





Die elektromagnetische Induktion wird in vielfältiger Weise genutzt. Die Wirkungsweise von Generatoren zur Erzeugung von Elektroenergie und von Transformatoren zur Umformung dieser Energie basieren auf dem Induktionsgesetz. Ausführliche Informationen dazu sind in gesonderten Beiträgen unter den Stichwörtern "Generatoren" und "Transformatoren" zu finden.
Funkeninduktor
Ein Funkeninduktor dient
als Hochspannungstransformator. Er ist aus zwei über einen stabförmigen
Eisenkern gewickelten Zylinderspulen aufgebaut. Durch die Primärspule
fließt ein zerhackter Gleichstrom, der durch einen selbsttätigen
Unterbrecher (wagnerscher Hammer, Wehnelt-Unterbrecher) erzeugt wird. In
der Sekundärspule entsteht eine Wechselspannung zwischen 1 und 100
kV. Nach dem Prinzip des Funkeninduktors arbeiten z.B. die Zündspulen
der Ottomotoren, die die Hochspannungsimpulse für die Zündkerzen
liefern.
Fehlerstromschutzschalter
Fehlerstromschutzschalter
registrieren einen Stromabfall im Netz und führen eine automatische
Abschaltung herbei. Sie arbeiten nach dem Prinzip der elektromagnetischen
Induktion. Bild 2 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines solchen Schalters.
In einem Fehlerstromschutzschalter wird der zum Verbraucher fließende
Strom und der von dort zurückkehrende Strom so über einen Transformator
mit Eisenkern geleitet, dass sich die von beiden Strömen induzierten
Magnetfelder gerade gegenseitig aufheben. Im störungsfreien Betrieb
sind der zum Verbraucher gelangende und der von dort kommend Strom gleich
groß. Erfolgt ein unkontrollierter Stromabgang, beispielsweise wenn
der Strom anstatt durch den Rückleiter über die Metallhülle
eines Gerätes oder den Körper eines Menschen abfließt,
dann haben Hin- und Rückstrom im Fehlerstromschutzschalter unterschiedliche
Stärken wodurch sich die von ihnen hervorgerufenen Magnetfelder nicht
mehr kompensieren. Das verbleibende Restfeld induziert in einer weiteren
Spule eine Spannung, mittels derer ein Schalter ausgelöst wird, der
den Stromkreis zum Verbraucher unterbricht. Je nach Bauart können
Fehlerstromschutzschalter schon bei Fehlerströmen von einigen Milliampere
auslösen.
Induktionshärten
Das Härten ist ein häufig angewandtes metallurgisches Verfahren,
bei dem durch starkes Erhitzen und schlagartiges Abkühlen die Festigkeit
eines Metalls erhöht wird. Um chemische Verunreinigungen zu vermeiden,
wählt man oft Verfahren zum Erwärmen ohne Nutzung einer offenen
Flamme. Zu diesen Verfahren zählt das Induktionshärten,
bei dem man Metalle durch induzierte Wirbelströme
auf Glühtemperaturen erhitzt (Bild 3).
Die Wirbelströme entstehen nach dem Induktionsgesetz, wenn man einen
leitfähigen Gegenstand einem zeitlich veränderlichen magnetischen
Feld aussetzt. Zu diesem Zweck bringt man das zu härtende Metall
in das Feld eines mit Wechselstrom betriebenen Elektromagneten.
Das Feld des Elektromagneten induziert im Metall Wirbelströme, die
ihrerseits Reibungswärme
an den Werkstoff abgeben und ihn dadurch zum Glühen bringen.
Das Induktionshärten weist gegenüber herkömmlichen Härtungsverfahren
eine Reihe von Vorteilen auf. Insbesondere wird die Wärme dem gesamten
Körper relativ gleichmäßig, von allen Seiten und auch
von innen zugeführt. Dadurch werden vor allem bei größeren
Werkstücken thermische
Spannungen vermieden.
Induktionsherde
Bei Induktionsherden
wird einem Metalltopf die Wärme mithilfe der elektromagnetischen
Induktion zugeführt. Zu diesem Zweck nutzt man Wirbelströme.
Das Herzstück von Induktionsherden sind unter den Kochfeldern angeordnete
Magnetspulen,
die mit Wechselstrom versorgt werden. Dadurch entsteht ein Magnetfeld
um die Spulen, dessen Stärke und Richtung sich beständig verändert.
Zwischen den Spulen und dem Topf befindet sich eine Platte aus hitzebeständiger
Glaskeramik. Durch dieses Material wird das Magnetfeld kaum beeinflusst.
Wird ein Topf auf die Kochplatte gestellt, so durchsetzt das Magnetfeld
weitgehend ungeschwächt den Metallboden des Kochtopfes und induziert
in ihm Wirbelströme. Diese Ströme erhitzen das Metall und führen
den Speisen die zum Garen notwendige Wärme zu.
Ein Vorteil von Induktionsherden gegenüber herkömmlichen Herden
ist ihre energiesparende Art der Wärmeübertragung. Die Wärme
wird ohne größere Verluste direkt dem Topf zugeführt.
Es versteht sich von selbst, dass das beschriebene Verfahren nur funktioniert,
wenn man Töpfe aus Metall verwendet, also aus Stoffen, in denen sich
Wirbelströme ausbilden. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Erwärmung
der Heizfläche. Die Erwärmung ist deshalb gering, weil sich
in der Platte aus Glaskeramik keine Wirbelströme ausbilden. Erwärmt
wird sie allerdings durch den Topf.
Induktionsschleifen
Mithilfe von Induktionsschleifen
(Bild 5) kann der Straßenverkehr überwacht werden. Häufig
steuert man mit ihrer Hilfe Ampelanlagen.
Die Funktionsweise von Induktionsschleifen beruht auf der elektromagnetischen
Induktion. Die Induktionsschleife wird unmittelbar unter der Fahrbahn
verlegt. Sie kann permanent von Strom durchflossen werden und dann als
Leiterschleife wirken oder im Ausgangszustand auch stromlos sein.
Im ersten Fall erzeugt die Induktionsschleife ein schwaches Magnetfeld.
Bewegen sich Pkw oder Lkw durch dieses Magnetfeld hindurch, dann ändert
sich dessen Stärke. Da viele Bauteile eines Fahrzeuges aus Eisen
sind, verstärkt sich das Schleifenfeld. Das ist ähnlich wie
bei einer Spule, bei der sich das Magnetfeld ebenfalls verstärkt,
wenn man einen Eisenkern einbringt.
Die Veränderung des Feldes induziert einen kurzzeitigen Stromstoß
in der Leiterschleife, der nach entsprechender Verstärkung als Steuerimpuls
an Ampelanlagen oder Verkehrüberwachungsanlagen weitergeleitet werden
kann. Durch zwei hintereinanderangeordnete Schleifen kann man auch die
Geschwindigkeit von Fahrzeugen messen.
Relativ empfindlich muss die Stromstärkemessung in einer stromlosen
Induktionsschleife funktionieren. Bei dieser Variante nutzt man die Tatsache,
dass die meisten Fahrzeuge von einem schwachen Magnetfeld umgeben sind.
Dieses stammt z.B. aus der Lichtmaschine, wo nach dem Generatorprinzip
mithilfe eines Magnetfeldes Strom gewonnen wird. Bewegt sich ein Fahrzeug
relativ zu Induktionsschleife, dann induziert das Magnetfeld des Fahrzeuges
einen Stromfluss in der Schleife, der zu Mess- und Steuerzwecken genutzt
werden kann.
Dynamische Mikrofone
Dynamische Mikrofone
sind eine relativ weitverbreitete Bauform. Bild 6 zeigt den prinzipiellen
Aufbau. Bei einem solchen Mikrofon ist die Membran mit einer leicht beweglichen
Spule verbunden, die im Magnetfeld eines Dauermagneten schwingen kann.
Wird die Membran durch Schallschwingungen angeregt, dann wird mit der
Membran auch die Spule in Schwingungen versetzt. Die Spule bewegt sich
im Feld des Dauermagneten. Dadurch wird in ihr eine Spannung induziert,
die sich im Rhythmus der Membranschwingungen ändert.
Elektrizitätszähler
Elektrizitätszähler,
die auf der Grundlage der elektromagnetischen Induktion arbeiten, bezeichnet
man auch als Induktionszähler.
Sie besitzen zwei Elektromagnete. Einer der Magnete wird vom Verbraucherstrom
durchflossen, an dem anderen liegt die Verbraucherspannung an. Wird eine
elektrische Energie über den Zähler bezogen, dann induziert
der Verbraucherstrom unmittelbar in seiner Spule ein Magnetfeld. Die Verbraucherspannung
ruft in ihrem Stromkreis einen Stromfluss hervor, durch den ebenfalls
ein Magnetfeld induziert wird. Allerdings baut sich dieses Feld später
als das Feld der Stromspule auf. Es ist gegenüber dem ersteren Feld
phasenverschoben. Beide Magnetfelder wirken demzufolge insgesamt wie ein
Drehfeld und versetzen dadurch
eine Aluminiumscheibe, in der sie Wirbelströme induzieren, in Rotationsbewegung.
Ein mit der Aluminiumscheibe verbundenes Zählwerk registriert die
Anzahl der Umdrehungen, die zu Strom und Spannung proportional ist.
Ein Bremsmagnet stoppt die
Aluminiumscheibe nach dem Prinzip der Wirbelstrombremse sofort ab, wenn
der Verbraucher keine elektrische Energie mehr aus dem Netz bezieht.
| Weitere Beispiele für die Anwendung der elektromagnetischen Induktion sind: | |
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Induktionsöfen, die in der Industrie zur Erwärmung und Aufheizung metallischer Werkstoffe genutzt werden, |
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Metalldetektoren zum Aufspüren von Metallen, |
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Induktionsbremsen bei rotierenden Maschinenteilen und Schienenfahrzeugen, |
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Induktionskupplungen als Verbindungselement zwischen einem Antriebmotor und einer Arbeitsmaschine. |