



Um eine Weltraumstation oder einen Satelliten in den Orbit zu bringen, ist eine bestimmte Arbeit im Gravitationsfeld der Erde erforderlich. Darüber hinaus muss der Station oder dem Satelliten eine bestimmte Geschwindigkeit verliehen werden, damit sie sich auf einer stabilen Bahn bewegen. Die Körper besitzen damit potenzielle und kinetische Energie. Arbeit und potenzielle Energie im Gravitationsfeld können mithilfe des Gravitationsgesetzes berechnet werden, die kinetische Energie ergibt sich aus der Masse und der Geschwindigkeit des Körpers.
Wir betrachten nachfolgend die Arbeit im Gravitationsfeld der Erde. Für andere Himmelskörper gelten die gleichen Überlegungen. Darüber hinaus ist es für die Erde sinnvoll, zwischen dem oberflächennahen Bereich und größeren Raumbereichen zu differenzieren.
Arbeit
und potenzielle Energie in der Nähe des Erdbodens
Unter "Nähe des Erdbodens" verstehen wir den normalen Lebensbereich
des Menschen, also den Bereich bis etwa 10 km Höhe über NN.
In diesem Bereich kann man das Gravitationsfeld der Erde näherungsweise
als ein homogenes Feld ansehen (Bild 2). Damit kann in diesem Bereich
der Ortsfaktor (Fallbeschleunigung,
Erdbeschleunigung) als konstant angesehen werden. Gleich ist damit auch
die Gewichtskraft eines
Körpers. Soll ein Körper aus der Höhe
in die Höhe
gehoben werden, ist dazu Hubarbeit
erforderlich:

Aus dem allgemeinen Zusammenhang zwischen Arbeit und Energie ergibt sich, dass die verrichtete Arbeit gleich der Änderung der potenziellen Energie ist. Demzufolge kann man schreiben:

Dabei ist zu beachten:
Arbeit
und potenzielle Energie in einem größeren Raumbereich
Bei einem größeren Raumbereich ist zu beachten, dass das Gravitationsfeld
der Erde wie das eines jeden kugelförmigen Himmelskörpers ein
Radialfeld ist. Der Ortsfaktor
(Fallbeschleunigung) ist nicht konstant. Demzufolge ist auch die Gravitationskraft
auf einen Körper bestimmter Masse unterschiedlich. Wenn man die Arbeit
zum Verschieben eines Körpers von A nach b berechnen will, muss man
demzufolge von der allgemeinen Definition der mechanischen Arbeit ausgehen:

Nach dem allgemeinen Zusammenhang zwischen Arbeit und Energie ist die
Änderung der potenziellen Energie gleich der verrichteten Arbeit.
Deshalb kann man allgemein formulieren:
In einem radialen Gravitationsfeld
kann die Arbeit zum Verschieben eines Körpers und damit die Änderung
seiner potenziellen Energie berechnet werden mit der Gleichung:

Auch in diesem Falle ist die verrichtete Arbeit und damit die Änderung
der potenziellen Energie nur vom Anfangspunkt und vom Endpunkt abhängig
und wird nicht durch die Bahn beeinflusst, auf der der Körper bewegt
wird.
Beispiel: Satellit, der
in eine Erdumlaufbahn gebracht wird
Betrachten wir als Beispiel einen Satelliten
mit einer Masse von 1000 kg, der von der Erdoberfläche aus in eine
kreisförmige Erdumlaufbahn
in 300 km Höhe über der Erdoberfläche gebracht werden soll.
Verrichtete Arbeit im
Gravitationsfeld: Die Arbeit im Gravitationsfeld kann nach der
obigen Gleichung berechnet werden, wobei m
die Masse des Satelliten und M die Masse der
Erde ist.

Um diesen Wert vergrößert sich auch die potenzielle Energie,
wenn man diese an der Erdoberfläche null setzt.
Verhältnis
von potenzieller und kinetischer Energie zueinander: Ein umlaufender
Satellit besitzt nicht nur potenzielle Energie, sondern aufgrund seiner
Bewegung um die Erde auch kinetische Energie. In welchem Verhältnis
stehen bei einem Satelliten potenzielle und kinetische Energie zueinander?
Wir gehen dabei von dem gleichen Satelliten aus. Seine potenzielle Energie
wurde oben berechnet. Die kinetische Energie ergibt sich aus Masse und
Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit lässt sich ermitteln, indem
man die Radialkraft gleich der Gravitationskraft setzt:

Damit erhält man für die kinetische Energie:

Der Vergleich zeigt: Die kinetische Energie des Satelliten ist etwa 10-mal
so groß wie seine potenzielle Energie.