






Die wirksame Fläche verändert sich durch die gleichförmige
Rotation der Leiterschleife ständig und nimmt Werte zwischen null
und A an. Für die wirksame Fläche kann man schreiben:


Wechselstromgeneratoren und Gleichstromgeneratoren
Greift man die Spannung an den Enden einer im zeitlich konstanten homogenen
Magnetfeld rotierenden Leiterschleife oder Spule direkt ab, so erhält
man eine sinusförmige Wechselspannung. Ein solcher Generator wird
als Wechselstromgenerator
bezeichnet
Grundsätzlich eignet sich jeder Wechselstromgenerator auch als Gleichstromgenerator,
sofern er mit einer Zusatzeinrichtung ausgestattet ist, die den induzierten
Wechselstrom gleichrichtet. Viele Gleichstromgeneratoren sind als Außenpolmaschinen
gebaut. Bei ihnen werden die Schleifkontakte zum Abgriff der Spannung
aus zwei Halbschalen gebaut. Eine solche Anordnung wird als Kommutator
bezeichnet, abgeleitet vom lateinischen commutare = vertauschen. Nach
einer halben Umdrehung erfolgt dadurch eine Umpolung, sodass der Rotor
eine pulsierende Gleichspannung abgibt, die anschließend durch Gleichrichter
geglättet werden kann. Die Erzeugung von Wechselspannung ohne Kommutator
und von pulsierender Gleichspannung mit einfachem Kommutator lässt
sich mithilfe der Simulation veranschaulichen, die oben in der Medienleiste
angegeben ist.
Energieerhaltung und Selbstinduktion
Auf den ersten Blick könnte es scheinen, als ob Generatoren überhaupt
keine Energie abgeben: Schließlich muss man sie mit Gleichspannung
versorgen, damit sie eine Wechselspannung erzeugen. Allerdings ist die
von einem Generator gelieferte elektrische Energie weitaus größer
als die elektrische Energie, die man für seinen Betrieb aufwenden
muss. Dieser Zuwachs an elektrischer Energie wird durch die am Generator
verrichtete mechanische Arbeit bewirkt.
Ein weiteres Problem ist mit dem Start eines Generators verknüpft.
Die Gleichspannung, die zum Betrieb eines Generators notwendig ist, wird
natürlich aus der im Generator selbst induzierten Wechselspannung
gewonnen. Wie kann ein Generator anlaufen, wenn doch vor seiner Inbetriebnahme
noch gar keine Gleichspannung für die Feldspulen vorhanden ist?
Beim Start eines Generators besitzen immer einige Bauteile, natürlich
vor allem die Eisenkerne der Spulen, einen Restmagnetismus. Durch diesen
Restmagnetismus (remanenter
Magnetismus) wird zunächst eine kleine Spannung induziert, die ihrerseits
nun allmählich eine stärkeres Magnetfeld hervorruft, wodurch
die Spannungsinduktion verstärkt wird. Der Generator kommt von allein
in Gang, er hat sich selbst erregt. Dieses dynamoelektrische Prinzip geht
auf WERNER VON SIEMENS zurück, der es 1866 fand.
Der Fahrraddynamo - ein kleiner Generator
Die wichtigsten Teile eines Fahrraddynamos sind in Bild 5 dargestellt.
Ein Laufrad ist über eine
Welle mit einem tonnenförmigen Permanentmagneten
verbunden. Innen im Gehäuse befinden sich Induktionsspulen,
die mit diesem Gehäuse fest verbunden sind. Der Permanentmagnet kann
sich innerhalb dieser Spulen drehen. Aufgrund seines Aufbaus (Induktionsspulen
ruhend, felderzeugender Magnet rotiert) ist ein Fahrraddynamo ein kleiner
Innenpolgenerator.
Wird das Laufrad durch eine Feder an den Reifen gedrückt, so wird
es bei Bewegung des Rades in Umdrehungen versetzt. Damit rotiert der Permanentmagnet
vor den Spulen und führt zu einer Änderung des von den Spulen
umschlossenen Magnetfeldes. Nach dem Induktionsgesetz wird dadurch in
den Spulen eine Spannung induziert. Sie beträgt bei einem Fahrraddynamo
bei normaler Fahrt etwa 6 V, die elektrische Leistung einige Watt. Das
ist ausreichend, um den Scheinwerfer (meist Glühlampe mit 2,4 Watt
Leistung) und Rücklicht (ca. 1,5 W) mit elektrischer Energie zu versorgen.
Bild 6 zeigt, wie das Magnetfeld
des Permanentmagneten, der sich im Dynamo befindet, aussieht. Aus
diesem Bild ist erkennbar, dass dieser Magnet nicht nur einen Nordpol
und einen Südpol hat, sondern insgesamt 8 Pole. Diese Anordnung wird
gewählt, um auch bei relativ geringer Drehzahl eine ausreichende
Spannung in den Spulen zu induzieren.
Insgesamt wird in einem Fahrraddynamo mechanische Energie in elektrische
Energie umgewandelt. Diese Energie muss durch den Radfahrer mit aufgebracht
werden. Das bedeutet: Beim Fahren mit Licht muss eine größere
Energie zum Bewegen des Fahrrades aufgewendet werden als beim Fahren ohne
Licht.
Bei vielen Fahrrädern wird heute auf einen Dynamo verzichtet und
stattdessen die Fahrradbeleuchtung mit Batterien betrieben. Das hat den
Vorteil, dass die Beleuchtung auch bei einem stehenden Fahrrad in Betrieb
ist.