


Ozon - ein reaktionsfreudiges Gas
Ozon ist ein stechend riechendes,
reaktionsfreudiges Gas mit der chemischen Formel
.
Die Bezeichnung Ozon ist vom griechischen
ozein (= riechen) abgeleitet. Sie wurde 1840 von dem Chemiker CHRISTIAN
SCHÖNBEIN eingeführt. Ozon ist in geringen Mengen - weniger
als 0,01 Prozent - Bestandteil der Atmosphäre,
wobei es zwei Bereiche der Atmosphäre mit merklicher Ozonkonzentration
gibt:
Eine Schicht befindet sich in Erdbodennähe. Ozon entsteht dort, wenn Sonnenlicht auf Luftschadstoffe (Stickoxide, Kohlenwasserstoffe) trifft (Bild 1). Wenn von Ozonalarm, Ozonbelastung oder Sommersmog die Rede ist, meint man immer das Ozon in Erdbodennähe. Ozon entsteht auch durch Hochspannung (bei alten Kopierern und Laserdruckern, bei Experimenten mit Influenzmaschinen) und ist dann durch seinen stechenden Geruch wahrnehmbar.
Eine zweite Schicht befindet
sich in 15-25 km Höhe über der Erdoberfläche. Sie entsteht,
wenn kurzwelliges ultraviolettes Licht auf Sauerstoff trifft (Bild 2a).
Dabei wird die kurzwellige
UV-Strahlung absorbiert. Das gilt vor allem für die UV-Strahlung mit
Wellenlängen von 280-315 nm. Diese UV-Strahlung wird als UV
(B) - Strahlung bezeichnet. Die langwelligere UV- Strahlung, die von
der Ozonschicht weitgehend hindurchgelassen wird, nennt man dagegen UV
(A) - Strahlung. Es ist die Strahlung, die z. B. die Bräunung der
Haut hervorruft.
Das in der Atmosphäre entstehende Ozon zerfällt allmählich wieder. Es bildet sich Sauerstoff (Bild 2b). Insgesamt ist die Ozonschicht in der Atmosphäre eine Schicht, die die Erdoberfläche und damit auch den Menschen vor kurzwelliger UV-Strahlung schützt.
Das Ozonloch
1986 stellten britische Wissenschaftler bei der Auswertung von Satellitenaufnahmen
fest, dass sich die Dicke der in der Atmosphäre vorhandenen Ozonschicht
mit der Jahreszeit verändert und über der Antarktis zeitweise
regelrechte Löcher in dieser Schicht auftraten
(Bild 3). In den letzten Jahren wurde eine Vergrößerung dieser
Löcher, eine allgemeine Verdünnung der Ozonschicht auch über
Europa und ein Auftreten von Ozonlöchern über der Arktis festgestellt.
Ursachen für das Ozonloch
Die Dicke der Ozonschicht in der Atmosphäre ist nicht konstant. Sie ändert sich ständig
durch verschiedene natürliche Prozesse.
Inzwischen wurde aber festgestellt, dass auch einige chemische Stoffe,
die in der Technik genutzt und bei technischen Prozessen freigesetzt werden,
den Abbau von Ozon in der Atmosphäre bewirken. Das hat zu einer allgemeinen
Verringerung der Ozonschicht geführt (Bild 5).
Solche "Ozonkiller" sind insbesondere Fluorchlorkohlenwasserstoffe
(FCKW), Stickoxide und Halone mit Chlor als besonders wirksamem Bestandteil.
FCKW wurde viele Jahre lang als Treibgas für Spraydosen und als Kühlmittel
für Kühlschränke genutzt. Stickoxide werden von Kraftfahrzeugen
und von Heizungsanlagen abgegeben.
Heute ist klar: Die Verringerung der Dicke der Ozonschicht und die damit
verbundene Erhöhung der schädlichen kurzwelligen UV-Strahlung
sind auf das Wirken der Menschen zurückzuführen.
Um den weiteren Abbau der lebenswichtigen Ozonschicht zu verhindern, ist
es erforderlich, weltweit die Emission aller Stoffe zu verringern, die
zum Abbau von Ozon beitragen. Dazu kann auch jeder Einzelne seinen Beitrag
leisten.
Eine fachliche Ergänzung
Die Dicke der atmosphärischen Ozonschicht wird in Dobson Units (Abkürzung D. U. oder DU) gemessen, benannt nach dem britischen Forscher G. M. B. DOBSON. 100 DU entspricht einer Schichtdicke von 1 mm Ozon bei normalem Luftdruck.
Die normale Dicke der Ozonschicht bei uns beträgt 330-360 DU. Das entspricht einer Dicke der Ozonschicht von 3,3-3,6 mm bei normalem Luftdruck. Nun darf man sich allerdings in 15-25 km Höhe nicht eine Ozonschicht dieser geringen Dicke vorstellen. Vielmehr ist es so, dass sich dieses Ozon über Kilometer hinweg verteilt.
Von einem Ozonloch spricht man in der Wissenschaft dann, wenn die Schichtdicke des Ozons kleiner als 220 DU ist. Das entspricht etwa einer Verdopplung der kurzwelligen UV-Strahlung an der Erdoberfläche gegenüber dem normalen Wert.