In einer Spule
wird eine Spannung induziert, wenn sich das von der Spule umfasste Magnetfeld
ändert.
Das Magnetfeld kann sowohl durch Dauermagnete als auch durch Elektromagnete
erzeugt werden. Die Änderung des Magnetfeldes kann durch Relativbewegung
zwischen Spule und Magnet oder durch Änderung der Stärke des Magnetfeldes
erfolgen (Bild 2).
Der Betrag der
Induktionsspannung
ist davon abhängig, wie schnell und wie stark sich das von der Spule
umfasste Magnetfeld ändert. MICHAEL FARADAYs experimentelle Untersuchungen
haben ergeben, dass gilt:
Die in einer Spule induzierte Spannung ist umso größer
- je stärker sich das von der Spule umfasste Magnetfeld ändert,
- je schneller die Änderung des von der Spule umfassten Magnetfeldes
erfolgt.
Auch der Bau der Spule hat Einfluss auf den Betrag der Induktionsspannung.
Insbesondere hängt die Induktionsspannung in einer Spule von ihrer
Windungszahl und davon ab, ob sie einen Eisenkern besitzt.
Die in einer Spule induzierte Spannung ist umso
größer,
- je größer die Windungszahl und
- die Querschnittsfläche der Spule sind.
Bei einer Spule mit Eisenkern ist die induzierte Spannung größer
als in einer Spule ohne Eisenkern.
Alle diese Erkenntnisse lassen sich zum
Induktionsgesetz
zusammenfassen.
In einer Spule wird eine Spannung induziert,
wenn sich das von ihr umfasste Magnetfeld ändert.
Die Induktionsspannung hängt von der Schnelligkeit
und Stärke dieser Änderung und vom Bau der Spule ab.
Der durch eine Induktionsspannung hervorgerufene Strom wird als
Induktionsstrom
bezeichnet.
Die Richtung des Induktionsstromes ist davon abhängig, in welcher Weise
sich das von der Spule umfasste Magnetfeld ändert.
Genauer sind diese Zusammenhänge im lenzschen Gesetz erfasst.
Das Induktionsgesetz ist die physikalische Grundlage für Bau und Wirkungsweise
von
Transformatoren und
Generatoren.
Auch bei
Zündspulen von
Kraftfahrzeugen, bei der Zündung von Leuchtstofflampen oder bei modernen
Elektroherden (
Induktionsherd) wird
das Induktionsgesetz genutzt.
Das Induktionsgesetz wurde nach intensiven experimentellen
Untersuchungen im Jahre 1831 von dem englischen Naturforscher MICHAEL
FARADAY
(1791-1867) entdeckt. Vorangegangen waren dieser Entdeckung andere wichtige
Schritte. Der dänische Physiker HANS CHRISTIAN
OERSTED
(1777-1851) fand 1820 die magnetische Wirkung des elektrischen Stromes.
Der Franzose ANDRÉ MARIE
AMPÈRE
(1775-1836) entdeckte die Kräfte zwischen den stromdurchflossenen Leitern
und schuf die Grundlagen für den
Elektromotor.
OERSTEDs Entdeckung veranlasste FARADAY zur Umkehrung der Fragestellung,
zur Suche der Erzeugung von elektrischem Strom durch Magnetismus. Mit einfachsten
Versuchsgeräten gelang es ihm, in 10-jähriger Arbeit das Induktionsgesetz
zu finden.