

Feste, flüssige und gasförmige Stoffe bestehen aus Atomen bzw. Molekülen. Deren Existenz war lange umstritten und konnte erst sicher am Anfang des 20. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Inzwischen kennt man nicht nur die Anzahl von Atomen in einer bestimmten Stoffmenge, sondern auch die Masse von Atomen, die Atomradien, die Kernradien und die Dichte von Atomkernen. Diese atomaren Daten können in unterschiedlicher Weise ermittelt werden. Nachfolgend sind die wichtigsten Daten zusammengestellt und erläutert, wie man die verschiedenen Größen bestimmen kann.
Anzahl von Atomen in einer bestimmten
Stoffmenge bzw. Masse
Überlegungen zur Teilchenanzahl
in einer bestimmten Stoffmenge gehen wesentlich auf den italienischen
Physiker und Chemiker AMADEO AVOGADRO (1776-1856) zurück. Er stellte
fest, dass in einer bestimmten Stoffmenge immer die gleiche Anzahl von
Teilchen vorhanden ist. Erfasst wird das durch die sogenannte AVOGADRO-Konstante,
die die Teilchenanzahl je Mol angibt. Es gilt:

Für die Charakterisierung einer Stoffmenge muss die Art der Teilchen
angegeben werden. Betrachtet man Atome, dann gilt:
Die Anzahl N von Atomen je Mol beträgt
. 
Für die quantitativen Zusammenhänge gelten die folgenden Beziehungen:

Kennt man die Teilchenanzahl in der bestimmten Stoffmenge, dann lässt
sich mithilfe der genannten Gleichungen auch die Anzahl der Teilchen in
einer bestimmten Masse berechnen. Die molare
Masse kann man Tabellenwerken entnehmen. Man erhält dann:
Die Anzahl von Atomen je Gramm eines Stoffes liegt in einer Größenordnung
von
Atomen.
Masse von Atomen
Die Masse von Atomen kann
beispielsweise mithilfe von Massenspektrografen bestimmt werden. Genauere
Informationen zum Aufbau eines solchen Spektrografen und zu den Gesetzen,
die dabei eine Rolle spielen, sind unter dem Stichwort Massenspektrograf
zu finden. Untersuchungen mit solchen Spektrografen haben ergeben: Die
Masse von Atomen liegt zwischen
.
Radius von Atomen
Der Atomradius bzw. der Durchmesser
von Atomen kann in unterschiedlicher Weise abgeschätzt werden. Eine
Möglichkeit ist der sogenannte Ölfleckversuch. Er ist unter
diesem Stichwort in einem gesonderten Beitrag ausführlich beschrieben.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, von bekannten Kristallstrukturen
auszugehen und durch theoretische Überlegungen zu einer Größenordnung
für den Atomradius zu kommen. Wir betrachten dazu den in Bild 1 dargestellten
Kochsalzkristall (NaCl), der von der chemischen Struktur her aus Natrium-
und Chlorid-Ionen besteht, deren Abmessungen denen von Atomen entsprechen.
Eine genauere Analyse der Struktur ergibt: Der Kristall besteht als Elementarwürfeln
mit je vier Natrium- und Chloratomen. Im Unterschied zum dargestellten
Modell gehen wir davon aus, dass die Atome dicht gepackt sind. Kann man
die Kantenlänge eines solchen Elementarwürfels berechnen, so
ergibt sich daraus eine Abschätzung für den Durchmesser eines
Atoms und damit auch für den Atomradius.
Für ein Mol NaCl gilt:

Da ein Elementarwürfel der Kantenlänge d das Volumen 
Ein Mol NaCl besitzt die molare Masse M. Geht man von der Definition der Dichte
Aus den beiden Gleichungen (1) und (2) für das Volumen kann man den Atomdurchmesser abschätzen. Gleichsetzen der rechten Seiten von (1) und (2) ergibt:

Wie Untersuchungen an anderen Stoffen zeigen, lässt sich dieses
Ergebnis verallgemeinern und lautet dann:
Der Radius von Atomen liegt in der Größenordnung von
.
In Bild 2 sind einige Atom- und Ionenradien angegeben. Für ein Wasserstoffatom
ergibt sich als Wert:
Dieser Radius wird als bohrscher
Radius bezeichnet.
Der Kernradius
Für den Kernradius gilt
in guter Näherung die Gleichung:
Dabei ist A die Nukleonenzahl oder Massenzahl,
also die Summe aus Protonenzahl und Neutronenzahl. Für ein Element
mittlerer Ordnungszahl, z.B. Zinn, ergibt sich für die Massenzahl
ein Wert von etwa 120 und damit für den Kernradius ein Wert von
Dichte der Kernmaterie
Die Dichte der Kernmaterie
ergibt sich aus Masse und Volumen.
Aus der Gleichung kann man auch ableiten, dass die Dichte der Kernmaterie
für alle Elemente den gleichen Wert hat. Diese Dichte liegt um viele
Größenordnungen über der Dichte von "normalen"
Stoffen.