
OLAF RÖMER lebte in einer Zeit, in der sich die einzelnen Naturwissenschaften zu entwickeln begannen. JOHANNES KEPLER (1571-1630) und GALILEO GALILEI (1564-1642) hatten grundlegende Gesetze der Astronomie und der Physik entdeckt. Zeitgenossen von RÖMER waren u. a. EVANGELISTA TORRICELLI (1608-1647), OTTO VON GUERICKE (1602-1686), ISAAC NEWTON (1643-1727) und ROBERT BOYLE (1627-1691).
Leben und Wirken
OLAF RÖMER, auch OLE oder OLAUS RÖMER genannt, wurde am 25.
September 1644 im dänischen Arhus geboren. Er studierte ab 1662 an
der Universität Kopenhagen Mathematik und Astronomie und war anschließend
als Astronom tätig.
1672 wurde er zum Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften berufen
und war von 1672 bis 1681 als Astronom am Pariser Observatorium tätig.
Dort arbeitete er u. a. mit dem berühmten italienischen Astronomen
G. D. CASSINI (1625-1712) zusammen.
1681 wurde RÖMER Leiter der Sternwarte in Kopenhagen. Er war aber
nicht nur wissenschaftlich tätig, sondern wurde auch Bürgermeister
und Vorsitzender des sogenannten Parlamentarischen Rates von Kopenhagen.
Bis zum Ende seines Lebens war RÖMER in Kopenhagen tätig. Er
starb dort am 19. September 1710.
Wissenschaftliche Leistungen
OLAF RÖMER ist vor allem durch seine Tätigkeit in zwei Bereichen
berühmt geworden.
Zum Ersten war er ein einfallsreicher Instrumentenbauer.
In einer Zeit, in der Wissenschaftler ihre Instrumente meist selbst entwickelten
und auch bauten, schuf er zahlreiche Instrumente für astronomische
Beobachtungen, darunter ein in Meridianrichtung höhenverstellbares
Fernrohr, mit dem man die Meridiandurchgänge der Gestirne exakt beobachten
konnte.
Zum Zweiten bestimmte RÖMER um 1675 nach mehrjährigen Beobachtungen
der Verfinsterungen von Jupitermonden als Erster die Lichtgeschwindigkeit.
Das Prinzip ist in Bild 2 dargestellt. Bei den Ein- und Austritten des
Jupitermondes Io in bzw. aus dem Schatten des Jupiters stellte er zeitliche
Unterschiede fest. Befindet sich die Erde näher an Jupiter (Stellung
A), so tritt die Verfinsterung des Jupitermondes früher ein, als
wenn sich die Erde weit weg von Jupiter (Stellung B) befindet.
RÖMER deutete das mit dem längeren Weg, den das Licht bei Stellung
B zurücklegen muss. Aus seinen Beobachtungen ermittelte RÖMER
eine Lichtgeschwindigkeit von etwa 220 000 km/s. In der Literatur findet
man teilweise auch etwas andere Zahlenwerte.
Welchen Wert RÖMER tatsächlich ermittelt hatte, ist nicht mehr feststellbar, da 1728 fast alle seine Protokolle verbrannten. Auf jeden Fall war RÖMER der Erste, der die Größenordnung der Lichtgeschwindigkeit richtig bestimmt hat und der dem tatsächlichen Wert von 299 792,458 km/s relativ nahe kam.