Eine moderne Form des Lackierens großer Metallteile ist das galvanische Auftragen von Farbe. Man bezeichnet dieses Verfahren auch als Elektrotauchlackierung (Bild1). Es ähnelt dem Galvanisieren und wird vor allem in der Autoindustrie zum Lackieren von Autoteilen (Karosserien) genutzt.
Physikalische Grundlagen
Bringt man in eine leitende Flüssigkeit zwei Elektroden und legt
an sie eine Spannung, so bildet sich in der Flüssigkeit ein elektrisches
Feld aus. Unter dem Einfluss dieses elektrischen Feldes bewegen sich die
Ionen der leitenden Flüssigkeit als Anionen
(negative Ionen, die zur Anode wandern) oder als Kationen
(positiv geladene Ionen, die zur Katode wandern) zu einer der beiden Elektroden
und lagern sich dort ab. Es bildet sich ein Überzug, dessen Dicke
im Wesentlichen von der Stromstärke und der Zeit abhängt.
Realisierung des Lackierens
In eine große Wanne wird wasserlösliche Lackfarbe gebracht.
Man bezeichnet sie mitunter auch als Wasserfarbe.
Bei der Verdünnung der Farbe durch Wasser bilden sich Ionen. Die
Lackteilchen tragen eine negative Ladung.
Zwischen der eingetauchten Karosserie
und der Wanne wird nun eine Spannung so angelegt, dass der positive Pol
der Spannungsquelle an der Karosserie liegt. Die Karosserie bildet damit
die Anode. Unter dem Einfluss des elektrischen Feldes bewegen sich die
negativ geladenen Lackteilchen (Anionen) in Richtung Anode (Karosserie)
und lagern sich dort ab. Es bildet sich ein gleichmäßiger Überzug
mit einer Schichtdicke von
bis zu 60 Mikrometern.
Der Vorteil dieses Verfahrens besteht vor allem darin, dass eine relativ
gleichmäßige Schichtdicke auch an unzugänglichen Stellen
erreicht wird und wasserlösliche Farbe genutzt werden kann.