


Die Physik ist
eine Naturwissenschaft.
Sie beschäftigt sich mit grundlegenden Erscheinungen und Gesetzen in
unserer Umwelt und ermöglicht auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse
die Erklärung und Voraussage vieler Erscheinungen in der Natur.
Das Wort "Physik" ist von dem griechischen Wort "physis"
bzw. "physikos" abgeleitet,
das "Natur" bzw. "die Natur betreffend" bedeutet. Wie
auch bei anderen Naturwissenschaften besteht das Ziel physikalischer Forschung
darin,
Ein Lagerfeuer kann faszinierend sein (Bild 2). Woher kommen Wärme
und Licht des Feuers? Wie lautet für einen solchen Vorgang die Energiebilanz?
Wie entsteht Feuer, wie kann es gelöscht werden? Warum geben unterschiedliche
Brennmaterialien unterschiedlich viel Wärme und Licht ab? Wovon hängt
es ab, ob nur Wärme entsteht oder ob auch Licht abgestrahlt wird?
Im Nordpolarmeer und im Südpolarmeer schwimmen gewaltige Eisberge
im Wasser (Bild 3). Dabei sieht man nur ihre Spitze, weil sich etwa 90
% eines Eisberges unter Wasser befinden. Warum schwimmt überhaupt
ein viele Tonnen schwerer Eisberg? Warum befindet sich der größte
Teil unter Wasser? Weshalb sind das gerade etwa neun Zehntel, die sich
unter Wasser befinden? Wie lange existiert ein auf dem Wasser schwimmender
Eisberg? Verändert sich die Höhe des Wasserspiegels, wenn ein
solcher großer Eisberg schmilzt?
In großen Räumen oder in den Bergen (Bild 4) kann man Echos hören. Wie kommt ein solches Echo zustande? Wovon ist die Dauer zwischen einem Ruf und der Wahrnehmung seines Echo abhängig? Unter welchen Bedingungen entsteht ein Mehrfachecho?
Seit etwa 1900 ist die Existenz von Atomen anerkannt. Damit ergaben sich
zahlreiche Fragen, z.B.: Wie ist ein Atom aufgebaut? Wie unterscheiden
sich die Atome verschiedener Stoffe voneinander? Sind Elektronen, Protonen
und Neutronen tatsächlich die kleinsten existierenden Teilchen oder
sind sie aus noch kleineren Teilchen zusammengesetzt? Wie ist die Stabilität
eines Atoms zu erklären?
Mit all diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich die Physik.
Dabei werden typische Denk-
und Arbeitsweisen angewendet, die mit solchen Tätigkeiten
wie Beobachten, Beschreiben, Vergleichen, Messen, Experimentieren oder
Interpretieren verbunden sind. Nähere Erläuterungen dazu sind
bei den einzelnen Tätigkeiten gegeben, die unter ihren Bezeichnungen
zu finden sind.
Einteilung der Physik
Der Gegenstandsbereich
der Physik ist sehr umfangreich, sodass man schon relativ zeitig eine
Einteilung in Teilgebiete vorgenommen hat. Diese traditionelle Einteilung
bezieht sich auf die klassische Physik und umfasst folgende fünf
große Teilgebiete:
Neben diesen traditionellen Teilgebieten kommen solche Bereiche wie
hinzu. Aus der historischen Entwicklung der Physik ergibt sich auch eine andere Einteilungsmöglichkeit, nämlich die in die klassische Physik und in die moderne Physik.
Unter der klassischen Physik versteht man alle die physikalischen Erkenntnisse,
die sich in die Theorien einordnen lassen, die etwa bis zum Jahr 1900
entwickelt worden sind. Der überwiegende Teil der Inhalte, die im
Physikunterricht behandelt werden, gehört zur klassischen Physik.
Unter dem Begriff der modernen Physik fasst man die Theorien zusammen,
die nach 1900 entwickelt worden sind. Dazu gehören z. B. die Relativitätstheorie,
die Quantentheorie, große Teile der Elektronik, die Quantenelektrodynamik
und die Chaos-Theorie.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Physik in solche Bereiche einzuteilen, die mit analogen Gesetzen beschrieben werden können oder einen inhaltlichen Gegenstandsbereich abdecken. Unter einem solchen Gesichtspunkt kann man die Physik z. B. einteilen in:
So werden z. B. bei den Schwingungen und Wellen sowohl mechanische als auch elektromagnetische Schwingungen und Wellen betrachtet. Alle Arten von Schwingungen und Wellen kann man mit den gleichen bzw. analogen Begriffen beschreiben. Für alle Schwingungen und Wellen gelten die analogen Gesetze.
In der Fachwissenschaft sind Einteilungen nach den jeweiligen Forschungsbereichen
üblich. Beispiele dafür sind die Festkörperphysik,
die Elementarteilchenphysik,
die Polymerphysik, die Tieftemperaturphysik
oder die Kristallphysik.
Weitere Hinweise dazu erhält man, wenn man sich die Struktur der
physikalischen Institute oder Fakultäten an Hochschulen ansieht.
Dazu kann das Internet genutzt werden.
Ebenfalls möglich ist eine Einteilung in experimentelle
Physik (Experimentalphysik) und theoretische
Physik. In der Schulphysik nutzt man weitere Einteilungen, z.B. mit
solchen Bezeichnungen wie "Interferenzphänomene", "Kerne
und Teilchen", "Mikroobjekte", "Struktur der Materie"
oder "Nichtlineare Physik"
Alle diese Einteilungen werden nach Zweckmäßigkeit vorgenommen. Eine allgemein verbindliche Einteilung der Physik gibt es nicht.
Zusammenfassung
In einem Nachschlagewerk für Physik (Brockhaus-Verlag, Leipzig 1989)
heißt es zusammenfassend:
"Die Physik ist die Wissenschaft von den Eigenschaften
und den Zustandsformen, der Struktur und der Bewegung der unbelebten Materie,
den diese Bewegung hervorrufenden Kräften oder Wechselwirkungen und
den hierbei konstant bleibenden Größen. Die Physik ist eine
grundlegende Naturwissenschaft, die auf der Basis quantitativer, durch
Messungen präzisierter Erfahrungen zur Aufdeckung, zur mathematischen
Formulierung und praktisch-technischen Anwendung der Naturgesetze führt.
Vom behandelten Gebiet her bestehen keine scharfen Grenzen, einige historisch
entstandene Unterteilungen des Gesamtkomplexes Naturwissenschaft sind
durch den Fortschritt der Wissenschaft verwischt worden ..."