende Teil des menschlichen Körpers befindet sich
In der nachfolgenden Übersicht sind die wichtigsten Frequenzen und Wellenlängen angegeben, die in der Hochfrequenz-Wärmetherapie angewendet werden.

Wärmeverteilung im Gewebe
Wie sich die Wärme im Gewebe verteilt, zeigt Bild 2. Aus dem Bild
wird deutlich, dass durch die Wahl der Applikationsform und der Wellenlänge
sehr unterschiedliche Effekte erzielt werden können. Deshalb ist
vor der Therapie eine genaue Untersuchung und Festlegung der für
den jeweiligen Fall günstigsten Variante erforderlich.
Die maximalen Leistungen, mit denen gearbeitet wird, betragen bei Kurzwellen-Therapiegeräten
etwa 500 W, bei Dezimeterwellen-Therapiegeräten und Mikrowellen-Therapiegeräten
bis zu 200 W.
Hyperthermie
Mit speziellen Anordnungen kann durch Kurzwellen auch der gesamte Körper
erwärmt und so ein künstliches Fieber hervorgerufen werden.
Dazu nutzt man abgeschlossene Kabinen, aus denen nur der Kopf herausguckt.
Erzeugt werden Körpertemperaturen von 38,5 °C bis 42 °C.
Der Vorteil dieses als Hyperthermie
bezeichneten Verfahrens besteht darin, dass Zeitpunkt, Dauer und Höhe
des Fiebers beliebig gewählt werden können.