Bringt man einen geschlossenen ferromagnetischen Hohlkörper in ein Magnetfeld, dann kann man dieses Magnetfeld innerhalb des Hohlraumes nicht mehr oder kaum noch nachweisen. Der ferromagnetische Stoff schirmt das äußere Magnetfeld nahezu vollständig ab. Diesen Effekt bezeichnet man als magnetische Abschirmung.
Die magnetische Abschirmung beruht auf der hohen Permeabilität der
ferromagnetischen Stoffe. Magnetische Feldlinien liegen in ferromagnetischen
Stoffen besonders dicht beieinander, die Feldlinien
verlassen einen geschlossenen Ring aus diesen Stoffen nicht, was man zum
Beispiel zur Konstruktion von Ringspulen
nutzt.
Im umgekehrten Fall treten die Feldlinien eines äußeren Magnetfeldes
leicht in Körper aus ferromagnetischen Stoffen ein und laufen dann
innerhalb dieser Körper bis zum Austritt weiter. Sofern das betreffende
Objekt ringförmig oder hohl ist, gelangen keine magnetische Feldlinien
in das Innere eines solchen ferromagnetischen Körpers.
Besonders geeignet sind zur magnetischen Abschirmung weichmagnetische
Stoffe, also Stoffe, die sich leicht magnetisieren und entmagnetisieren
lassen. Das gilt insbesonders für Weicheisen.
Die magnetische Abschirmung wird technisch genutzt, um das stets vorhandene
Erdmagnetfeld beispielsweise
von hochempfindlichen Versuchsanordnungen fern zu halten, damit Messfehler
bei der Bestimmung magnetischer Feldstärken ausgeschlossen sind.
Negativ wirkt sich die magnetische Abschirmung hingegen dort aus, wo man
mithilfe eines Kompasses die
Nordrichtung bestimmen möchte. Als im vorigen Jahrhundert die hölzernen
Segelschiffe zunehmend durch Dampfschiffe aus Eisen abgelöst wurden,
verlor der Schiffkompass mit Magnetnadel
seine angestammte Bedeutung und musste in der Folgezeit durch die aufwendig
konstruierten mechanischen Kreiselkompasse ersetzt werden.