Befindet sich ein
stromdurchflossener Leiter in einem Magnetfeld oder bewegen sich freie Ladungsträger
in einem solchen Magnetfeld, so wird auf sie eine Kraft ausgeübt. Allgemein
gilt:
Auf bewegte Ladungsträger wirkt in einem Magnetfeld eine Kraft senkrecht
zu ihrer Bewegungsrichtung und senkrecht zur Richtung des magnetischen Feldes.
Der Zusammenhang zwischen der Bewegungsrichtung der Ladungsträger,
der Richtung des Magnetfeldes und der Richtung der Kraft auf die Ladungsträger
wird durch die
Rechte-Hand-Regel genauer
erfasst. Manchmal wird diese Regel auch als
UVW-Regel
(U von Ursache, V von Vermittlung, W von Wirkung) bezeichnet.
Die Rechte-Hand-Regel (Bild 2) lautet:
- Der Daumen gibt die Bewegungsrichtung positiv geladener Ladungsträger
an (Stromrichtung von + nach -).
- Der Zeigefinger gibt die Richtung des Magnetfeldes von Nord- zum Südpol
an.
- Der Mittelfinger zeigt dann in Richtung der Kraft, die auf die Ladungsträger
wirkt.
Bei der Formulierung als UVW-Regel wird als Ursache U die Bewegungsrichtung
positiv geladener Ladungsträger, als Vermittlung V die Richtung des
Magnetfeldes und als Wirkung W die Richtung der Kraft bezeichnet. Der gleiche
Inhalt wird hier nur anders bezeichnet.
Beachte bei der Anwendung der Rechte-Hand-Regel:
Befindet sich ein stromdurchflossener Leiter in einem Magnetfeld, so ist
zu beachten, dass zwar die Bewegung der Elektronen vom Minuspol der elektrischen
Quelle zum Pluspol verläuft, bei der Rechte-Hand-Regel aber eine Stromrichtung
von + nach -, also gerade in umgekehrter Richtung, angenommen wird.
Das ist auch zu beachten, wenn sich Elektronen in einer
Elektronenstrahlröhre
durch ein Magnetfeld bewegen und abgelenkt werden.
Die Zusammenhänge, die in der Rechte-Hand-Regel dargestellt sind, hat
der niederländische Physiker HENRIK
LORENTZ
(1853 -1928) intensiver erforscht. Die Kraft, die auf bewegte Ladungsträger
im Magnetfeld wirkt, wird deshalb ihm zu Ehren auch als
Lorentzkraft
bezeichnet.
Mithilfe der Rechte-Hand-Regel kann man z.B.
die Wirkungsweise von
Gleichstrommotoren
erklären. Bei Elektronenstrahlröhren lässt sich mithilfe
dieser Regel ermitteln, in welche Richtung der Elektronenstrahl abgelenkt
wird, wenn er ein Magnetfeld durchläuft.
Die Rechte-Hand-Regel kann auch genutzt werden, um die Richtung der Kraft
zwischen zwei stromdurchflossenen Leitern zu bestimmen (Bild 3).
Um einen stromdurchflossenen Leiter existiert ein Magnetfeld.
Bringt man nun in dieses Magnetfeld einen weiteren stromdurchflossenen Leiter,
so wirkt auf diesen eine Kraft, die man nach der Rechte-Hand-Regel bestimmen
kann.
Stromdurchflossene Leiter ziehen sich bei gleicher Stromrichtung an und
stoßen sich bei entgegengesetzter Stromrichtung ab.
Die Kräfte zwischen stromdurchflossenen Leitern werden zur Definition
der Einheit Ampere genutzt: Das Ampere ist die Stromstärke durch zwei
geradlinige lange Leiter, die den Abstand 1 m haben und zwischen denen die
Kraft je 1 m Länge

beträgt.
Das Ampere ist eine
Basiseinheit
des Internationalen Einheitensystems (SI).