





Die physikalische Größe
Beschleunigung
Die Beschleunigung gibt an, wie schnell sich die Geschwindigkeit eines
Körpers ändert.
| Formelzeichen: | ![]() |
| Einheit: ein Meter je Quadratsekunde |
|
Ein Beispiel für den ersten Fall ist die Erhöhung der Geschwindigkeit eines Autos längs einer geraden Straße. Fall 2 findet man bei einer gleichförmigen Kreisbewegung, Fall 3 beispielsweise bei einer Person, die in einem anfahrenden Karussell sitzt.
Manchmal wird zwischen Beschleunigung (Betrag der Geschwindigkeit vergrößert
sich) und Verzögerung
(Betrag der Geschwindigkeit verringert sich) unterschieden. Eine solche
Unterscheidung kann auch über eine Vorzeichenvereinbarung erfolgen:
Eine positive Beschleunigung bedeutet eine Geschwindigkeitsvergrößerung,
eine negative Beschleunigung eine Geschwindigkeitsverringerung. Diese
Vorzeichenregelung ergibt sich automatisch aus der in der Physik üblichen
Verfahrensweise, bei einer Differenz den Endwert vom Anfangswert zu subtrahieren:
Beschleunigungen in Natur und Technik
Die Beschleunigung eines Körpers kann sehr unterschiedlich sein.
Nachfolgend sind Beispiele für Beschleunigungen angegeben, die in
Natur und Technik auftreten.
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Vorgang
|
Beschleunigung in
![]() |
| Tennisball beim Abschlagen |
10 000
|
| Auto mit 50 km/h auf ein festes Hindernis |
340 ... 540 (je nach Wagentyp)
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| Schleudersitz bei einem Düsenjäger |
140
|
| Düsenjäger beim Kurvenflug |
bis 90
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| Astronaut beim Start einer Rakete |
bis 60
|
| Gepard |
bis 11
|
| Wegstoßen einer Kugel beim Kugelstoß |
ca. 10
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| fallender Stein |
9,81
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| Auto beim scharfen Bremsen auf trockener Straße |
bis 9
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| Mindestwert beim Bremsen auf trockener Straße (TÜV-Festlegung) |
6
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| Auto beim scharfen Bremsen auf nassem Beton |
4
|
| vorsichtige Betriebsbremsung beim PKW |
3
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| mittlere Startbeschleunigung beim Sprint |
2,1
|
| Flugzeug (Jumbo-Jet) beim Start |
1,6
|
| Zug (ICE) beim Anfahren |
0,5
|
| anfahrender Güterzug |
0,1
|
Messen der Beschleunigung
Die Beschleunigung eines Körpers kann mit einem Beschleunigungsmesser
gemessen werden. Solche Beschleunigungsmesser zeigen immer die jeweilige
Beschleunigung (Augenblicksbeschleunigung
oder Momentanbeschleunigung)
an.
Berechnen der Beschleunigung
Die Beschleunigung eines Körpers kann berechnet werden mit der Gleichung:
Dabei sind folgende Fälle von besonderer Bedeutung:
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a)
|
Die Beschleunigung ist zeitabhängig, ändert sich also zeitlich. Es gilt a = a(t). Dann liegt eine ungleichmäßig beschleunigte Bewegung vor. Um in diesem Falle Aussagen über die Beschleunigung machen zu können, muss man die zeitliche Abhängigkeit der Beschleunigung kennen. Ansonsten kann man aus den Differenzen von Geschwindigkeit und Zeit eine Durchschnittsbeschleunigung berechnen. Das ist z.B. der Fall, wenn man die Beschleunigung eines anfahrenden Autos aus dem Stillstand bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h ermittelt. |
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b)
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Der Betrag der Beschleunigung ist
konstant, also gilt: Es liegt dann eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung vor. Diese Bewegung kann geradlinig oder krummlinig (kreisförmig) sein. In diesem Fall hat die Beschleunigung in jedem Ort der Bewegung den gleichen Betrag. |
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c)
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Ist die Beschleunigung a = 0, so liegt eine unbeschleunigte Bewegung vor. |
Für den Fall der gleichmäßig beschleunigten
Bewegung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für die Berechnung
der Beschleunigung, wobei die jeweiligen Bedingungen zu beachten sind:
Sind die Masse eines Körpers und die auf ihn
wirkende beschleunigende (konstante) Kraft bekannt, so kann man die Beschleunigung
berechnen mit der Gleichung:
Die Radialbeschleunigung
Für eine gleichförmige Kreisbewegung
kann die radial gerichtete Beschleunigung (Bild 3), die als Radialbeschleunigung
oder Zentralbeschleunigung
oder Zentripetalbeschleunigung
bezeichnet wird, berechnet werden mit folgenden Gleichungen:

Herleitung der
Radialbeschleunigung
Die Radialbeschleunigung für eine
gleichförmige Kreisbewegung kann man folgendermaßen herleiten:
Wir betrachten einen Punkt P, der sich mit konstantem Betrag der Geschwindigkeit
auf einer kreisförmigen Bahn bewegt. Bei der Bewegung von
wird der Weg
s zurückgelegt (Bild 4).
Bei einem kleinen Winkel 
Stellt man die Gleichungen (1) und (2) nach dem Winkel
um und setzt die Terme gleich, so ergibt sich:
Beschleunigung
bei ungleichförmigen Kreisbewegungen
Bei einer ungleichförmigen Kreisbewegung sind zwei verschiedene Beschleunigungen
zu unterscheiden: Zum einen ist eine Bahnbeschleunigung vorhanden, die
stets tangential zur Bahn wirkt. Darüber hinaus ist die Radialbeschleunigung
vorhanden (Bild 5). Die Gesamtbeschleunigung
ergibt sich dann als Vektorsumme der beiden Beschleunigungen. Sie ist
nicht in Richtung Mittelpunkt der Kreisbahn gerichtet.
Die Fallbeschleunigung
Eine spezielle Beschleunigung ist die Fallbeschleunigung
beim freien Fall eines Körpers, die durch die Gravitationswirkung
auf diesen Körper zustandekommt und die auf der Erdoberfläche
einen Betrag von
hat. Genauere Informationen zur Fallbeschleunigung sind unter diesem Stichwort
auf der CD zu finden.