





Energie
und ihre wichtigsten Eigenschaften
Energie wird in vielfältiger Weise genutzt: Die Energie von Nahrungsmitteln
ist für uns lebensnotwendig. Sonnenenergie ist die Voraussetzung
für die Entwicklung von Pflanzen und Tieren. Heiz- und Brennstoffe
liefern uns Wärme und Licht. Die für viele Geräte und Anlagen
notwendige elektrische Energie wird durch Energieumwandlungen aus verschiedenen
Primärenergieträgern gewonnen.
Mit Blick auf die Nutzung von Energie spielen ihre verschiedenen Eigenschaften
eine entscheidende Rolle. Diese Eigenschaften sind in Bild 1 im Überblick
dargestellt:
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Energie kann in verschiedenen Formen gespeichert werden. |
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Energie kann von einer Form in andere Formen umgewandelt werden. |
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Energie kann von einem Objekt auf andere Objekte übertragen werden. |
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Energie kann entwertet werden. |
Wir betrachten nachfolgend die Energiespeicherung, Energieumwandlung, Energieübertragung und Energieentwertung etwas genauer.
Energiespeicherung
Energiespeicherung kann
in unterschiedlichen Formen erfolgen. Nachfolgend sind einige Beispiele
für Energiespeicher zusammengestellt.
In Nahrungsmitteln
(Bild 2) ist chemische Energie gespeichert. Bei vielen Nahrungsmitteln wird
der Energiegehalt aus den
Anteilen an Eiweiß, Fett und Kohlehydraten ermittelt. 1 g Eiweiß
hat einen Energiegehalt von 17 kJ, 1 g Kohlehydrate von ebenfalls 17 kJ
und 1 g Fett von 39 kJ. Viele Lebensmittel enthalten entsprechende
Aufdrucke zum Energiegehalt auf dem Etikett.
In Treibstoffen
und Brennstoffen
(z. B. Benzin, Dieselkraftstoff, Holz, Kohle, Erdöl, Erdgas, Torf)
ist chemische Energie gespeichert, die beim Verbrennen freigesetzt wird.
Gehobene Körper können
ebenfalls Energiespeicher sein. Das ist z. B. bei angestautem Wasser oder
beim Uhrengewicht einer Pendeluhr der Fall.
Das gilt auch für bewegte
Körper. Beispiele dafür sind strömendes Wasser oder ein
sich drehendes Schwungrad.
Im Falle von gespannten Federn (z. B. bei Uhren mit Federaufzug oder bei
einem Metronom) ist die Energie in verformten Körpern gespeichert.
Ein weiteres Beispiel dafür ist ein gespannter Bogen.
Elektrische Energie kann man in Akkumulatoren
oder Batterien speichern, wenn
auch nur in relativ geringem Umfange.
Innere Energie kann in Wärmflaschen oder Warmkompressen gespeichert
werden. Für das Klima bedeutsam sind große Wassermengen als Speicher
für innere Energie. In Uranerz ist Kernenergie gespeichert. Insgesamt
gilt:
Energie kann in Energieträgern wie Brennstoffen, Treibstoffen, Nahrungsmitteln, gehobenen und bewegten Körpern, verformten Körpern oder Batterien und Akkumulatoren gespeichert werden.
Die wichtigsten Speicherformen
sind die chemische Energie, die mechanische Energie, die elektrische Energie
und die innere Energie.
Energieumwandlung
Energie, die ein Körper besitzt, kann in andere Energieformen umgewandelt
werden. Solche Energieumwandlungen
treten in sehr vielfältiger Weise auf. So wird z. B. beim Verbrennen
von Holz die im Holz gespeicherte chemische Energie in thermische Energie
und Lichtenergie umgewandelt
(Bild 1). Bei einem Wasserkraftwerk wird die potenzielle Energie des angestauten
Wassers in elektrische Energie umgewandelt. Bei einem Elektroherd wird elektrische
Energie in thermische Energie umgewandelt. Bei Pflanzen wird die Lichtenergie
in chemische Energie umgewandelt. Allgemein gilt:
Bei physikalischen, technischen, chemischen oder biologischen Vorgängen kann Energie von einer Energieform in andere Energieformen umgewandelt werden.
Energieumwandlungen sind häufig auch mit Energieübertragung
und Energieentwertung verbunden.
Besondere Bedeutung hat für uns elektrische Energie. Diese Energieform
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ist für den Betrieb vieler Geräte und Anlagen unerlässlich, |
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lässt sich aus vielen anderen Energieformen gewinnen, |
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lässt sich gut in andere Energieformen umwandeln, |
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kann in großen Mengen über weite Strecken transportiert werden. |
Bild 4 zeigt an Beispielen, aus welchen Energieformen elektrische Energie
gewonnen und in welche Formen sie umgewandelt werden kann. Die im Bild
genannten technischen Geräte, in denen Energieumwandlungen vor sich
gehen, kann man auch als Energiewandler
bezeichnen. Fast alle technischen Geräte und Anordnungen, die wir
nutzen, sind solche Energiewandler.
Energieübertragung
Bei vielen Vorgängen in Natur, Technik und Alltag wird Energie von
einem Körper auf andere Körper übertragen. Nachfolgend sind
einige Beispiele für Energieübertragungen
genannt. So wird bei einem Gasherd die thermische Energie von der Gasflamme
auf die Pfanne und von dort auf die Speise übertragen. Die Energie
der Sonne wird in Form von Strahlung in einem Sonnenkollektor auf das Wasser
übertragen. Die chemische Energie der Nahrung wird auf den Körper
des betreffenden Lebewesens übertragen. Bei einem Wasserkraftwerk wird
die kinetische Energie des Wassers auf eine Turbine übertragen, indem
sie das Laufrad in Rotation versetzt. Diese Rotationsenergie des Laufrades
wird über eine Welle auf den Generator übertragen und im Generator
wird die mechanische Energie in elektrische Energie umgewandelt. Allgemein
gilt:
Bei physikalischen, technischen, chemischen oder biologischen Vorgängen kann Energie nicht nur von einer Energieform in andere Energieformen umgewandelt, sondern auch auf andere Körper übertragen werden.
Energieübertragung ist häufig mit Energieentwertung
verbunden. Statt von Energieübertragung spricht man manchmal auch
von Energietransport.
Die Formen
der Energieübertragung von einem Körper auf andere Körper
können sehr unterschiedlich sein. Zur Übertragung elektrischer
Energie nutzt man Hochspannungsleitungen, durch die die Energie in Form
des elektrischen Stromes transportiert wird. Sonnenenergie wird in Form
von Strahlung von der Sonne zur Erde transportiert. Thermische Energie wird
bei einer Warmwasserheizung in Form von Wärme übertragen (Bild
2).
Wird ein Auto beschleunigt, so wird Beschleunigungsarbeit verrichtet. Die
kinetische Energie des Autos vergrößert sich. Beim Bremsen wird
Reibungsarbeit verrichtet. Die kinetische Energie des Autos verringert sich.
Allgemein gilt für die Energieübertragung:
Energie kann durch Arbeit, Wärme, Strahlung (Licht) oder elektrischen Strom von einem Körper auf andere Körper übertragen werden.
Darüber hinaus kann die Energieübertragung auch durch mechanische Kopplung (Wellen, Zahnräder, Ketten) oder induktive Kopplung (Transformator, Antenne) erfolgen.
Energieentwertung
Im Haushalt wird Elektroenergie verbraucht, die auch bezahlt werden muss.
Bei der Übertragung von Fernwärme treten Energieverluste auf.
Beim Betrieb einer Glühlampe wird elektrische Energie in Licht und
Wärme umgewandelt. Etwa 95 % der aufgewandten elektrischen Energie
werden in Wärme umgewandelt und an die Umgebung abgegeben. Diese Energie
ist dann nicht mehr nutzbar (Bild 7) Auch die Wärme, die vom Motor
eines PKW an die Umgebung abgegeben wird, ist nicht mehr nutzbar. In der
Technik spricht man von Energieverbrauch
oder Energieverlust. Damit
wird lediglich zum Ausdruck gebracht, dass sich durch Maschinen, Geräte
und Anlagen - also durch Energiewandler - der Anteil derjenigen Energie
verringert, die man weiter nutzen kann (Bild 1). Zum Schluss bleibt thermische
Energie von Körpern bei Umgebungstemperatur übrig. Die ursprünglich
vorhandene hochwertige Energie (z. B. elektrische Energie oder chemische
Energie von Brennstoffen und Nahrungsmitteln) wird entwertet. Diese Erkenntnisse
sind im Gesetz über die Energieentwertung
zusammengefasst. Es lautet:
Bei allen Vorgängen in Natur und Technik entsteht innere (thermische) Energie. Diese kann der Umgebung von allein weder entzogen noch nutzbar gemacht werden. Die ursprünglich vorhandene Energie wird beim Betrieb von Maschinen, Geräten und Anlagen entwertet.
Das Gesetz lässt sich auch folgendermaßen formulieren:
Wärme geht niemals von selbst von einem Körper niedrigerer Temperatur auf einen Körper höherer Temperatur über.
Eine andere Formulierung lautet:
Alle Vorgänge, bei denen thermische Energie auftritt, laufen von allein nur in einer Richtung ab.
Beispiel: Ein heißer
Körper, z. B. eine Tasse mit heißem Tee, gibt solange thermische
Energie an die Umgebung ab, bis er die Umgebungstemperatur erreicht hat.
Der umgekehrte Vorgang geht niemals von allein vor sich.
Das Gesetz über die Energieentwertung wird auch als 2.
Hauptsatz der Thermodynamik bezeichnet. Es wurde von dem deutschen
Physiker ROBERT CLAUSIUS (1822-1888)
entdeckt.
Energieentwertung
und Energieerhaltung
Trotz der Entwertung der Energie, d. h. ihrer Umwandlung in nicht mehr
nutzbare Formen, bleibt die Gesamtenergie erhalten. Energieerhaltung
und Energieentwertung
treten bei allen Vorgängen in Natur und Technik gleichzeitig auf.
Hochwertige Energie wird in minderwertigere Energie umgewandelt. Insofern
wird hochwertige Energie verbraucht. Die in der Technik üblichen
Begriffe Energieverbrauch und Energieverlust beinhalten diese Zusammenhänge
und stehen damit nicht im Widerspruch zum Energieerhaltungssatz.