





Tiefdruckgebiete und Hochdruckgebiete
Der Luftdruck hat am Erdboden
einen Normalwert von 1013,25 hPa. In Abhängigkeit von der Wetterlage
kann dieser Luftdruck aber zwischen etwa 970 hPa und 1030 hPa schwanken.
Gebiete mit niedrigem Luftdruck werden als Tiefdruckgebiete
oder Tiefs, solche mit hohem Luftdruck
als Hochdruckgebiete
oder Hochs bezeichnet.
Diese Gebiete verschiedenen Luftdrucks kommen durch die unterschiedliche
Erwärmung von Festland und Meer und die damit verbundenen Luftströmungen
zustande. Dabei spielen sowohl globale als auch regionale Vorgänge
eine Rolle. Die Lage von Tiefdruck- und Hochdruckgebieten ändert
sich ständig. Damit entstehen unterschiedliche Wetterlagen und verschiedene
Windrichtungen. Luft strömt dabei am Boden immer von Gebieten hohen
Luftdrucks in Bereiche niedrigen Luftdrucks, vom Hoch zum Tief (Bild 2).
Tiefdruckgebiete und Hochdruckgebiete werden bei uns mit weiblichen oder
männlichen Vornamen benannt, wobei es früher üblich war,
dass Tiefs stets männliche und Hochs stets weibliche Vornamen erhielten.
Im Tiefdruckgebiet steigt die Luft, die vom Hochdruckgebiet abgeflossen
ist, sich erwärmt hat und an der Erdoberfläche Feuchtigkeit
aufgenommen hat, nach oben (Bild 2). Es kommt dabei zur Abkühlung
der Luft, zu Wolkenbildung und häufig zu Niederschlag. Tiefdruckgebiete
sind daher meist mit schlechtem Wetter verbunden.
Im Hochdruckgebiet dagegen fließt die Luft nach unten ab. Das ist
verbunden mit Temperaturzunahme und Wolkenauflösung. Im Bereich von
Hochdruckgebieten herrscht meist schönes Wetter.
Wind und Wetter
Die Windgeschwindigkeit
hängt von den Druckunterschieden ab und kann bei Sturm mehr als 100
km/h erreichen. Die höchste in Deutschland gemessene Windgeschwindigkeit
wurde 1984 auf dem Brocken im Harz mit 263 km/h registriert. Statt der
Windgeschwindigkeit wird häufig die Windstärke angegeben, meist
in der 12-stufigen Skala nach BEAUFORT, einem englischen Admiral, der
1806 eine solche Skala aufstellte. Bild 3 zeigt diese Skala und die charakteristischen
Auswirkungen der einzelnen Windstärken. Grob unterscheiden kann man
zwischen Windstille, einer
Brise in verschiedenen Ausprägungsgraden,
Wind, Sturm
und Orkan. Von Orkan spricht man
nur dann, wenn die Windgeschwindigkeit über 117 km/h liegt. Sturm
und Orkan können mit erheblichen Schäden verbunden sein.
In anderen Regionen der Welt verwendet man im Zusammenhang mit starken
Winden die Begriffe Hurrikan, Tornado oder Taifun.
Unter einem Hurrikan versteht
man einen Wirbelsturm über den westindischen Gewässern und dem
angrenzenden Festland.
Ein Tornado ist ein Wirbelsturm
im südlichen Nordamerika, der als tropischer Orkan über dem
Meer entsteht, in Richtung Land zieht und oft in einem eng begrenzten
Bereich aufgrund der hohen Windgeschwindigkeit verheerende Zerstörungen
anrichtet. Auch in Mitteleuropa können unter speziellen Bedingungen
eng begrenzte Luftwirbel mit hohen Windgeschwindigkeiten entstehen. Sie
werden meist als Lufthosen bezeichnet.
Ein Taifun ist ein tropischer Wirbelsturm in Ostasien (China, Japan).
Aufwinde und Abwinde
An Berghängen treten häufig Aufwinde
auf (Bild 4). Sie werden von Vögeln, Segelfliegern und Gleitschirmfliegern
genutzt. Die Ursache für diese Aufwinde ist die Sonnenstrahlung:
Durch die Strahlung der Sonne wird die Luft erwärmt und steigt nach
oben. Analog kann es auch zu Abwinden
kommen. Dabei strömt die Luft aufgrund der Temperaturunterschiede
nach unten.
Eine typische Erscheinung im Alpenvorland ist der Föhn
(Bild 5). Er kommt folgendermaßen zustande: Die einen Berg anströmende
Luft steigt nach oben und kühlt sich dabei um etwa 1 °C je 100
m Höhenunterschied ab. Diese Abkühlung verringert sich auf etwa
0,5 °C je 100 m, wenn Wasserdampf kondensiert, weil dabei Kondensationswärme
frei wird. Beim Absinken erwärmt sich die Luft ebenfalls um etwa
1 °C je 100 m Höhenunterschied. Damit kann die Luft mehr Wasserdampf
aufnehmen, die Wolken lösen sich auf. Darüber hinaus wird im
Tal eine höhere Temperatur erreicht als im Bereich der anströmenden
Luft (Bild 5).
Wolken und Niederschlag
Wenn Wasserdampf in der Atmosphäre kondensiert, bilden sich Wolken.
Je nach den Bedingungen können sie sehr unterschiedlich aufgebaut
sein. Die aus ihnen fallenden Niederschläge
können Regen, Schnee oder Hagel sein.
Der meiste Niederschlag fällt bei uns als Regen. Er kommt folgendermaßen zustande: Kondensierter Wasserdampf bildet zunächst kleinste Tröpfchen, an die sich immer mehr Wasser anlagern kann. Werden diese Tröpfchen in der Wolke groß und schwer genug, so fallen sie als Regentropfen zur Erde. Der Tropfendurchmesser beträgt meist 0,6 mm bis 6 mm, die Fallgeschwindigkeit am Erdboden 1 m/s bis maximal 8 m/s.
Schnee entsteht in der Luft durch Gefrieren von Wassertropfen bei Temperaturen von -12 °C bis -16 °C. Es bilden sich Schneekristalle, die sich nahe dem Nullpunkt zu Schneeflocken verbinden. Ergiebige Schneefälle treten vor allem bei Temperaturen um 0 °C auf.
Eine besondere Form des Niederschlags ist Hagel,
der vor allem im Zusammenhang mit Gewittern auftritt. Durch die starken
Winde in Gewitterwolken kann sich an Eiskörnchen immer mehr Wasser
anlagern und gefrieren. Sind diese Eiskörner schwer genug, so fallen
sie als Hagelkörner meist auf einen eng begrenzten Raum zur Erde.
Ihre Größe kann sehr unterschiedlich sein und von 1 mm Durchmesser
bis zu Taubeneigröße reichen. Durch Hagel kann erheblicher
Schaden angerichtet werden.
Wettervorhersagen
Wettervorhersagen werden
von Menschen seit Jahrtausenden durchgeführt. Erfahrungen wurden
in so genannten Bauernregeln
zusammengefasst. Genauere Beobachtungen und regelmäßige Messungen
von Temperatur und Druck gibt es aber erst seit etwa 150 Jahren.
In der Bundesrepublik Deutschland erfolgt die Registrierung des Wetters und Wettervorhersagen vor allem durch den Deutschen Wetterdienst, aber auch durch private Einrichtungen. Diese Dienste verfügen über ein Netz von Wetterstationen (Bild 7) und erhalten auch ständig Informationen von Wettersatelliten (Bild 1). Alle diese ständigen Messungen und Beobachtungen werden genutzt, um kurz- und mittelfristige Wettervorhersagen zu machen.
Weltweit sammeln zahlreiche feste Beobachtungsstationen, Stationen auf Schiffen und Bohrinseln, auf den Meeren schwimmende automatische Wetterstationen, Wetterballons, Wetterradar und Wettersatelliten täglich Millionen Wetterdaten, die elektronisch verarbeitet werden.
Wie genau die Wettervorhersagen sind, hängt von den verwendeten
Modellen ab.
Das globale Modell spannt
ein Gitter von 200 km Maschenweite über den Globus. Es ermöglicht
Prognosen bis zu sieben Tagen.
Das Europamodell verwendet
55 km auseinanderliegende Gitterpunkte und erfasst Europa, den Mittelmeerraum,
Nordafrika und den Nordatlantik. Es liefert Wettervorhersagen für
drei Tage.
Das Deutschlandmodell
beschränkt sich auf Deutschland und seine Nachbarländer. Es
besitzt eine räumliche Auflösung von 14 km und seine Vorhersagen
reichen bis zu 48 Stunden in die Zukunft.
Trotz des riesigen Aufwandes von Millionen Daten täglich haben Vorhersagen
für den nächsten Tag nur eine Trefferquote von 85 % bis 90 %.
Bei einer Wettervorhersage für fünf Tage sinkt diese schon auf
65 %. Das Wetter für die nächsten 14 Tage ist praktisch nicht
vorhersagbar. Die Ursachen dafür liegen darin, dass Wetter ein chaotischer
Prozess ist. Minimale Änderungen in den Anfangsbedingungen können
zu völlig unterschiedlichen Wetterentwicklungen führen. Der
amerikanische Meteorologe E. N. LORENZ, der dies 1963 feststellte, beschrieb
diesen chaotischen Prozess mit folgendem Bild:
"Der Flügelschlag eines Schmetterlings in
Brasilien könnte einen Tornado in Texas verursachen."