

Leben und Wirken
JAMES WATT wurde am 19. 1. 1736 in Greenrock bei Glasgow als Sohn eines Zimmermannes geboren. Aufgrund seiner schlechten Gesundheit konnte er nur sehr unregelmäßig die Schule besuchen. Er wurde vorwiegend von seiner Mutter unterrichtet. Häufig beschäftigte er sich in der Werkstatt seines Vaters. Die dabei erworbenen Fertigkeiten und sein großes Interesse für technische Dinge kam ihm später zugute.
Mit 18 Jahren begann er eine Lehre bei einem Mechaniker in Glasgow, die
ihn aber nicht befriedigte. Erfolgreicher war eine einjährige Lehrzeit
in London. Dort lernte JAMES WATT, auch sehr komplizierte Geräte
herzustellen und zu warten.
Da er aufgrund der strengen Zunftgesetze in Schottland - es war eine siebenjährige
Lehrzeit nachzuweisen - keine eigene Werkstatt gründen durfte, wurde
er Universitätsmechaniker in Glasgow. Er war dort von 1757-1766 beschäftigt
und fertigte vor allem Instrumente für den Universitätsbedarf,
war aber auch mit der Betreuung einer von THOMAS NEWCOMEN (1663-1729)
erfundenen atmosphärischen Dampfmaschine
betraut.
Danach arbeitete er als Ingenieur mit verschiedenen Eisen- und Metallwerken
zusammen. In Soho bei Birmingham gründeten WATT und der Unternehmer
BOULTEN 1775 die Dampfmaschinenfabrik Boulton & Watt, aus der sich
WATT 1800 zurückzog. JAMES WATT starb 1819 in Heathfield bei Birmingham.
Seine wissenschaftlichen Leistungen
Seit etwa 1762 beschäftigte sich JAMES WATT mit der Dampfkraft.
Besonders angeregt wurde er dadurch, dass er 1764 eine von dem englischen
Techniker THOMAS NEWCOMEN konstruierte atmosphärische Dampfmaschine
zur Reparatur und Betreuung erhielt. NEWCOMEN gilt der Erfinder der Dampfmaschine
und konstruierte um 1710 die ersten Maschinen, die aber einen sehr niedrigen
Wirkungsgrad hatten.
Überlegungen über den Wirkungsgrad und mögliche Verbesserung
dieser Maschine führten WATT 1769 zur Erfindung einer verbesserten
Dampfmaschine.
Die erste von ihm eingeführte Konstruktionsänderung bestand
darin, dass der Wasserdampf außerhalb des Arbeitszylinders in einem
Kondensator abgekühlt
wurde. Damit entfiel die abwechselnde Kühlung und Erhitzung des Dampfes
im Zylinder.
Als Zweites benutzte er anstelle des atmosphärischen Druckes Dampf,
um eine Druckkraft auf den Zylinderkolben auszuüben. WATT ließ
den Dampf abwechselnd auf beide Seiten des Kolbens wirken. Das führte
zu einem wesentlich gleichmäßigerem Lauf der Maschine. 1776
kam die erste wattsche Maschine als Gebläseantrieb in der Wilkinson-Eisenhütte
zum Einsatz. 1781 erhielt er ein Patent auf eine rotierende Maschine,
1788 erfand er den Zentrifugalregulator.
Alle diese technischen Entwicklungen führten zu einer Dampfmaschine mit wesentlich höherem Wirkungsgrad und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Der neue Maschinentyp wurde zunehmend eingesetzt und verdrängte schnell die Dampfmaschinen älterer Bauart. Der verstärkte Einsatz von Dampfmaschinen hatte wesentlichen Anteil an der einsetzenden industriellen Revolution, die in England ihren Ausgangspunkt hatte.
JAMES WATT präzisierte den physikalischen Begriff Arbeit und führte die Pferdestärke als Einheit der Leistung ein. Heute wird die Leistung ihm zu Ehren in der Einheit Watt gemessen.
Die große Bedeutung von JAMES WATT besteht vor allem in der Entwicklung
einer leistungsfähigen Dampfmaschine, die bis ins
20. Jahrhundert fast unverändert genutzt wurde. Als er am 19. 8.
1819 starb, hatte das von dem englischen Ingenieur FULTON entwickelte
Dampfschiff mit Dampfmaschinenantrieb
bereits die Fluten des Hudson passiert (1807) und STEPHENSON hatte seine
erste von einer Dampfmaschine angetriebene Lokomotive
fahren lassen (1814).
Außerdem hat JAMES WATT die wissenschaftliche Untersuchung von Wärmekraftmaschinen
angeregt und damit einen wichtigen Anstoß zur Herausbildung einer
modernen Thermodynamik gegeben.
Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde JAMES WATT zum Mitglied der Royal Society berufen . Darüber hinaus erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Glasgow.