



Als Sieden bezeichnet man den Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand, als Kondensieren den umgekehrten Übergang vom gasförmigen in den flüssigen Aggregatzustand.
Dabei gilt:
Die Zusammenhänge beim Sieden und Kondensieren sind in Bild 2 dargestellt. Dabei gilt:
Siede- und Kondensationstemperaturen
Die Siede- bzw. Kondensationstemperaturen können sehr unterschiedlich
sein. Meist werden diese Temperaturen auf den normalen Luftdruck von 1.013
hPa bezogen.
Dabei ist zu beachten: Es gibt auch Stoffe, für die man keine genaue
Siedetemperatur, sondern nur einen Temperaturbereich angeben kann, in
dem sie sieden. Es sind so genannte amorphe
Stoffe. Zu ihnen gehören z. B. Wachs und Glas.
Bei vielen Stoffen spielt die Druckabhängigkeit
der Siedetemperatur eine Rolle. Für Wasser und die meisten
anderen Stoffe gilt:
Je größer der Druck ist, desto
höher ist die Siedetemperatur.
Wird z. B. in einem Topf der Druck erhöht, so siedet das Wasser nicht
bei einer Temperatur von 100 °C wie beim normalen Luftdruck von 101,3
kPa, sondern bei höheren Temperaturen. Das wird bei Schnellkochtöpfen
und in Kraftwerken (Dampfkreislauf)
genutzt. Umgekehrt ist auf hohen Bergen der Luftdruck niedriger und demzufolge
ist auch die Siedetemperatur geringer als 100 °C. Die folgende Übersicht
zeigt, wie sich die Siedetemperatur mit dem Druck verändert.
|
Druck in kPa
|
Siedetemperatur in °C
|
|
1
5 10 50 100 500 1 000 5 000 10 000 20 000 |
7
33 46 81 100 152 180 264 311 366 |
Spezifische Verdampfungswärme
und Verdampfungswärme
Zum Sieden eines Stoffes ist Wärme erforderlich, die beim Kondensieren
wieder frei wird. Die für einen Stoff zum Sieden erforderliche Wärme
wird durch die spezifische Verdampfungswärme
charakterisiert.
Die spezifische Verdampfungswärme gibt
an, wie viel Wärme erforderlich ist, um 1 kg eines Stoffes zu verdampfen.
| Formelzeichen: | ![]() |
| Einheit: | ein Kilojoule je Kilogramm ![]() |
Für 1 kg Wasser beträgt diese spezifische Verdampfungswärme
2 256 kJ/kg. Der Temperaturverlauf beim Sieden von Wasser ist in Bild
4 dargestellt.
Besitzt ein Körper eine beliebige Masse m, dann kann die zum Verdampfen des Körpers erforderliche Verdampfungswärme mit folgender Gleichung berechnet werden:

Die spezifischen Verdampfungswärmen verschiedener Stoffe sind in Bild 5 angegeben.
Deutung des Siedens und Kondensierens
mit dem Teilchenmodell
Mit dem Teilchenmodell lassen sich
die Vorgänge beim Sieden folgendermaßen deuten: Bei Zufuhr
von Wärme erhöht sich die kinetische Energie der Teilchen der
Flüssigkeit. Die Teilchen bewegen sich heftiger, ihr mittlerer Abstand
voneinander vergrößert sich. Schließlich können
sie die Flüssigkeit verlassen und sich beliebig gegeneinander bewegen.
Der Stoff liegt dann als Gas vor.
Beim Kondensieren vollziehen sich die Vorgänge in umgekehrten Richtung: Bei Wärmeabgabe verringert sich die kinetische Energie der Teilchen. Auch ihr mittlerer Abstand voneinander verringert sich. Schließlich werden sie aneinander gebunden und liegen dann wieder als Flüssigkeit vor.