


| Formelzeichen: | p |
| Einheit: | ein Pascal (1 Pa) |
Verdeutlichen kann man sich das Zustandekommen des Schweredrucks anhand einer Skizze (Bild 2): Befindet man sich in einer Flüssigkeit, z. B. in Wasser, in einer bestimmten Tiefe, so wirkt an dieser Stelle auf eine Fläche A die Gewichtskraft der darüber liegenden Flüssigkeitssäule. Die Kraft je Fläche ist gleich dem Druck, den die Flüssigkeitssäule ausübt.
Berechnen des Schweredrucks
Der Schweredruck in einer Flüssigkeit ist abhängig
Er ist umso größer, je tiefer man in die Flüssigkeit eintaucht und je größer die Dichte der Flüssigkeit ist. Es gilt wie für jeden Druck:

Setzt man für die Masse das Produkt aus Dichte und Volumen und für das Volumen wiederum das Produkt aus Fläche der Flüssigkeitssäule und ihrer Höhe, so erhält man:

Beachte: Setzt
man die Dichte in
,
die Höhe in cm und die Fallbeschleunigung in
ein, so erhält man als Einheit:

Es gilt:

Schweredruck in Wasser
Der Schweredruck in Wasser spielt eine besondere Rolle, weil Wasser in Natur und Technik die am weitesten
verbreitete Flüssigkeit ist. Für Wasser kann man den Schweredruck
in einer bestimmten Tiefe mithilfe der oben genannten Gleichungen berechnen.
Führt man diese Berechnung für verschiedene Wassertiefen durch,
dann ergibt sich:
In Wasser nimmt der Schweredruck je 10 Meter
Tiefe um etwa 100 kPa zu.
Aus einem p-h-Diagramm kann man leicht ablesen,
welcher Druck in welcher Tiefe herrscht. Taucht man z. B. beim Baden in
eine Tiefe von 1 m, so beträgt der Schweredruck in dieser Tiefe 10
kPa. In 100 m Wassertiefe beträgt der Schweredruck bereits 1.000
kPa = 1 MPa. Das ist ein Druck, in dem ein Mensch nicht mehr leben kann.
Beim Tauchen in solche Tiefen ist eine spezielle Tiefseeausrüstung
erforderlich.
Die größte Meerestiefe erreichten 1960 die beiden Forscher
PICCARD und WALSH mit einer Tauchkugel, die eine Außenwand aus Stahl
mit einer Wandstärke von 12 cm und kleine Fenster mit einer Wandstärke
von 15 cm hatte. Diese starken Wände und Scheiben waren notwendig,
weil in der erreichten Tiefe von ca. 11.000 m ein Schweredruck des Wasser
von 110 MPa herrscht und durch einen solchen Druck eine dünnwandige
Kugel zerdrückt werden würde.
Das hydrostatische Paradoxon
Der Schweredruck in einer Flüssigkeit ist zwar abhängig von der Eintauchtiefe und von der Dichte der Flüssigkeit, nicht aber von der Form des Gefäßes. Dies führt zu einer Reihe von sonderbaren (paradoxen) Erscheinungen und wird deshalb als hydrostatisches Paradoxon bezeichnet.
Eine dieser paradoxen Erscheinungen kann man experimentell einfach demonstrieren (Bild 4): Man füllt ein Gefäß unterschiedlicher Form Wasser und wählt die Füllhöhe überall gleich groß. Dann ist die Annahme naheliegend, dass der Schweredruck am Boden des Gefäßes mit dem meisten Wasser am größten ist. Messungen zeigen aber: Der Schweredruck am Boden ist bei allen Gefäßen gleich groß.