




JAMES
WATT erzielt entscheidende Fortschritte
Wichtige Forschritte bei der Weiterentwicklung von Dampfmaschinen erzielte
der schottische Techniker JAMES WATT (1736-1819).
WATT gelang es, die Dampfmaschine so zu verbessern, dass die Ausdehnung
und Abkühlung des Dampfes in verschiedenen Bereichen erfolgte (Bild
4). Er erfand den Kondensator zur Abkühlung
(Kondensation) des Dampfes, den Fliehkraftregler zur automatischen Regulierung der Dampfzufuhr, ein Getriebe zur Umwandlung
der Hin- und Herbewegung in eine Drehbewegung und ergänzte ein Schwungrad
zur Überwindung der Totpunkte. Um 1781 war die Dampfmaschine so entwickelt,
dass sie in breitem Umfange als Antriebsmaschine verwendet werden konnte.
In den folgenden Jahren wurden Dampfmaschinen in den
unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt: Als Antrieb für Pumpen
in Bergwerken, für Textilmaschinen, für Schiffe und
Dampfkutschen.
1800 erhielt der englische Ingenieur RICHARD
TREVITHICK
(1771-1833) ein Patent für eine Hochdruckdampfmaschine für Schienenfahrzeuge,
1801 baute er einen Dampfwagen für die Straße.
Das Grundprinzip
aller modernen Dampfmaschinen
Das Grundprinzip moderner Dampfmaschinen
besteht darin, dass Wasserdampf von einem Heizkessel durch eine spezielle
Steuerung in Form eines Steuerzylinders
(Bild 6) in den Arbeitszylinder strömt,
und zwar einmal in den Bereich links vom Arbeitskolben und einmal in den
Bereich rechts vom Arbeitskolben. Durch den unter hohen Druck stehenden
Wasserdampf wird der Arbeitskolben bewegt. Er führt eine Hin- und
Herbewegung aus, die über eine Pleuelstange in eine Drehbewegung
umgewandelt wird.
Heute werden Dampfmaschinen kaum noch verwendet. Man findet sie noch bei historischen Bahnen (Dampflokomotiven) und in Museen. Sie sind durch den Elektromotor und durch Verbrennungsmotoren (Ottomotor, Dieselmotor) schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts allmählich verdrängt worden.
Die physikalischen
Grundlagen
Es ist bemerkenswert, dass die Dampfmaschine zu den technischen Anordnungen
gehört, die aufgrund von Erfahrungen gebaut und genutzt wurden und
bei denen erst später die physikalischen Grundlagen klar formuliert
wurden.
Erst um 1824 zeigte SADI CARNOT
(1796-1832) in seiner berühmten Schrift "Betrachtungen über
die bewegende Kraft des Feuers und die zur Entwicklung dieser Kraft geeigneten
Maschinen",
Physikalische Grundlage für die Dampfmaschine ist der sogenannte carnotsche Kreisprozess. Nähere Erläuterungen sind unter diesem Stichwort zu finden. SADI CARNOT gab auch den theoretisch maximalen Wirkungsgrad für einen solchen Prozess an:

Der Wirkungsgrad ist nur von der Temperaturdifferenz
des reversiblen Prozessablaufs abhängig. Da es in der Natur und in
der Technik keine vollkommen reversibel ablaufende Prozesse gibt, ist
dies der höchstmögliche Wirkungsgrad, der beim Umwandeln von
thermischer in mechanischer Energie erreicht werden kann.
Eine Dampfmaschine, deren heißer Wärmespeicher siedendes Wasser
von 373 K (100 °C)und deren kalter Wärmespeicher Wasser von 273
K (0 °C) enthält, hat demnach theoretisch einen maximalen Wirkungsgrad
von:

Die Wirkungsgrade der Niederdruckdampfmaschinen lagen
weit darunter. Um diesen Wert zu erhöhen, musste die Temperaturdifferenz
vergrößert werden. Dies wurde durch Überhitzen des Wasserdampfes
in Hochdruckdampfmaschinen erreicht. Dabei wird der Dampf unter hohem
Druck zum Sieden gebracht, bevor er in den Zylinder eingeleitet wird.
Bei Temperaturdifferenzen von 350 K wurden Wirkungsgrade von 0,20 bis
0,25 erreicht.