





Erzeugung von Laserlicht
Die Quelle für Laserlicht oder Laserstrahlung ist eine Anordnung, die als Laser bezeichnet wird. Abgeleitet ist diese Bezeichnung vom englischen light amplification by stimulated emission of radiation (Lichtaussendung durch induzierte Emission von Strahlung). Die ersten Laser wurden 1958 gebaut. Die physikalischen Grundlagen dafür schufen der Amerikaner CHARLES T. TOWNES (*1915) sowie die Russen NIKOLAI G. BASOW (1922-2001) und ALEXANDER M. PROCHOROW (1916-2002) in den fünfziger Jahren. Sie erhielten dafür 1964 den Nobelpreis für Physik.
Die Spezifik der Laserstrahlung ergibt sich aus Vorgängen in der Atomhülle: Werden Atome eines Stoffes durch Energiezufuhr angeregt, so erreichen die Außenelektronen ein höheres Energieniveau. Dort verbleiben sie aber nicht, sondern kehren unter Energieabgabe nach einer sehr kurzen Zeit (nach ca. zehn Milliardstel Sekunden) von allein wieder in den Grundzustand zurück (Bild 2a). Die Energie wird in Form von Licht abgegeben. Dieser Vorgang geht z. B. in den Atomen des Glühfadens einer Glühlampe ständig vor sich. Er wird als spontane Emission bezeichnet.
Bei Atomen mit mehreren Elektronen gibt es aber auch
angeregte Zustände, die über längere Zeit bestehen können.
Nach der Anregung auf ein Niveau
fallen die Elektronen ohne Abgabe von Strahlung auf ein Energieniveau
, auf dem sie
zunächst verbleiben (Bild 2b). Trifft auf ein solches angeregtes
Atom Licht, das von einem gleichartig angeregten Atom stammt, so geht
auch dieses angeregte Atom wieder in den Grundzustand über. Da diese
Emission durch Anregung von außen erfolgt, wird sie als induzierte
Emission bezeichnet.
Den prinzipiellen Aufbau eines Lasers zeigt Bild 3.
Durch eine Energiequelle
werden die Atome im Energiespeicher
in einen angeregten Zustand versetzt. Geeignetes Licht ruft die induzierte
Emission hervor. Durch die Spiegel läuft das Licht hin und her und
verstärkt die induzierte Emission. Durch den halbdurchlässigen
Spiegel verlässt ständig ein Teil des Lichtes den Laser als
Laserstrahlung.
Heute gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Laser, z. B. Festkörper-Laser,
Gas-Laser, Halbleiter-Laser, Farbstoff-Laser, Röntgen-Laser, Flüssigkeits-Laser).
Eigenschaften von Laserlicht
Laserlicht ist ebenso wie das übrige Licht von seinem physikalischen Charakter her eine elektromagnetische Welle. Es kann im sichtbaren Bereich, aber auch im Bereich infraroter, ultravioletter oder anderer Strahlung liegen. Wie anderes Licht breitet es sich in einem Stoff geradlinig und mit Lichtgeschwindigkeit aus. Es kann reflektiert und gebrochen werden. An schmalen Hindernissen (Spalte, Gitter) tritt Beugung und Interferenz auf. Laserlicht unterscheidet sich aber in einigen Eigenschaften vom natürlichen Licht, wie es z. B. von der Sonne ausgeht:
Aus diesen speziellen Eigenschaften ergeben sich die
vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten für Laserlicht.
Anwendungen von Laserlicht
Nachfolgend werden einige typische Anwendungen von Laserlicht dargestellt.
Ein Bereich der Anwendung von Lasern ist die Materialbearbeitung. Durch die hohe Energiedichte in einem dünnen oder einem fokussierten
Laserstrahl kann er zum Schweißen, Schneiden oder Bohren auch von
solchen Materialien genutzt werden, die einen sehr hohen Schmelzpunkt
haben. Da sich Laserlicht sehr gut bündeln lässt, ist es auch
möglich, mit seiner Hilfe sehr feine Strukturen zu erzeugen. Bild 4
zeigt dafür ein Beispiel.
In der Technik
wird diese Möglichkeit der Erzeugung feinster Strukturen z. B.
genutzt, um sehr feine Düsen für die Produktion von Textilfasern
herzustellen. Auch Oberflächen können außerordentlich
exakt bearbeitet werden. Das wird beispielsweise bei der Herstellung von
Hülsen zur Prägung von Kunstleder genutzt (Bild 5). Die
Oberfläche einer solche Hülse erhält mithilfe eines Lasers
eine bestimmte Strukturierung. Diese wird dann auf das Kunstleder geprägt.
In der Medizin
werden Laserstrahlen vor allem in der Augenheilkunde (Bild 6) und
in der Chirurgie genutzt. So wird beispielsweise Laserstrahlung in der
Augenheilkunde dazu verwendet, eine beginnende Netzhautablösung zu
behandeln. Dazu werden kleinste Bereiche der Netzhaut mit gebündeltem
Laserlicht bestrahlt und die Gewebeschichten dadurch regelrecht "verschweißt".
In der Chirurgie kann zum Durchtrennen von Gewebe statt eines Skalpells
ein Laser-Skalpell genutzt werden. Der Vorteil besteht vor allem darin,
dass aufgrund der hohen Temperaturen im Bereich des Laserstrahls kleine
Blutgefäße, die man durchtrennt, sofort "verschweißt"
werden, die Blutungen also geringer sind als bei Verwendung eines herkömmlichen
Skalpells.
Da Laserlicht nahezu paralleles Licht ist, eignet es sich gut für Vermessungsaufgaben, insbesondere für Längenmessungen und für Entfernungsmessungen. So wurden z. B. im Rahmen des US-amerikanischen Apollo-Projektes auf dem Mond Spiegel installiert (Bild 7). Von der Erdoberfläche aus wurden dann in Richtung Mond Laserimpulse geschickt und die Laufzeit dieser Laserimpulse gemessen. Aus der Laufzeit konnte sehr genau die Entfernung Erde-Mond berechnet werden.
Laserlicht spielt auch bei Computern und CD-Playern
eine wichtige Rolle: Die berührungslose Abtastung von CDs oder DVDs
erfolgt mithilfe von fein gebündeltem Laserlicht. Auch zum Brennen
von CDs wird Laserlicht genutzt.