







Eine mechanische Schwingung ist eine zeitlich periodische Bewegung eines Körpers um eine Ruhelage. Sie kann in unterschiedlicher Weise beschrieben werden. Nachfolgend sind die wichtigsten Möglichkeiten der Beschreibung von Schwingungen dargestellt.
Beschreibung durch Schwingungsaufzeichnung
Der Verlauf von Schwingungen kann in unterschiedlicher Weise aufgezeichnet
und damit sichtbar gemacht werden. Die Schwingungen von Stimmgabeln
kann man z. B. mit einem Mikrofon empfangen und mit einem Oszillografen
sichtbar machen (Bild 1). Eine ähnliche Schwingungskurve erhält
man, wenn man eine angeschlagene Stimmgabel mit Schreibspitze über
eine berußte Glasplatte zieht.
Die Schwingungen von schweren Fadenpendeln kann man aufzeichnen, wenn
man am Pendelkörper in einer Hülse einen senkrecht beweglichen
Schreibstift anbringt, die Spitze des Schreibstiftes auf weißes
Papier setzt und bei schwingendem Pendel das Papier gleichmäßig
wegzieht.
Beschreibung durch ein y-t-Diagramm
Eine Schwingung kann man genauer beschreiben, wenn man den zeitlichen
Verlauf der Auslenkung y darstellt. Man erhält
dann ein y-t-Diagramm dieser Schwingung
(Bild 2). Der Kurvenverlauf entspricht den jeweiligen Schwingungszuständen.
In Bild 2 ist in der Mitte ein y-t-Diagramm
angegeben. Oben und unten sind die zugehörigen Schwingungszustände
für einen Federschwinger und ein Fadenpendel dargestellt.
Beschreibung durch physikalische Größen
Schwingungen kann man mit den physikalischen Größen Auslenkung
(Elongation), Amplitude, Schwingungsdauer
(Periodendauer) und Frequenz beschreiben.
Diese vier Größen sind in der nachfolgenden Übersicht
genauer charakterisiert.
Frequenz und Schwingungsdauer
Frequenz und Schwingungsdauer sind wichtige
Größen sowohl für die Beschreibung von mechanischen wie
auch von nichtmechanischen Schwingungen. Sie hängen eng miteinander
zusammen.
Die Frequenz gibt die Anzahl der schwingungen je Sekunde an. Die Schwingungsdauer,
auch Periodendauer genannt, ist die Zeitdauer für eine vollständige
Schwingung, also für ein einmaliges Hin- und Herschwingen.
Einheit der Frequenz ist ein Hertz (1 Hz), benannt nach dem deutschen
Physiker HEINRICH HERTZ (1857-1894), der die elektromagnetischen Schwingungen
und Wellen entdeckt hat.
Vielfache der Einheit 1 Hz sind ein Kilohertz (1 kHz) und ein Megahertz
(1 MHz):
| 1 kHz = 1 000 Hz 1 MHz = 1 000 kHz = 1 000 000 Hz |
Die nachfolgende Übersicht zeigt einige Werte für Frequenzen.

Die Frequenz kann berechnet werden mit den Gleichungen:

Beschreibung durch eine Gleichung
Körper können in sehr unterschiedlicher Weise schwingen.
Für harmonische Schwingungen, z. B. die Schwingungen eines Federschwingers
oder eines Fadenpendels bei kleinen Auslenkungen, lässt sich eine
Schwingungsgleichung angeben, durch
die der Verlauf der Schwingung beschrieben wird.
Unter der Bedingung, dass eine harmonische
Schwingung vorliegt, gilt:

Der Ausdruck
wird auch als Kreisfrequenz
bezeichnet. Damit erhält man als Schwingungsgleichung:

Da harmonische Schwingungen mit einer Sinusfunktion beschrieben werden, spricht man auch von sinusförmigen Schwingungen. Daneben gibt es aber eine Vielzahl von Schwingungen, die nicht sinusförmig verlaufen.
Hat eine harmonische (sinusförmige) Schwingung
zum Zeitpunkt t = 0 den Phasenwinkel
,
dann muss das in der Schwingungsgleichung berücksichtigt werden.
Sie lautet dann:

Aus der Schwingungsgleichung lassen sich auch Aussagen
über den Verlauf der Geschwindigkeit und der Beschleunigung bei harmonischen
Schwingungen ableiten.
Die Geschwindigkeit ergibt sich als erste Ableitung der Elongation nach
der Zeit:

Diese maximale Geschwindigkeit wird beim Durchgang durch die Gleichgewichtslage erreicht. In den Umkehrpunkten ist sie null.
Die Beschleunigung ergibt sich als erste Ableitung der Geschwindigkeit nach der Zeit bzw. als zweite Ableitung der Elongation:

Die maximale Beschleunigung wird in den Umkehrpunkten
erreicht. Beim Durchgang durch die Gleichgewichtslage ist sie null.
Energie bei harmonischen
Schwingungen
Geht man von einer ungedämpften harmonischen Schwingung aus, dann
ändert sich bei mechanischen Schwingern ständig die potenzielle
und die kinetische Energie, wobei die Gesamtenergie gleich bleibt (Bild
4).
Daher kann man die Energie eines harmonischen
Oszillators z.B. aus seiner maximalen Geschwindigkeit berechnen,
weil zum Zeitpunkt der maximalen Geschwindigkeit die kinetische Energie
maximal und die potenzielle Energie null sind. Damit erhält man:

Bei einem Federschwinger kann man die Energie des Schwingers auch mithilfe der Federkonstanten (Richtgröße, Rückstellfaktor) ausdrücken und erhält dann für die Energie den Ausdruck:

Kraftgesetz
für harmonische Schwingungen
Bei einer harmonischen mechanischen Schwingung ist die rücktreibende
Kraft proportional zur Auslenkung. Es gilt stets:

Durch das Minuszeichen wird die entgegengesetzte Richtung
von Auslenkung und Kraft zum Ausdruck gebracht. Die Kraft wirkt stets
entgegen der Auslenkung in Richtung Gleichgewichtslage.
Es gilt auch die umgekehrte Aussage: Besteht zwischen rücktreibender
Kraft und Auslenkung bei einem Vorgang Proportionalität, so liegt
eine harmonische Schwingung vor. Die Proportionalität zwischen rücktreibender
Kraft und Auslenkung ist somit ein Kriterium dafür, ob eine harmonische
Schwingung vorliegt oder nicht.
Das Kraftgesetz lässt sich folgendermaßen
ableiten:
Dieses Gesetz wird als Kraftgesetz
für harmonische Schwingungen bezeichnet. Den Faktor D
nennt man Richtgröße, Rückstellfaktor oder bei Federn
auch Federkonstante. Die Gleichung ermöglicht auch die Bestimmung
dieser Richtgröße durch Messung von Kraft F
und zugehöriger Auslenkung y.