

Eine Eigenschaft von Schallwellen besteht darin, dass sie an Flächen reflektiert werden. Das gilt sowohl für Schall im hörbaren Bereich als auch für Ultraschall. Für die Reflexion von Schall gilt das Reflexionsgesetz: Einfallswinkel und Reflexionswinkel sind gleich groß.
Das Echo
Ruft man etwas in Richtung einer weiter entfernten Bergwand, so hört
man manchmal nach kurzer Zeit den reflektierten Schall. Dieser reflektierte
Schall wird als Echo bezeichnet.
Aus der Laufzeit des Schalles kann man auf die Entfernung des Objektes
schließen, an dem der Schall reflektiert wurde. Geht man von Luft
und damit von einer durchschnittlichen Schallgeschwindigkeit von 333 m/s
aus, dann ergibt sich die Entfernung als Produkt aus der Schallgeschwindigkeit
und der halben Laufzeit. Hört man z. B. ein Echo nach 6 Sekunden,
so beträgt die Entfernung zum reflektierenden Objekt:

Reflexion von Schallwellen tritt auch in großen Räumen, Höhlen oder unter Brücken auf. Dort ist aber der Weg des Schalles insgesamt so kurz, dass die Zeit zwischen Schallabgabe und Schallaufahme sehr klein ist. Statt von Echo spricht man dann meist nach Nachhall.
Das Echolot
Das Echolot wird genutzt, um die Tiefe von Gewässern zu messen oder
um Fischschwärme oder U-Boote zu orten. Dabei werden von einem Sender
Schallimpulse abgestrahlt,
wobei man meist Ultraschall
verwendet (Bild 2). Der Schall wird am Boden des Gewässers, vom Fischschwarm
oder vom U-Boot reflektiert und von einem Empfänger wieder aufgenommen.
Aus der Laufzeit der Schallimpulse kann man die Tiefe ermitteln, in der
sich das reflektierende Objekt befindet. Da sich der Schall mit konstanter
Geschwindigkeit ausbreitet und die Laufzeit
gemessen werden kann, lässt sich die Geschwindigkeit nach dem Weg-Zeit-Gesetz
für gleichförmige Bewegungen ermitteln. Es gilt wie schon beim
Echo:

Will man genaue Messungen durchführen, so ist zu beachten, dass die Schallgeschwindigkeit in Wasser von der Temperatur abhängt und darüber hinaus sich in der Regel die Wassertemperatur mit der Tiefe ändert, die Schallgeschwindigkeit also nicht konstant ist. Für die Schallgeschwindigkeit in Wasser gilt:
| bei 0 °C: | 1 407 m/s | |
| bei 5 °C: | 1 400 m/s | |
| bei 10 °C: | 1 450 m/s | |
| bei 15 °C: | 1 467 m/s | |
| bei 20 °C: | 1 484 m/s | |
| bei 25 °C: | 1 498 m/s | |
| bei 30 °C: | 1 510 m/s |
Einige weitere Beispiele
Beispiele für die Nutzung der Reflexion von Schallwellen sowie des
Prinzips des Echolots gibt es in Natur, Technik und Medizin.
So orientieren sich z. B. Fledermäuse mithilfe von Ultraschall (Bild
3). Während ihres Fluges stoßen sie ständig für uns
nicht hörbare Ultraschallschreie aus. Treffen die Schallwellen auf
ein Hindernis oder ein Beutetier, so werden sie reflektiert und die reflektierten
Schallwellen von der Fledermaus wieder aufgenommen (Prinzip des Echolots).
Die Fledermaus kann dem Hindernis ausweichen bzw. ein Beutetier orten.
In der Medizin nutzt man die Reflexion von Schall beispielsweise dazu, um die Netzhaut des Auges zu untersuchen. Schall wird in Richtung Netzhaut gesandt und wird dort reflektiert. Bei Netzhautablösung ist die Laufzeit des Schalles deutlich geringer als bei einer normalen Netzhaut. Darüber hinaus wird das Prinzip des Echolots bei Ultraschalluntersuchungen genutzt. Nähere Hinweise dazu sind unter dem Stichwort Ultraschall zu finden.