Wärmepumpen
werden vor allem für die Heizung von Räumen und Gebäuden
sowie für die Warmwassergewinnung genutzt. Dabei wird Erdwärme,
die Wärme des Grundwassers oder die Wärme der Luft außerhalb
des Gebäudes bei niedriger Temperatur aufgenommen und im Inneren des
Gebäudes bei höherer Temperatur abgegeben. Dazu muss elektrische
Energie zum Antrieb der Wärmepumpe zugeführt werden.
Das Grundprinzip einer Wärmepumpe wurde bereits um 1852 von dem englischen
Physiker
WILLIAM THOMSON (1824-1907),
der später zum
Lord KELVIN ernannt
wurde, gefunden. Es wird auch beim
Kühlschrank
angewendet. Intensiver genutzt werden Wärmepumpen aber erst seit etwa
1990. Sie sind in den letzten Jahren technisch erheblich weiterentwickelt
worden.
Aufbau und
Wirkungsweise einer Wärmepumpe
Nachfolgend sind der Aufbau und die Wirkungsweise einer
Kompressionswärmepumpe
dargestellt. Das ist die am häufigsten verwendete Art von Wärmepumpen.
Daneben gibt es noch
Absorptionswärmepumpen.
Die wichtigsten Bestandteile einer Kompressionswärmepumpe,
nachfolgend kurz Wärmepumpe genannt, sind ein System von
Rohrleitungen mit einem
Arbeitsmittel,
ein
Verdichter (Kompressor),
ein
Verdampfer, ein
Verflüssiger
und ein
Ventil (Expansionsventil,
Drossel). Die Anordnung der Teile ist in Bild 2 dargestellt.
Der
Verdampfer
befindet sich außerhalb des Gebäudes, z. B. im Erdreich, im Grundwasser
oder in der Luft (Bild 3). Die übrigen Teile befinden sich im Gebäude.
Das
Arbeitsmittel in den Rohrleitungen
ist eine spezielle Flüssigkeit mit einer Siedetemperatur von -25 °C
bis -45 °C. Unter anderem wird auch Propan mit einer Siedetemperatur
von -42,1 °C verwendet.
Im Verdampfer geht das Arbeitsmittel vom flüssigen in den gasförmigen
Aggregatzustand über. Dazu ist Wärme (
Verdampfungswärme)
erforderlich, die der Umgebung (Erde, Wasser, Luft) entzogen wird.
Durch eine Rohrleitung gelangt das gasförmige Arbeitsmittel in den
Verdichter. Das ist eine Pumpe, durch die das Gas komprimiert, also der
Druck in ihm erhöht wird. Das Gas unter hohem Druck gelangt in den
Verflüssiger.
Durch das Komprimieren des Gases erhöht sich seine Siedetemperatur.
Es wird flüssig und gibt dabei Wärme (
Kondensationswärme)
ab. Diese Kondensationswärme wird genutzt, um Wasser in einem Heizkreislauf
zu erwärmen, das dann z. B. zur Raumheizung verwendet wird.
Das unter hohem Druck stehende flüssige Arbeitsmittel gelangt nach
der Wärmeabgabe zu einem Ventil, durch das der Druck erheblich verringert
wird. Aufgrund des geringeren Drucks sinkt die Siedetemperatur wieder. Das
Arbeitsmittel wird flüssig und gelangt dann wieder in den Verdampfer.
Der Kreislauf beginnt von Neuem.
Energiebilanz bei Wärmepumpen
Die Energiebilanz für eine Wärmepumpe zeigt Bild 4. Aus der
Abbildung ist erkennbar: Die für den Antrieb des Verdichters erforderliche
elektrische Energie ist wesentlich kleiner als die für Heizzwecke
nutzbare Energie. Der Wirkungsgrad
einer Wärmepumpe ist, bezogen auf diese Energien, größer
als 1. Er liegt meist bei Werten zwischen 2,4 und 4,0. Dieser Wert wird
bei Wärmepumpen als Leistungszahl
bezeichnet.
Für die Nutzung von Wärmepumpen ist zu beachten, dass ihr Wirkungsgrad
umso größer ist, je kleiner die Temperaturdifferenz zwischen
der außen aufgenommenen und der innen abgegebenen Wärme ist.
Er kann berechnet werden mit der Gleichung:

Wärmepumpen sind deshalb besonders für Fußbodenheizungen
geeignet, da in diesem Falle der Wirkungsgrad besonders groß ist.
Vorteile und Nachteile von Wärmepumpen
Die Vorteile von Wärmepumpen
bestehen vor allem darin, dass
- nicht erneuerbare Energieträger eingespart werden,
- keine Emissionen von Kohlenstoffdioxid auftreten,
- regenerative Wärmequellen (Erdwärme, Wärme der Luft)
genutzt werden.
Die Nachteile von Wärmepumpen
bestehen gegenwärtig vor allem darin, dass