

Die Beschleunigung, die bei einem frei fallenden Körper auftritt, wenn der Luftwiderstand vernachlässigbar klein ist, wird als Fallbeschleunigung g bezeichnet. Für den mittleren Wert an der Erdoberfläche gilt:

Häufig wird mit dem Näherungswert
gerechnet.
Die Fallbeschleunigung, manchmal für die Erde auch Erdbeschleunigung
genannt, ist abhängig von dem Ort, an dem man sich befindet. Sie
wird deshalb manchmal auch als Ortsfaktor g
bezeichnet und in der Einheit N/kg angegeben. Dabei gilt als mittlerer
Wert für die Erdoberfläche:
Der Ortsfaktor gibt somit auch an, wie groß der Quotient aus der
Gewichtskraft eines Körpers und
seiner Masse an dem jeweiligen Ort ist.
Für die Erdoberfläche bedeutet das: Ein Körper der Masse
1 kg hat eine Gewichtskraft von 9,81 N oder von etwa 10 N. Diese Zusammenhänge
ergeben sich aus der Gleichung für die Gewichtskraft, die lautet:

Unterschiedliche Orte - unterschiedliche
Werte
Die Fallbeschleunigung hat an verschiedenen Orten unterschiedliche Werte.
Nachfolgend sind einige dieser Werte angegeben.
| Ort | ![]() |
| am Äquator auf der Erdoberfläche | 9,787 |
| am Polen auf der Erdoberfläche | 9,832 |
| mittlerer Wert für die Erdoberfläche | 9,807 oder 9,81 |
| 100 km über der Erdoberfläche | 9,52 |
|
1 000 km über der Erdoberfläche |
7,33 |
| auf der Mondoberfläche | 1,62 |
| auf der Marsoberfläche | 3,71 |
| auf der Oberfläche der Sonne | 274 |
Bestimmung der Fallbeschleunigung
Die Fallbeschleunigung kann experimentell in unterschiedlicher Weise bestimmt
werden. Nachfolgend sind die wichtigsten Möglichkeiten genannt.
1. Möglichkeit: Bestimmung der
Fallbeschleunigung unter Nutzung des Weg-Zeit-Gesetzes des freien
Falls: 
Misst man den Fallweg s und die Fallzeit t,
so kann man daraus die Fallbeschleunigung g
berechnen. Eine mögliche Experimentieranordnung zeigt Bild 1.
2. Möglichkeit:
Bestimmung der Fallbeschleunigung unter Nutzung der Gesetze für ein
Fadenpendel:
Für ein Fadenpendel (Bild 2) gilt für kleine Auslenkungen für
die Schwingungsdauer T die Gleichung:

Dabei bedeuten l die Länge des Pendels und g die Fallbeschleunigung. Stellt man diese Gleichung für die Schwingungsdauer nach der Fallbeschleunigung g um, so erhält man:

Die Pendellänge l
und die Schwingungsdauer T können gemessen
werden. Aus den Messwerten lässt sich die Fallbeschleunigung berechnen.