


Zur Entstehung von Blitzen wurden unterschiedliche
Theorien entwickelt. Durchgesetzt hat sich die folgende Auffassung: Elektrisch
geladene Gewitterwolken
entstehen vor allem an warmen, schwülen Tagen. Warme, aber auch feuchte
Luft steigt nach oben. Dabei kühlt sie sich ab. Aus dem in der Luft
befindlichen Wasserdampf werden dadurch Wassertropfen, Eiskristalle und
Hagelkörner. Der Mechanismus der Ladungstrennung
in der Wolke ist noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Ein Erklärungsansatz
ist folgender: Ein Teil der aufgestiegenen Hagelkörner fällt
wieder herab, weil sie zu schwer sind. Durch das schnelle Aufsteigen von
Luft mit Wassertropfen und Eiskristallen sowie das Herabfallen von Hagelkörnern
kommt es infolge von Reibung zu Ladungstrennungen. Damit entstehen in
Gewitterwolken Bereiche, die unterschiedlich geladen sind (Bild 2).
Wenn die unterschiedlichen Ladungen in Gewitterwolken groß genug
sind, kommt es zu einem Ladungsausgleich
durch einen Blitz. Dabei wandern Elektronen zum positiv geladenen Körper.
Blitze schlagen vor allem in hohe, spitze Gegenstände ein, z.B. in
hohe Bäume, Kirchturmspitzen oder Spitzen von Dächern. Solche
Stellen sind somit besonders gefährdet und müssen besonders
geschützt werden.
Blitzschutz und
Blitzschutzanlagen
Nicht nur Gebäude und Anlagen, sondern auch der Mensch selbst ist
gefährdet, wenn er sich bei Gewitter im Freien aufhält. Die
Verletzungen, die durch Blitze auftreten, können aufgrund der erheblichen
Stromstärken und Spannungen tödlich sein. Die Formulierung "vom
Blitz erschlagen" ist real. Darüber hinaus können Verbrennungen,
Herzschädigungen, Nerven und Muskellähmungen, Seh- und Gehörschädigungen
auftreten.
Deshalb sollte man bei Gewittern grundsätzlich vorsichtig sein und
einige Regeln beachten, wenn man im Bereich eines Gewitters ist:
Gefährdet sind nicht nur Lebewesen, sondern auch
Gebäude sowie technische Anlagen und elektronische Geräte, die
durch Blitzeinwirkungen erheblich geschädigt werden können.
Um Gebäude vor Schäden durch Blitzeinschlag zu schützen,
werden in gefährdeten Gebieten Blitzschutzanlagen
angebracht (Bild 3). Diese sind so konstruiert, dass der Blitz in diese
Anlagen (Blitzableiter)
einschlägt und gefahrlos in die Erde abgeleitet werden kann. Der
erste Blitzableiter wurde von dem amerikanischen Staatsmann und Naturforscher
BENJAMIN FRANKLIN (1706-1790) gebaut. Eine Blitzschutzanlage besitzt Fangstäbe
und Fangleitungen, die die
höchsten Stellen des Hauses bilden, sodass der Blitz dort einschlägt
(Bild 3). Über dicke Eisendrähte wird der elektrische Strom
des Blitzes in die Erde abgeleitet. Die Erdung erfolgt durch Platten und
Kupfernetze, die möglichst in das Grundwasser versenkt werden. Hinzu
kommt eine Sicherung des elektrischen Netzes im Gebäude durch Erdung.
Diese Schutzmaßnahmen werden in der Technik als Grobschutz
bezeichnet. Hinzu kommt meist noch ein Feinschutz
in Form von Sicherungen in einzelnen Anlagen und Geräten.
Der faradaysche
Käfig
Unter einem FARADAY-Käfig
versteht man einen Metallkäfig oder einen von Metall oder einem Metallgitter
umgebenen Raum. Benannt ist er nach MICHAEL
FARADAY (1791-1867). FARADAY stellte fest, dass ein solcher Raum feldfrei
bleibt. Das gilt auch, wenn eine starke elektrische Entladung auftritt,
also z.B. ein Blitzeinschlag erfolgt. Damit ist man in einem solchen FARADAY-Käfig
vor elektrischen Einschlägen sicher. Der Käfig wirkt als Abschirmung.
Die Karosserien von Autos oder Flugzeughüllen
sind solche FARADAY-Käfige. Man ist deshalb in einem Auto oder in
einem Flugzeug vor einem Blitzschlag geschützt (Bild 4). Bei Cabrios
reicht zur Abschirmung schon der Metallrahmen des Daches. Allerdings können
starke elektrische Entladungen trotzdem zu Störungen bei elektronischen
Bauteilen führen. Ein Restrisiko bleibt.
FARADAY-Käfige nutzt man auch zur Abschirmung
von Kabeln: Übertragungskabel
für Computer oder Antennenkabel sind von einem Drahtgeflecht aus
Kupfer umgeben. Dieses Drahtgeflecht bewirkt, dass keine elektrischen
Felder von außen die übertragenen Daten beeinflussen können.
Die Abschirmung bewirkt eine störungsfreie Datenübertragung.
Dieser Schutz ist aber auf "normale" Störeinflüssen
beschränkt. Auch hier können starke elektrische Entladungen,
wie sie z.B. bei Blitzen auftreten, zu erheblichen Störungen führen.