Elektromagnetische Schwingungen
Als Schwingung
bezeichnet man eine zeitlich periodische Änderung einer oder mehrerer
physikalischer Größen um einen bestimmten Mittelwert. Handelt
es sich bei den physikalischen Größen, die sich periodisch ändern,
um die
Feldstärke eines elektrischen
und eines magnetischen Feldes, dann spricht man von einer elektromagnetischen
Schwingung. Da ein zeitlich veränderliches elektrisches Feld immer
ein zeitlich veränderliches magnetisches Feld hervorruft, gibt es keine
Schwingungen, bei denen sich ausschließlich ein elektrisches oder
ausschließlich ein magnetisches Feld periodisch ändern würde.
Grundsätzlich kommt es in jedem Wechselstromkreis zu elektromagnetischen
Schwingungsvorgängen. Diese sind in einem
Schwingkreis
besonders überschaubar. Ein Schwingkreis ist ein geschlossener Wechselstromkreis,
der im einfachsten Fall aus einem
Kondensator
und einer
Spule besteht. Der Schwingkreis
wird durch Aufladung des Kondensators zu Schwingungen angeregt. Beim Ladevorgang
wird zwischen den Kondensatorplatten elektrische
Feldenergie
gespeichert. Nach dem Kurzschließen des Kreises setzt der Entladevorgang
ein. Die Ladungsträger fließen dabei von den Kondensatorplatten
ab, durchströmen die Spule und erzeugen dabei in ihr ein Magnetfeld.
Wenn der Kondensator vollständig entladen ist, ist die gesamte ursprünglich
im elektrischen Feld gespeicherte Energie als magnetische Energie im Spulenfeld
enthalten. Sobald der Stromfluss aufhört, bricht das Spulenfeld zusammen
und induziert dabei eine elektrische Spannung, die ihrerseits einen Stromfluss
im Schwingkreis bewirkt und den Kondensator auflädt. Die Zusammenhänge
sind in Bild 1 dargestellt. Dort ist auch der Verlauf der Stromstärke
durch die Spule und der Spannung am Kondensator dargestellt.
Insgesamt wandeln sich in einem Schwingkreis
elektrische
und
magnetische Energie ineinander um.