


Physikalische Grundlagen
Licht breitet sich in einem Stoff konstanter Temperatur oder konstanter
Dichte geradlinig aus. Das gilt auch für die Luft. Ändert sich
jedoch die Temperatur und damit die Dichte, so ändert sich auch die
Lichtgeschwindigkeit
in Luft. Luft unterschiedlicher Dichte hat damit auch eine unterschiedliche
optische Dichte. Allgemein
gilt:
Je höher bei bestimmtem Druck die Lufttemperatur ist, desto kleiner ist die Dichte und desto größer ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht.
Dieser Effekt ist meist sehr klein und vernachlässigbar. Er spielt
dann eine Rolle, wenn die Dichteunterschiede relativ groß sind,
z.B. an der Grenzfläche
zwischen einer Schicht aus Kaltluft
und aus Warmluft (Bild 2). Das
Licht kann dann regelrecht umgelenkt werden. Man hat den Eindruck, dass
es scheinbar an der Grenzschicht total reflektiert wird. Deshalb spricht
man auch vereinfacht von der Spiegelung
des Lichts an einer Grenzschicht zwischen kalter und warmer Luft.
Für die optische Wahrnehmung ist auch noch wichtig: Man sieht ein
Objekt immer an der Stelle, von der das Licht herzukommen scheint.
Spiegelungen nach unten
Spiegelungen nach unten treten besonders häufig in Wüsten auf.
Sie lassen sich bei uns aber auch über Asphaltstraßen beobachten
(Bilder 1 und 3), wenn man unter einem kleinen Winkel auf die Straße
blickt.
Die heiße Luftschicht, die sich über einer Sandschicht in der
Wüste oder über einer Asphaltstraße bei starker Sonneneinstrahlung
bildet, wirkt wie ein Spiegel. Wird nicht irgend ein bestimmtes Objekt,
sondern der Himmel gespiegelt, so kann das Vorhandensein einer ausgedehnten
Wasserfläche vorgetäuscht werden. Eine solche Erscheinung wird
auch als Fata Morgana bezeichnet.
Unter speziellen Bedingungen können Objekte auch mehrfach gespiegelt
werden. Das kann man manchmal über dem Wattenmeer bei Ebbe beobachten,
wenn eine sehr dünne Wasserschicht durch die Sonneneinstrahlung erwärmt
wird und ihrerseits die darüber liegende Luftschicht erwärmt.