Solarzellen sind
spezielle Halbleiterdioden, bei denen unter Lichteinfall an einem pn-Übergang
ein Fotostrom entsteht. Der Vorteil von Solarzellen besteht darin, dass
sie die
Lichtenergie unmittelbar
in
elektrische Energie umwandeln.
Solarzellen sind im Grunde Fotodioden, die sich in einem Stromkreis ohne
zusätzliche Spannungsquelle befinden. An jedem pn-Übergang bildet
sich ein inneres elektrisches Feld, das durch die Verteilung von Löchern
und freien Elektronen an der Grenzschicht zustande kommt. Fällt Licht
auf die Grenzschicht, so kann es, sofern die Lichtwellen eine gewisse Mindestfrequenz
besitzen, durch den
Fotoeffekt
zusätzliche freie Elektronen und Löcher im Halbleitermaterial
hervorrufen. Das elektrische Feld am pn-Übergang trennt die Ladungsträger
auf ähnliche Weise, wie das auch in einem geladenen Plattenkondensator
geschehen würde. Durch diese
Ladungstrennung
entsteht eine elektrische Spannung zwischen dem p-Gebiet und dem n-Gebiet
des Halbleiters. Sie beträgt bis zu 0,5 V. Solarzellen werden
meist zu
Sonnenbatterien
zusammengeschaltet.
Durch die Entwicklung von
Dünnschichtzellen
konnte man die Herstellung von Solarzellen wesentlich verbilligen. Allerdings
haben die Dünnschichtzellen, die aus einem extrem dünnen Halbleitermaterial
bestehen, das auf einen metallischen Träger aufgedampft wird, bislang
noch einen geringeren Wirkungsgrad als herkömmliche Solarzellen.
Auch ohne pn-Übergang tritt unter gewissen Umständen bei Lichteinfall
eine Ladungstrennung von Elektronen und Löchern in Halbleitern auf.
Dies geschieht infolge der unterschiedlichen Beweglichkeit von Löchern
und Elektronen. Haben sie sich erst einmal durch Lichteinwirkung in der
Nähe einer Halbleiteroberfläche gebildet, dann gelangen die freien
Elektronen wesentlich schneller in das Innere des Halbleiters als die Löcher.
Wenn der Halbleiter nur eine äußerst geringe
Schichtdicke
aufweist, dann erreichen die Elektronen die unbestrahlte Unterseite des
Halbleiters viel früher als die Löcher, wodurch zwischen beiden
Halbleiterseiten eine elektrische Spannung entsteht. Dieser physikalische
Vorgang könnte möglicherweise in Zukunft eine sehr preiswerte
Herstellung von Solarzellen ermöglichen.