




Aufbau eines Mikroskops
Bild 2 zeigt den grundsätzlichen Aufbau eines Mikroskops. Das Mikroskop
besitzt zwei Linsensysteme: das den Gegenständen (Objekten) zugewandte
Objektiv und das dem Auge zugewandte
Okular. Beide Systeme wirken wie
Sammellinsen. Häufig sind mehrere Objektive verschiedener Brennweite
vorhanden, die eine unterschiedliche Vergrößerung ermöglichen.
Der Abstand zwischen Objektiv und Okular wird durch die Länge des
Tubus bestimmt. Der Tubus ist nichts
weiter als ein lichtundurchlässiges Rohr.
Das Objekt befindet sich auf dem Objekttisch
und wird von unten beleuchtet. Das kann durch eine eingebaute Lampe oder
durch Tageslicht erfolgen, das durch einen Spiegel in Richtung Objekt
reflektiert wird.
Um ein scharfes Bild zu erhalten, kann die Entfernung Objektiv - Objekt
mithilfe eines Triebrades verändert
werden.
Wirkungsweise eines Mikroskops
Die Wirkungsweise eines Mikroskops kann man aus dem Strahlenverlauf erkennen
(Bild 3): Mit dem Objektiv, das dem Gegenstand zugewandt ist, wird ein
vergrößertes, umgekehrtes, seitenvertauschtes und reelles (wirkliches)
Zwischenbild des Gegenstandes
erzeugt. Damit das der Fall ist, muss sich der Gegenstand zwischen der
einfachen und der doppelten Brennweite des wie eine Sammellinse wirkenden
Objektivs befinden.
Dieses Zwischenbild wird durch das Okular hindurch betrachtet. Da es sich
innerhalb der einfachen Brennweite des Okulars befindet, wirkt das Okular
wie eine Lupe. Es entsteht also von
dem Zwischenbild ein wiederum vergrößertes, aufrechtes, seitenrichtiges
und virtuelles (scheinbares) Bild des Gegenstandes. Dieses Bild kann mit
den Augen betrachtet und auch fotografiert werden. Es ist ein vergrößertes,
umgekehrtes, seitenvertauschtes und virtuelles Bild des Gegenstandes.
Vergrößerung beim Mikroskop
Durch die Vergrößerung
des Gegenstandes in zwei Stufen kann mit einem Mikroskop eine sehr starke
Gesamtvergrößerung
erreicht werden. Hat z.B. das Objektiv eine 40fache Vergrößerung
und das Okular eine 8fache Vergrößerung, so ergibt sich als
Gesamtvergrößerung:
40 x 8 = 320
Allgemein kann man die Gesamtvergrößerung eines Mikroskops mit folgender Gleichung berechnen:

Bei einem Lichtmikroskop wird mit Vergrößerungen von bis zu etwa 1000 gearbeitet. Sind höhere Vergrößerungen notwendig, so nutzt man meist Elektronenmikroskope.
Regeln für die Handhabung eines
Mikroskops
Beim Arbeiten mit einem Mikroskop sollte man die folgenden Regeln beachten,
die zugleich eine zweckmäßige Schrittfolge darstellen:
1. Lege zunächst den Objektträger mit dem zu untersuchenden Objekt so auf den Objekttisch, dass das Objekt über der Öffnung liegt! Klemme den Objektträger fest!
2. Um dir einen Überblick über das zu untersuchende Objekt zu verschaffen, stelle mit dem Objektivrevolver die kleinste Vergrößerung ein!
3. Bewege durch Drehen des Triebrades das Objektiv bis in die Nähe des Objektes. Kontrolliere dabei von der Seite, damit das Objektiv das Objekt nicht berührt, sonst können Objektiv und Objekt beschädigt werden!
4. Schaue durch das Okular und stelle das Objekt scharf ein, indem du durch Drehen des Triebrades den Abstand Objekt - Objektiv langsam vergrößerst!
5. Reguliere, wenn notwendig, die Helligkeit mithilfe der Blende oder des Spiegels!
6. Verschiebe nun den Objektträger mit dem Objekt solange auf dem Objekttisch, bis du eine Stelle des Objektes gefunden hast, die günstig betrachtet werden kann!
7. Betrachte das Objekt genau! Fertige eine Übersichtsskizze an!
8. Wähle eine stärkere Vergrößerung und betrachte
das Objekt erneut! Ergänze die Skizze und beschrifte sie!
Elektronenmikroskope
Die Auflösung eines Lichtmikroskops ist durch die Wellenlänge
des Lichtes begrenzt. Um höhere Auflösungen und damit stärkere
Vergrößerungen zu erzielen, wurden in den dreißiger Jahren
des 20. Jahrhunderts Elektronenmikroskope
entwickelt. Sie arbeiten mit Elektronenstrahlen und ermöglichen Vergrößerungen
bis 500.000. Bild 5 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines solchen Mikroskops.
Die Ablenkung des Elektronenstrahls erfolgt nicht mit Linsen, sondern
mithilfe magnetischer bzw. elektrischer Felder.
Die Entwicklung solcher Elektronenmikroskope ist inzwischen so weit fortgeschritten,
dass man mit ihnen auch einzelne atomare Strukturen abbilden kann. Bild
6 zeigt ein Beispiel dafür: Zu sehen ist die elektronenmikroskopische
Aufnahme eines Kristalls von Bariumtitanat (BaTiO3). Jeder helle Punkt ist ein Atom bzw. eine Atomsäule. Der angegebene Maßstab
ist 0,5 Nanometer (0,5 nm). Ein Nanometer ist der milliardste Teil eines Meters.