





Prinzipieller Aufbau von Transistoren
In einem Transistor wird ein Laststrom, der von einer Elektrode (Quelle)
zu einer anderen (Senke) fließt, mithilfe einer dritten Steuerelektrode
in seiner Stärke beeinflusst.
Grundsätzlich unterscheidet man vom Aufbau her zwei verschiedene
Transistorstrukturen: In der ersten fließt der zu steuernde Laststrom
über Grenzflächen aneinander grenzender p- und n-Bereiche. Die
Steuerung erfolgt über die Veränderung der Durchlässigkeit
der zu passierenden Grenzschichten. Diese Art von Transistoren werden
als Bipolartransistoren
bezeichnet (Bild 2). Die drei Anschlüsse nennt man Emitter
E, Kollektor C und Basis
B.
Wirkungsweise von Transistoren
Um die grundlegende Wirkungsweise eines bipolaren Transistors zu verstehen,
darf man die beiden pn-Übergänge als zwei hintereinandergeschaltete
Dioden ansehen, deren Durchlassrichtungen entgegengesetzt sind.
Legt man zwischen Emitter und Kollektor eine Spannung, dann wird durch
den Transistor - egal wie die Spannungsquelle gepolt ist - kein Strom
fließen. Man nennt den Stromkreis zwischen E und C den Kollektorstromkreis.
Schaltet man zwischen E und B eine weitere Spannungsquelle ein, dann kann
bei entsprechender Polung der pn-Übergang zwischen Emitter und Basis
die Durchlassrichtung geschaltet werden. Bei einem npn-Transistor fließen
dann Elektronen von E nach B im sogenannten Basisstromkreis.
Mit einem Strommesser kann man diesen Elektronenfluss als Basisstrom nachweisen.
Die Elektronen, die von E kommend in die Basis gelangen, beeinflussen
auch den pn-Übergang zwischen B und C. Dies hängt mit der geringen
Dicke der Basis zusammen. Ist der Kollektor mit dem positiven Spannungspol
im Kollektorstromkreis verbunden, dann werden die negativ geladenen Elektronen
zum Kollektor hin aus der Basis abgesaugt. Nur ein sehr kleiner Teil der
Elektronen (weniger als 1 %) erreichen den Basisanschluss oder anders
formuliert: Da wesentlich mehr Elektronen in den Kollektorstromkreis gelangen,
fließt dort ein wesentlich größerer Strom als im Basisstromkreis.
Kennlinien eines Transistors
Genauer lassen sich die Zusammenhänge beim Transistor in Kennlinien
erfassen.
Eine Kennlinie ist die Gesamtheit zusammengehörender Betriebswerte eines Bauelements, die sich bei seinem Anschluss an beliebige Spannungsquellen einstellen können. Jedes Betriebswertesystem, das zu einem Messvorgang gehört, wird auch Arbeitspunkt genannt.
Natürlich ist während derartiger Messungen darauf zu achten, dass die für das konkrete Bauelement vom Hersteller vorgegebenen Grenzwerte nicht überschritten werden. Die Dimensionierung der Messschaltung hängt vom verwendeten Transistor ab. Die prinzipielle Messschaltung für einen npn-Transistor zeigt Bild 5.
Wichtig für den Betrieb eines Transistors ist der Bereich, in dem alle seine Arbeitspunkte liegen dürfen, die einen sicheren Betrieb (also ohne Zerstörungsgefahr) gewährleisten. Dieser Bereich wird in der Literatur als SOAR (safe operating area) bezeichnet.
Die dazu erforderlichen Daten muss man dem Datenblatt des Herstellers des Bauelements entnehmen. Es sind das folgende Angaben:

Die einzelnen Kennlinien, d.h. die Zusammenhänge
zwischen jeweils zwei Größen, wobei die anderen Größen
als Parameter konstant gehalten werden, fasst man bei Transistoren meist
zu einem Kennlinienfeld zusammen. Bild 6 zeigt, wie das Kennlinienfeld
eines Transistors aufgebaut ist. Mit ihm werden alle für den
Betrieb wichtigen Zusammenhänge erfasst.
In Bild 7 ist ein Kennlinienfeld für einen Transistor dargestellt. Die Interpretation eines solchen Kennlinienfeldes ermöglicht auch Grundaussagen, die die Wirkungsweise eines Transistors als Schalter und als Verstärker kennzeichnen. Beide Funktionen sind in gesonderten Beiträgen erläutert:
Aus einem Kennlinienfeld lassen sich auch wichtige Größen
für einen Transistor ermitteln: