




Formulierungen
des bernoullischen Gesetzes
Für reibungsfrei strömende Flüssigkeiten und Gase gilt
das bernoullische Gesetz, das auch als bernoullische Gleichung bezeichnet
wird. Es ist der Energieerhaltungssatz für
reibungsfreie Strömungen und besagt:
|
Die Summe aus dem statischen Druck, dem Schweredruck und dem Staudruck ist für eine reibungsfreie Strömung konstant. Es gilt: |
Statischer
Druck ist der senkrecht zur Strömungsrichtung gemessene Druck,
der in Bild 1 dargestellt ist. Der Schweredruck
ist der infolge der Gewichtskraft der Flüssigkeit entstehende Druck.
Er spielt nur dann eine Rolle, wenn eine Strömung nicht horizontal
verläuft. Der Staudruck,
auch dynamischer Druck
genannt, ist derjenige, der in Strömungsrichtung aufgrund der bewegten
Flüssigkeit oder des bewegten Gases wirkt.
Das bernoullische Gesetz kann auch in folgender Form geschrieben werden:

Herleitung des
bernoullischen Gesetzes
Das bernoullische Gesetz lässt sich aus dem Energieerhaltungssatz
der Mechanik herleiten. Es ist somit legitim, es als Energieerhaltungssatz
für reibungsfreie Strömungen von Flüssigkeiten und Gasen
zu bezeichnen.
Zur Herleitung betrachten wir die in Bild 2 dargestellte Strömung
eines Volumenelements. Nach dem Energieerhaltungssatz und dem Zusammenhang
zwischen Arbeit und Energie folgt für den in Bild 2 dargestellten
Fall:

Löst man die Klammern auf und ordnet die Terme nach den Indizes 1
und 2, so erhält man:

Verläuft die Strömung horizontal, dann spielt der Schweredruck keine Rolle und es ergibt sich:
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Das bedeutet: Bei horizontaler Strömung ist die
Summe aus statischem Druck und Staudruck gleich dem Gesamtdruck. Eine
Vergrößerung der Strömungsgeschwindigkeit führt zu
einer Verkleinerung des statischen Druckes, so wie das in Bild 1 dargestellt
ist. Dieser Zusammenhang spielt für praktische Anwendungen eine wichtige
Rolle.
Anwendungen des
bernoullischen Gesetzes
Der Zusammenhang, der im bernoullischen Gesetz beschrieben ist, wird teilweise
genutzt, teilweise ist er auch unerwünscht
und kann sogar zu Schäden führen.
Genutzt wird der Zusammenhang zwischen Strömungsgeschwindigkeit und
Druck z. B. bei einer Wasserstrahlpumpe
(Bild 3). Eine solche Pumpe besteht aus einem Rohr mit Düse, durch
das Wasser strömt. Darum befindet sich ein zweites Rohr. Dieses Rohr
wird mit einem Raum verbunden, aus dem Luft herausgepumpt werden soll.
Wenn Wasser durch das Rohr strömt, dann erreicht es im Bereich der
Düse wegen des kleinen Rohrquerschnitts eine große Geschwindigkeit.
Nach dem bernoullischen Gesetz ist in diesem Bereich der statische Druck
sehr klein. Infolge dieses kleinen Druckes wird Luft aus der Umgebung
angesaugt. Der Druck in dem Gefäß rechts (Bild 2) verringert
sich solange, bis er näherungsweise gleich dem statischen Druck in
der Nähe der Düse ist.
Eine andere Anwendung ist der Zerstäuber
(Bild 4). Bei einem solchen Zerstäuber strömt Luft durch eine
Düse. Die Strömungsgeschwindigkeit ist im Bereich der Düse
relativ groß, der statische Druck nach dem bernoullischen Gesetz
demzufolge klein. Durch diesen kleinen Druck wird die Flüssigkeit,
die sich in einem Gefäß befindet (Bild 3), regelrecht angesaugt.
Sie tritt aus einer Öffnung aus und wird durch die schnell strömende
Luft zerstäubt.