



Bildentstehung
am ebenen Spiegel
Befindet sich ein Gegenstand vor einem ebenen Spiegel (Bild 2), so
geht von jedem Punkt des Gegenstandes Licht aus. Führt man die Konstruktion
des Strahlenverlaufs für jeden Punkt aus, so erhält man das
Bild (Spiegelbild)
des Gegenstandes (Bild 2). Für einen ebenen Spiegel gilt:
Gegenstand und Bild sind symmetrisch zueinander.
Das bedeutet: Das Spiegelbild befindet sich hinter
dem Spiegel, ist genauso groß wie der Gegenstand und aufrecht. An
der Stelle, an der sich das Bild befindet, kann es nicht auf einem Schirm
aufgefangen werden. Ein solches Bild wird in der Physik als scheinbares
Bild oder als virtuelles
Bild bezeichnet. Ein virtuelles Bild kann man sehen und auch fotografieren.
Das Bild an einem ebenen Spiegel kann man sich also konstruieren, indem
man das Reflexionsgesetz anwendet und die Bildpunkte konstruiert. Es gibt
aber auch eine sehr einfache Möglichkeit, wenn man davon ausgeht,
dass bei einem ebenen Spiegel Gegenstand und Bild immer symmetrisch zueinander
sind. Man braucht nur vom Gegenstand aus einige zum Spiegel senkrechte
Linien zu ziehen und hinter dem Spiegel die Entfernung Gegenstandspunkt
- Spiegel noch einmal abzutragen. Im mathematischen Sinne handelt es sich
um eine Spiegelung.
Wie groß
muss ein ebener Spiegel sein, in dem man sich vollständig sieht?
Manchmal möchte man sich in einem Spiegel vollständig sehen.
Damit das der Fall ist, muss das Licht, das von den Füßen bzw.
von den Haaren ausgeht, nach der Reflexion am Spiegel in die Augen gelangen
(Bild 3). Da nach dem Reflexionsgesetz Einfallswinkel und Reflexionswinkel
jeweils gleich sind, folgt: Die Größe des Spiegels muss gleich
der halben Entfernung Fuß-Auge plus der halben Entfernung Augen-Haare
sein. Ein ebener Spiegel muss also mindestens halb so hoch sein wie eine
Person, die sich vollständig darin sehen will. Keine Rolle spielt
dabei die Entfernung vom Spiegel oder eine Neigung des Spiegels.
Bilder an Hohlspiegeln
(Konkavspiegeln)
Hohlspiegel sind Spiegel mit
gekrümmten Flächen, wobei das Licht auf die konkave Fläche
trifft und dort nach dem Reflexionsgesetz reflektiert wird. Man spricht
deshalb auch von einem Konkavspiegel.
Die wichtigsten Formen sind Kugelspiegel und Parabolspiegel.
Bei einem Kugelspiegel ist
die Spiegelfläche Teil einer Kugel. Man spricht deshalb auch von
einem kugelförmigen Hohlspiegel. Der Punkt M ist der Mittelpunkt
der Kugelfläche, der Punkt F der Brennpunkt, der gleich dem halben
Radius der Kugelfläche ist (Bild 4). Beispiele für Kugelspiegel
sind Kosmetikspiegel.
Bei einem Parabolspiegel
ist die Oberfläche die Innenfläche eines Paraboloids. Eine solche
Fläche entsteht, wenn man eine Parabel rotieren lässt. Parabolspiegel
werden z.B. bei Scheinwerfern, Taschenlampen oder Spiegelteleskopen genutzt.
Dabei wird vor allem die Eigenschaft angewendet, dass bei einem solchen
Spiegel Licht, das vom Brennpunkt ausgeht, nach der Reflexion am Spiegel
paralleles Licht ist. Bringt man also im Brennpunkt eine Lichtquelle an,
so wird das Licht nach der Reflexion am Parabolspiegel näherungsweise
als paralleles Licht abgestrahlt.
Wir betrachten nachfolgend kugelförmige Hohlspiegel und beschränken
uns darüber hinaus auf achsennahe Strahlen. In Abhängigkeit
von der Gegenstandsweite entstehen an solchen Spiegeln unterschiedliche
Arten von Bildern (Bild 4).
Um sich Bilder an Hohlspiegeln zu konstruieren, reicht es aus, den Verlauf einiger charakteristischer Strahlen zu kennen. Für diese Strahlen gilt:
In Bild 4 sind einige typische Fälle dargestellt.
Aus der Übersicht ist erkennbar:
Will man Bilder an Parabolspiegeln konstruieren,
so muss man für einzelne Strahlen das Reflexionsgesetz anwenden.
| Bilder an Wölbspiegeln (Konvexspiegeln) | |
| Zur Bildkonstruktion an kugelförmigen Wölbspiegeln kann man ebenfalls die oben genannten charakteristischen Strahlen (Parallelstrahl, Brennpunktstrahl, Mittelpunktstrahl) nutzen, wenn man sich auf achsennahe Strahlen beschränkt: | |
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Parallelstrahlen werden nach der Reflexion zu Brennpunktstrahlen. |
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Brennpunktstrahlen werden nach der Reflexion zu Parallelstrahlen. |
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Mittelpunktstrahlen bleiben nach der Reflexion Mittelpunktstrahlen. Sie werden in sich selbst zurückgeworfen. |
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