




Zur Veranschaulichung von Zusammenhängen, zur Untersuchung von Verläufen
oder zur Darstellung von Abhängigkeiten werden in vielen Bereich
von Wissenschaft und Technik Diagramme genutzt. Wichtige Arten von Diagrammen
sind Kreisdiagramme, Säulendiagramme (Balkendiagramme) und Liniendiagramme.
Eine spezielle Form sind Energieflussdiagramme.
Kreisdiagramme wie das in Bild 1
dargestellte Diagramm, das den Anteil von Verbrauchergruppen am Elektroenergieverbrauch
in Deutschland zeigt, eignen sich besonders dazu, die Anteile von Größen
bei einer Ausgangsbasis von 100 % darzustellen. Die prozentualen
Anteile werden als Kreissegmente dargestellt. Liegen nur die Prozentzahlen
vor, so muss man sie in Winkel umrechnen und dann als Kreissegment abtragen.
Dabei gilt:
| 100 % | 360° |
| 1 % | 3,6° |
Säulendiagramme
oder Balkendiagramme eignen sich besonders
dazu, Vergleiche zwischen Größen durchzuführen, wobei
100 % die Ausgangsbasis sein kann, aber nicht sein muss. Die einzelnen
Größen werden in Form einer Säule oder eines Balkens dargestellt,
so wie das in Bild 2 für den Primärenergieverbrauch je
Einwohner und Jahr in ausgewählten Ländern gemacht ist. Die
einzelne Größe wird in Form einer Säule oder eines Balkens
dargestellt und kann so anschaulich mit anderen Größen verglichen
werden.
Eine spezielle Form von Säulendiagrammen sind Energieflussdiagramme.
In einem solchen Energieflussdiagramm wird dargestellt, wie sich die zugeführte
Energie, die mit 100 % angesetzt wird, auf einzelne Bereiche verteilt.
Ein Beispiel ist das in Bild 3 dargestellte Energieflussdiagramm
für einen Pkw. Aus diesem Diagramm ist z. B. erkennbar, dass
für die Fortbewegung nur 18 % der zugeführten Energie genutzt
werden.
Liniendiagramme (Bild 4) eignen sich besonders dazu, einen Zusammenhang zwischen zwei Größen darzustellen. Aus dem Kurvenverlauf ist ablesbar, wie sich die eine Größe in Abhängigkeit von der anderen Größe ändert.
Interpretation von
Liniendiagrammen
Das sinnvolle Interpretieren von Diagrammen ist in vielen Bereichen von
Wissenschaft und Technik und damit auch in der Physik eine wichtige Aufgabe.
Ausführliche Hinweise zum Interpretieren von Liniendiagrammen sind
unter dem Stichwort "Interpretieren"
zu finden.
Bei vielen Liniendiagrammen kann man nicht nur den Zusammenhang zwischen
den beiden auf den Achsen abgetragenen Größen erkennen. Manchmal
haben auch der Anstieg des Graphen und die Fläche unter dem Graphen
eine physikalische Bedeutung.
Bei einem Kraft-Weg-Diagramm (Bild 6) oder bei einem Geschwindigkeit-Zeit-Diagramm hat auch die Fläche unter dem Graphen eine physikalische Bedeutung. Im F-s-Diagramm oder p-V-Diagrammen ist sie gleich der verrichteten mechanischen Arbeit, im v-t-Diagramm ist sie gleich dem zurückgelegten Weg.
Allgemein gilt: Die Fläche unter dem
Graphen ist gleich dem Produkt aus den beiden auf den Achsen abgetragenen
Größen, manchmal mit einem Faktor ungleich 1 versehen.
Hat dieses Produkt eine physikalische Bedeutung, so hat die Fläche
unter dem Graphen die gleiche physikalische Bedeutung.
Deshalb ist beim Interpretieren von Liniendiagrammen in der Physik immer
zu prüfen, ob man nicht nur aus dem Kurvenverlauf, sondern auch aus
dem Anstieg des Graphen oder aus der Fläche unter dem Graphen Aussagen
ableiten kann.