
Skispringen ist eine Sportart, bei der es darum geht, eine möglichst große Weite zu erzielen (Bild 1). Daher versucht der Springer in der Anlaufspur eine möglichst große Geschwindigkeit zu erreichen, kräftig vom Schanzentisch abzuspringen und durch eine geschickte Körperhaltung ein Luftpolster für einen möglichst weiten Flug zu nutzen.
Analyse eines Sprunges
Im Anlauf versucht der Springer eine möglichst hohe Geschwindigkeit
zu erzielen. Die maximale Geschwindigkeit, die am Schanzentisch erreicht
wird, hängt u. a. von der Anlauflänge, von den Bedingungen in
der Anlaufspur, vom Material und von der Körperhaltung des Springers
ab. Die erreichten Geschwindigkeiten liegen bei der unten beschriebenen
Schanze um 90 km/h.
Am Schanzentisch versucht der Springer möglichst kräftig abzuspringen.
Das sollte möglichst nah am Ende des Schanzentisches erfolgen.
Da der Schanzentisch nach unten geneigt ist und der Springer schräg
nach vorn abspringt, kann die Bewegung zumindest in ihrer Anfangsphase
näherungsweise als waagerechter Wurf
angesehen werden.
Nach dem Absprung versucht der Springer möglichst schnell eine solche
Haltung einzunehmen, dass er zusammen mit seinen Skiern eine möglichst
große Fläche bildet und so auf einem Luftpolster
"schwebt". Die Schanze ist so konstruiert, dass sich der Springer
während seines Fluges nicht vom Aufsprunghügel entfernt, sondern
ihm allmählich näher kommt. Das ist auch eine Frage der Sicherheit.
Die "normalen" Weiten liegen um den Normpunkt herum. Bei größeren
Weiten wird eine sichere Landung aufgrund des Bahnverlaufs schwieriger,
hinter dem kritischen Punkt K sehr problematisch. Die Sprungweite
wird längs des Aufsprunghügels gemessen, wobei der Nullpunkt
der Fußpunkt des Schanzentisches ist.
Die durchschnittliche Flugdauer eines
Skispringers wird meist überschätzt. Sie beträgt in der
Regel 2,5 s bis 3,5 s.
Aufbau einer Sprungschanze
Eine Sprungschanze besteht aus einem
Anlauf mit dem Absprungtisch, einem
Aufsprunghügel und einem Auslauf
(Bild 2). Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Sprungschanze
in Oberstdorf.
Beim Anlauf beträgt die maximale Anlauflänge E = 82 m. Die
Bahn des Anlaufturms hat einen Neigungswinkel von 37°. Der Schanzentisch
ist 11,5° nach unten geneigt. Der Radius
ist nicht konstant, sondern nimmt zu und beträgt 80 m bis 100 m.
Die Höhe des Schanzentisches über dem Aufsprunghügel beträgt
2,5 m.
Der Aufsprunghügel ist bis zum Punkt P, dem Normpunkt,
gekrümmt. Der Radius
nimmt ebenfalls zu und hat einen Wert von 150 m bis 240 m. Die Aufsprungbahn
vom Fußpunkt des Schanzentisches bis zum Normpunkt P ist L = 70
m lang. Anschließend folgt bis zum kritischen
Punkt K ein gerades Bahnstück mit einer Länge von M =
15 m. Es hat eine Neigung von 37°, also die gleiche Neigung wie die
Bahn des Anlaufturms. Damit ist die gesamte Bahn vom Schanzentisch
bis zum kritischen Punkt K ca. 85 m lang. Der Höhenunterschied H
zwischen dem Fußpunkt des Schanzentisches und dem Normpunkt P beträgt
H = 33,2 m, die entsprechende horizontale Entfernung N = 62,5 m.
Der Auslauf ist gekrümmt und
hat einen Radius
= 115 m. Er geht in einen geraden Teil A über.
Normalschanzen, Großschanzen
und Sprungweiten
Als Normalschanzen werden
Sprungschanzen bezeichnet, bei denen die Sprungweiten bis etwa 90 m liegen.
Schanzen, die größere Flugweiten ermöglichen, werden als
Großschanzen bezeichnet.
Einige Anlagen ermöglichen besonders weite Flüge bis zu 200
m. Solche Anlagen nennt man Skiflugschanzen.
Die größten Anlagen dieser Art befinden sich in Planica (Slowenien),
Bischofshofen (Österreich) und Vikersund (Schweden). Einige wichtige
Meilensteine im Skisprung waren:
2003 erreichte der Finne Matti Hautamäki mit 231 m in Planica einen neuen Weltrekord, der gegenwärtig auch noch gilt.