






| Die Schallquelle bewegt sich und der Empfänger (Beobachter) ruht | |
| Beim Annähern gilt: | Beim Entfernen gilt: |
![]() größere Frequenz, höherer Ton |
![]() kleinere Frequenz, tieferer Ton |
| Der Empfänger (Beobachter) bewegt sich und die Schallquelle ruht | |
| Beim Annähern gilt: | Beim Entfernen gilt: |
![]() größere Frequenz, höherer Ton |
![]() kleinere Frequenz, tieferer Ton |
Dabei bedeuten: |
|
Der optische DOPPLER-Effekt
DOPPLER selbst vertrat die Auffassung, dass der vom ihm entdeckte Effekt
auch im optischen Bereich gilt. Diese Vermutung lag nahe, denn die Ausbreitung
von Lichtwellen in einem Äther wurde als Analogie zur Ausbreitung
von Schallwellen in Luft gedeutet. Ein experimenteller Nachweis konnte
zu dieser Zeit nicht erbracht werden. Eine Erklärung für den
optischen DOPPLER-Effekt lieferte erst die spezielle Relativitätstheorie.
Deshalb ist auch die Bezeichnung relativistischer
DOPPLER-Effekt üblich.
Im Unterschied zum akustischen DOPPLER-Effekt, der sich auf Schallwellen
bezieht, handelt es sich bei Licht um elektromagnetische Wellen. Bei ihnen
existiert, wie wir heute wissen, kein Trägermedium. Es ist auch kein
ausgezeichnetes Bezugssystem vorhanden, relativ zu dem sich eine Phasengeschwindigkeit
angeben lässt. Ausschlaggebend sind nur die Relativgeschwindigkeit
zwischen Lichtquelle (Sender) und Beobachter (Empfänger) sowie die
Lichtgeschwindigkeit. Es gelten die folgenden Beziehungen:
| Annähern von Sender und Empfänger | Entfernen von Sender und Empfänger |
![]() höhere Frequenz, kleinere Wellenlänge, Violettverschiebung |
![]() niedrigere Frequenz, größere Wellenlänge, Rotverschiebung |
Dabei bedeuten: |
|
Unter Nutzung der Gleichung

erhält man Gleichungen für die Wellenlänge, die vom Empfänger
registriert wird:
| Beim Annähern von Sender und Empfänger | Beim Entfernen von Sender und Empfänger |
![]() |
![]() |
Violettverschiebung und Rotverschiebung
Beim Annähern von Sender und Empfänger wird vom Empfänger
im Vergleich mit einer ruhenden Quelle eine Verschiebung von Spektrallinien
in Richtung kleinerer Wellenlänge registriert. Da im Bereich des
sichtbaren Lichtes das violette Licht die kleinste Wellenlänge hat,
spricht man von einer Violettverschiebung,
also einer Verschiebung in Richtung Violett.
Beim Entfernen von Sender und Empfänger wird vom Empfänger im
Vergleich mit einer ruhenden Quelle eine Verschiebung von Spektrallinien
in Richtung größerer Wellenlänge registriert. Man spricht
deshalb von einer Rotverschiebung.
Nicht verwechselt werden darf diese Rotverschiebung mit der Beeinflussung
von Frequenzen bzw. Wellenlänge durch Gravitationsfelder, die mitunter
als relativistische Rotverschiebung bezeichnet wird und nur im Rahmen
der allgemeinen Relativitätstheorie erklärt werden kann.
Entdeckung und Bedeutung der Rotverschiebung
Entdeckt wurde die Verschiebung von Spektrallinien in Richtung Rot im
Jahre 1929 durch den amerikanischen Astronomen EDWIN
POWELL HUBBLE (1889-1953). HUBBLE untersuchte die Spektren von Galaxien
und stellte dabei fest, dass die bekannten Spektrallinien verschiedener
Elemente durchweg in Richtung größerer Wellenlängen verschoben
waren.
Als Rotverschiebung wird in der Astronomie
folgender Term festgelegt:

Unter Nutzung der oben genannten Gleichung für die Wellenlänge
beim Entfernen von Sender und Empfänger voneinander kann man auch
schreiben:
Stellt man die Gleichung nach der Geschwindigkeit v um, so erhält
man eine Gleichung für die Geschwindigkeit, mit der sich eine Lichtquelle
vom Beobachter entfernt. Die Geschwindigkeit wird in der Astronomie deshalb
als Fluchtgeschwindigkeit
bezeichnet. Für die Fluchtgeschwindigkeit gilt:
Rotverschiebung in der Astronomie
Die Rotverschiebung von Spektrallinien ermöglicht es, die Bewegung
von Galaxien und Quasaren genauer zu charakterisieren. Quasare wurden
1963 entdeckt. Es sind wahrscheinlich die Kerne junger Galaxien. Sie senden
eine starke Radiostrahlung aus. Astronomische Untersuchungen haben ergeben:
- Bei allen Galaxien tritt eine Rotverschiebung auf. Das bedeutet: Sie entfernen sich von uns, wobei die Fluchtgeschwindigkeit mit der Entfernung zunimmt. Für den Zusammenhang zwischen der Fluchtgeschwindigkeit und der Entfernung gilt das Gesetz von HUBBLE:

- Die größten bisher gemessenen Rotverschiebungen treten
bei Quasaren auf. So wurde im
Jahre 2000 ein Quasar mit einer Rotverschiebung von 5,8 entdeckt. Hier
verschiebt sich die LYMAN- - Linie des Wasserstoffs, die im Labor eine
Wellenlänge von 121,6 nm hat, zu 829,3 nm. Damit ergibt sich für
diesen Quasar eine Fluchtgeschwindigkeit von 0,96 c oder 96 % der Lichtgeschwindigkeit.