

Was ist Licht?
Licht ist eine sehr komplizierte Erscheinung, die mit unterschiedlichen
Modellen beschrieben wird.
Ein Modell ist ein vom Menschen
geschaffenes Ersatzobjekt für ein komplizierteres Original. Es stimmt
in einigen Merkmalen oder Eigenschaften mit dem Original überein
und ist nur innerhalb bestimmter Grenzen gültig und sinnvoll anwendbar.
Da ein Modell jeweils nur einige Merkmale oder Eigenschaften eines Originals widerspiegelt, können für ein und dasselbe Original - hier also für Licht - zur Beschreibung, Erklärung und Voraussage mehrere Modelle geschaffen und genutzt werden. Das sind für das Licht die drei Modelle
Modell Lichtstrahl
Ein Lichtstrahl beschreibt den Weg
des Lichtes (Bild 1). Dieses Modell eignet sich gut dazu, folgende
Erscheinungen zu beschreiben:
Der Teilbereich der Optik, in dem man mit dem Modell
Lichtstrahl arbeitet, wird als Strahlenoptik
bezeichnet.
Lichtstrahlen sagen nichts über den Charakter des Lichtes aus. Deshalb
ist das Modell Lichtstrahl auch nicht geeignet, Erscheinungen zu erklären.
Insbesondere ist es nicht anwendbar bei allen Erscheinungen, die mit dem
Wellencharakter des Lichtes zusammenhängen, z.B. bei der Beugung
oder bei der Interferenz.
Modell Lichtwelle
An schmalen Spalten oder kleinen Hindernissen wird Licht gebeugt. Hinter
Gittern kann man Interferenzerscheinungen beobachten. Das sind wellentypische
Erscheinungen. Licht hat die Eigenschaften von Wellen und kann demzufolge
auch mit dem Modell Lichtwelle
beschrieben werden.
Genauere Untersuchungen zeigen, dass es sich bei Licht vom physikalischen
Charakter her um elektromagnetische
Wellen handelt, bei denen sich zeitlich periodisch die Stärke
des elektrischen und magnetischen Feldes ändert. Da die Schwingungsrichtung
senkrecht auf der Ausbreitungsrichtung steht, liegen Transversalwellen
(Querwellen) vor.
Mit dem Modell Lichtwelle kann man die Ausbreitung von Licht (Bild 2)
sowie auch die Reflexion oder die Brechung von Licht nicht nur beschreiben,
sondern auch erklären, wenn man das huygenssche
Prinzip einbezieht.
Darüber hinaus kann man mit diesem Modell solche wellentypischen
Erscheinungen beschreiben und erklären wie
Der Teilbereich der Optik, in dem man mit dem Modell Lichtwelle arbeitet,
wird als Wellenoptik bezeichnet.
Nicht geeignet ist dass Modell Lichtwelle z.B. zur Erklärung der
Erscheinung, dass Licht in der Lage ist, aus der Oberfläche von Metallen
Elektronen herauszulösen (äußerer Fotoeffekt oder äußerer
lichtelektrischer Effekt).
Das Modell Lichtquant
Um 1905 entwickelte der berühmte deutsche Physiker ALBERT EINSTEIN
(1879-1955) eine Vorstellung vom Charakter des Lichtes, die man heute
als Modell Lichtquant
oder als Photonenmodell
bezeichnet. Nach diesem Modell besteht Licht aus nicht weiter zerlegbaren
Energieportionen (Photonen), die sich einerseits wie Teilchen verhalten
und denen andererseits auch eine Frequenz und eine Wellenlänge zugeordnet
werden kann.
In diesem Modell kann z.B. das von der Sonne kommende Licht gedeutet werden als ein ständiger riesiger Strom einer Vielzahl von Photonen (Bild 3). Mit diesem Modell ist es möglich, auch den äußeren Fotoeffekt zu erklären. Der Teilbereich der Optik, in dem man mit dem Modell Lichtquant arbeitet, wird als Quantenoptik bezeichnet.