Wärmeströmungen in Natur
und Technik
Wärmeströmungen in der Natur beeinflussen in erheblichem Umfange
unser Klima und das jeweilige Wetter. Entscheidend ist die Strömung
von Luft und von Wasser.
Charakteristische Luftströmungen,
mit denen auch Wärme transportiert wird, gibt es zum einen im globalen
Maßstab (Bild 2). Man spricht hier vom planetarischen
Windsystem. Darüber hinaus gibt es Luftströmungen zwischen
Hochdruck- und Tiefdruckgebieten, die unser Wetter bestimmen. So wird
in der Regel mit einer südwestlichen oder südlichen Luftströmung
warme Luft und damit Wärme zu uns transportiert, mit einer nördlichen
Strömung meist kalte Luft.
Auch strömendes Wasser spielt in
der Natur eine wichtige Rolle. So bewirken Strömungen in Seen und
Teichen eine Durchmischung von Wasser unterschiedlicher Temperatur. Dieser
Effekt tritt vor allem im Frühling und im Herbst auf.
Große Meeresströmungen, z. B. der Golfstrom, beeinflussen das Klima in vielen Ländern. So transportiert z. B. der Golfstrom warmes Wasser und damit Wärme aus dem mittelamerikanischen Bereich (Karibik) quer über den Atlantik bis zu den Küsten Irlands, Englands, Schottlands, Norwegens und Russlands. Folgen davon sind beispielsweise, dass an der Westküste Englands Palmen wachsen und die norwegische Westküste stets eisfrei bleibt. Das gilt selbst für einen so weit nördlich gelegenen Hafen wie Murmansk in Russland.
In der Technik wird strömendes Wasser vor allem genutzt, um Wärme
von Heizkraftwerken oder von einer Heizung im Keller zu Heizkörpern
in Wohn- oder anderen Räumen zu transportieren. Wasser ist deshalb
besonders geeignet, weil es einerseits gut verfügbar ist und andererseits
aufgrund seiner großen spezifischen
Wärmekapazität in der Lage ist, Wärme in größerem
Umfange zu transportieren.
Weitere Beispiele für die technische Nutzung der Wärmeströmung
sind die Kühlsysteme von
Kraftfahrzeugen, bei denen die Motorwärme durch Wasser zu
einem Kühler transportiert wird.