
Das Licht breitet sich im Vakuum in allen Richtungen und unabhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit der Lichtquelle oder des Lichtempfängers mit einer Geschwindigkeit von 299.792,458 km/s aus. Die Lichtgeschwindigkeit in Vakuum ist eine grundlegende Naturkonstante der gesamten Physik.
| Formelzeichen: Einheiten: |
c ein Kilometer je Sekunde ( 1 km/s) ein Meter je Sekunde (1 m/s) |
Messung der Lichtgeschwindigkeit
Wegen ihres sehr großen Zahlenwertes war es lange Zeit nicht möglich,
die Größe der Lichtgeschwindigkeit zu messen. Einige Physiker
glaubten irrtümlich sogar, das Licht könne sich mit unendlich
großer Geschwindigkeit ausbreiten. Als erstem Wissenschaftler gelang
dem dänischen Gelehrten OLAF RÖMER
(1644-1710) die Ermittlung der Lichtgeschwindigkeit. Allerdings gründete
sich seine Bestimmung nicht auf ein physikalisches Experiment, sondern
auf astronomische Beobachtungen:
RÖMER war bei langjährigen Beobachtungen der Verfinsterungen des Jupitermondes Io aufgefallen, dass diese zeitlichen Schwankungen unterliegen. Solche Verfinsterungen ereignen sich, wenn Io in den Jupiterschatten eintritt und damit für den irdischen Beobachter nicht mehr sichtbar ist. Eigentlich hätte man erwarten sollen, dass diese Verfinsterungen in genau periodischen Zeitabständen wiederkehren, denn sie werden schließlich durch die Stellung von Jupiter, Sonne und Io bestimmt, die ihrerseits den strengen Gesetzen der Himmelsmechanik unterliegt.
RÖMER vermutete, dass der beobachtete Zeitunterschied als "Verspätungseffekt" beim Eintreffen des Lichtsignals von Io auf der Erdoberfläche gedeutet werden kann. Dieser kommt zustande, weil der Lichtweg bis zur Erde auch von der Stellung der Erde bezüglich des Jupitersystems abhängt, die sich im Laufe eines Jahres mit der Bahnbewegung der Erde um die Sonne ändert. Diese Vermutung bedeutete jedoch ebenfalls, dass die Lichtgeschwindigkeit einen zwar hohen, aber dennoch endlichen Zahlenwert haben musste, denn die "Lichtverspätung" wäre bei unendlich hoher Lichtgeschwindigkeit ja nicht aufgefallen. Aus seinen Beobachtungen konnte RÖMER die Lichtgeschwindigkeit von 214.000 km/s errechnen.
Die erste Messung der Lichtgeschwindigkeit auf der Erde gelang den französischen Physiker HIPPOLYTE FIZEAU (1819-1896). Die nebenstehende Abbildung zeigt seine Versuchsanordnung. Als Strecke wählte er 8.633 m. Das Zahnrad hatte 720 Zähne. Das Licht wurde von der Lichtquelle über den halbdurchlässigen Spiegel zwischen zwei Zähnen des Zahnrades hindurch auf den Spiegel gelenkt, dort reflektiert und gelangte durch die gleiche Lücke des Zahnrades hindurch auf den halbdurchlässigen Spiegel zum Auge des Beobachters. Wurde das Zahnrad in immer schnellere Umdrehungen versetzt, so trat bei einer Drehzahl von 12,6 Umdrehungen pro Sekunde eine Verdunklung auf. Das Licht hatte nun offenbar nicht mehr den Durchtritt durch die Lücke geschafft sondern traf auf einen Zahn des Zahnrades. Aus seinen Untersuchungsergebnissen ermittelte FIZEAU im Jahre 1849 einen Wert für die Lichtgeschwindigkeit von 313.350 km.
Ein anderer französischer Physiker, LEON
FOUCAULT, (1819-1868) entwickelte FIZEAUs Methode weiter und ersetzt
das Zahnrad durch einen Drehspiegel. FOUCAULT ermittelte für die
Lichtgeschwindigkeit einen Zahlenwert von 298.000 km/s. In den ersten
Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gelang dem Amerikaner ALBERT
ABRAHAM MICHELSON (1852-1931), die Drehspiegelmethode
weiter zu verfeinern. MICHELSON ermittelte im Jahre 1927 die Lichtgeschwindigkeit
zu (299.796 ± 4) km/s. Dieser Zahlenwert hatte für längere
Zeit Gültigkeit.
Noch genauere Bestimmungen der Lichtgeschwindigkeit wurden mit Interferometern
vorgenommen. Heute gilt als verbindlicher und international festgelegter
Wert für die Lichtgeschwindigkeit im
Vakuum:
c = 299.792.458 km/s
Berechnung der Lichtgeschwindigkeit
Zur Berechnung der Lichtgeschwindigkeit
stehen verschiedene Gleichungen zur Verfügung. Da es sich beim Licht
um elektromagnetische Wellen handelt, kann man seine Ausbreitungsgeschwindigkeit
mithilfe der Gleichung zur Berechnung der Ausbreitungsgeschwindigkeit
von Wellen ermitteln. Diese Gleichung lautet:

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit kann auch anders bestimmt werden. Sind
die elektrische
Feldkonstante und
die
magnetische Feldkonstante , dann gilt für die Vakuumlichtgeschwindigkeit:
c
Für die Lichtgeschwindigkeit in Stoffen muss die obige Gleichung
durch die Permeabilitätszahl
und
die Permittivitätszahl (Dielektrizitätszahl)
ergänzt
werden. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit berechnet sich dann mithilfe der
Gleichung:
c
Abgesehen von diamagnetischen Materialien, deren Permeabilitätszahl etwas kleiner als 1 ist, besitzen die Stoffe Permeabilitätszahlen und Dielektrizitätszahlen, die größer als 1 sind. Daher ist in allen Stoffen die Lichtgeschwindigkeit auch immer kleiner als im Vakuum.
Werte für die Lichtgeschwindigkeit
In der nachfolgenden Übersicht sind einige Werte
für Lichtgeschwindigkeiten in verschiedene Stoffe angegeben.
|
Stoff
|
Lichtgeschwindigkeit in km/s
|
| Vakuum | 299 792,458 |
| Luft | 299 000 300
000 |
| Eis | 229 000 |
| Wasser | 225 000 |
| Plexiglas | 201 000 |
| Kronglas leicht | 199 000 |
| Kronglas schwer | 186 000 |
| Flintglas leicht | 186 000 |
| Flintglas schwer | 171 000 |
| Diamant | 124 000 |
Die Lichtgeschwindigkeit gilt heute als so genau bestimmt, dass man sie international 1983 als Grundkonstante festgelegt hat und z.B. für die Definition von Einheiten nutzt. Dabei geht man von dem oben bereits genannten Wert c = 299.792.458 m/s aus. Die Einheit 1 m, eine Basiseinheit des Internationalen Einheitensystems, wurde folgendermaßen festgelegt:
Ein Meter ist die Länge der Strecke, die das
Licht im Vakuum während der Dauer von 1/299.792.458 Sekunden durchläuft.